Landeswahlkreis Steiermark

Wahlkreis 6: Steiermark
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Steiermark
Wahlkreisnummer 6
Anzahl der Mandate 28[1]
Wahlberechtigte 970.930 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 79,0 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Landeswahlkreis Steiermark ist ein Landeswahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im zweiten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst das Bundesland Steiermark. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Landeswahlkreis Oberösterreich 970.930 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) mit 29,3 % als stärkste Partei hervorging. Von den 28 zu vergebenden Grundmandaten entfielen acht Mandate auf die SPÖ, sieben auf die Österreichische Volkspartei (ÖVP), vier auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), drei auf das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) und zwei auf Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE). Gegenüber der Nationalratswahl 2006 bedeutete dies für SPÖ einen Verlust von zwei Mandaten, die ÖVP verlor drei Mandate. Hingegen konnte die FPÖ ihren Mandatsstand um zwei Mandate erhöhen, während das BZÖ drei Mandate gewann und die Grünen unverändert blieben.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurde für das Gebiet der Steiermark mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung insgesamt vier Wahlkreise geschaffen. Dies waren die Wahlkreis Graz und Umgebung (Wahlkreis 20), Mittel- und Untersteier (WK 21), Oststeier (WK 22) und Obersteier (WK 23).[3] Mit der Neuordnung der Wahlkreise nach dem endgültigen Verlust von Gebieten wie Südböhmen und Südtirol erhielt die Wahlkreise teilweise neue Nummern. Die Steiermark war von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] 1971 wurde mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich eine tiefgreifende Wahlkreisreform durchgeführt, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Steiermark bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Steiermark (Wahlkreis 6).[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei der Landeswahlkreis Steiermark (Wahlkreis 6) für das erste Ermittlungsverfahren in die neun Regionalwahlkreise Graz (6A), Steiermark Mitte (6B), Steiermark Süd (6C), Steiermark Süd-Ost (6D), Steiermark Ost (6E), Steiermark Nord (6F), Steiermark Nord-West (6G) und Steiermark West (6H) unterteilt wurde. Im Gegensatz zu den Landtagswahlkreisen der Steiermark ist die Anzahl der Wahlkreise bei Nationalratswahlen damit doppelt so hoch wie bei Landtagswahlen.[7] Der Landeswahlkreis Oberösterreich erhielt in der Folge 1993 29 Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung zwischen den Bundesländern im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) für den Landeswahlkreis Oberösterreich zum Verlust eines Mandates führte.[9]

Wahlergebnisse

Nationalratswahl in der Steiermark 2008
 %
40
30
20
10
0
29,3 %
(-7,9 %p)
26,2 %
(-11,3 %p)
17,3 %
(+6,9 %p)
8,5 %
(+0,6 %p)
13,2 %
(+10,0 %p)
5,5 %
(+1,7 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Landeswahlkreis Steiermark[2][10]
Wahltermin GM[11] SPÖ ÖVP FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
25. November 1945 Stimmenanteile (%) 41,7 52,9 - - - - 5,4
24 Grundmandate 10 13 - - - - 0
9. Oktober 1949 Stimmenanteile (%) 37,4 42,9 14,5 - - - 5,1
26 Grundmandate 9 9 2 - - - 0
22. Februar 1953 Stimmenanteile (%) 41,1 40,7 13,6 - - - 4,6
26 Grundmandate 11 9 2 - - - 0
13. Mai 1956 Stimmenanteile (%) 44,00 45,6 6,9 - - - 3,5
26 Grundmandate 11 13 0 - - - 0
10. Mai 1959 Stimmenanteile (%) 45,3 44,7 6,8 - - - 3,1
26 Grundmandate 11 12 0 - - - 0
18. November 1962 Stimmenanteile (%) 43,24 46,5 6,8 - - - 3,4
26 Grundmandate 11 13 0 - - - 0
6. März 1966 Stimmenanteile (%) 43,8 49,8 4,9 - - - 1,6
26 Grundmandate 11 13 0 - - - 0
1. März 1970 Stimmenanteile (%) 47,9 45,6 5,0 - - - 1,5
26 Grundmandate 12 11 0 - - - 0
10. Oktober 1971 Stimmenanteile (%) 49,0 44,5 4,9 - - - 1,6
29 Grundmandate 14 12 1 - - - 0
5. Oktober 1975 Stimmenanteile (%) 50,3 43,9 4,6 - - - 1,2
30 Grundmandate 15 13 1 - - - 0
6. Mai 1979 Stimmenanteile (%) 51,4 41,4 6,2 - - - 1,0
30 Grundmandate 15 12 1 - - - 0
24. April 1983 Stimmenanteile (%) 49,5 42,3 4,0 1,8 - - 2,4
29 Grundmandate 14 12 1 0 - - 0
23. November 1986 Stimmenanteile (%) 41,0 44,1 9,9 4,1 - - 0,9
29 Grundmandate 11 12 2 1 - - 0
7. Oktober 1990 Stimmenanteile (%) 43,3 33,2 16,8 3,9 - - 2,8
29 Grundmandate 12 9 4 1 - - 0
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 36,6 27,5 23,4 6,2 - 5,0 1,3
29 Grundmandate 10 7 6 1 - 1 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 39,6 29,5 21,2 4,0 - 4,2 1,5
29 Grundmandate 11 8 6 1 - 1 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 33,8 26,8 29,2 5,8 - 2,6 1,8
29 Grundmandate 9 7 8 1 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 37,0 44,6 9,6 7,0 - 0,9 0,9
28 Grundmandate 10 2 12 1 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 37,2 37,5 10,4 7,9 3,2 - 3,8
28 Grundmandate 10 10 2 2 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 29,3 26,2 17,3 8,5 13,2 1,6 3,9
28 Grundmandate 8 7 4 2 3 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994