Landtagswahlkreis Linz und Umgebung

Wahlkreis 1: Linz und Umgebung
Landtagswahlkreise Oberösterreich.svg
Staat Österreich
Bundesland Oberösterreich
Wahlkreisnummer 1
Sitz der Wahlbehörde Linz
Wahlberechtigte 244.355 (2009)
Wahlbeteiligung 73,95 %
Wahldatum 28. September 2009

Der Wahlkreis Linz und Umgebung (Wahlkreis 1) ist ein Wahlkreis in Oberösterreich, der die politischen Bezirke Linz und Linz-Land umfasst. Bei der Landtagswahl 2009 waren im Wahlkreis Linz und Umgebung 244.355 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 38,6 % als stärkste Partei hervorging.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Landtagswahlkreis Linz und Umgebung wurde mit dem Gesetz Nr. 29 vom 18. März 1925 im Zuge der Änderung der Landtagswahlordnung vom 18. März 1919 geschaffen.[1] Per Gesetz wurde der Wahlkreis aus der Stadt Linz und den Gerichtsbezirken Linz, Urfahr und Ottensheim gebildet, wobei Linz als Sitz der Wahlbehörde festgelegt wurde. Hatte die Landtagswahlordnung von 1919 noch acht Wahlkreise vorgesehen, so war die Anzahl der Wahlkreise mit der Gesetzesänderung von 1925 auf fünf reduziert worden. Der Landtagswahlkreis Linz und Umgebung entstand dabei aus Teilen des ehemaligen Wahlkreises Linz (Wahlkreis 1), Teilen des ehemaligen Wahlkreises Rohrbach (Wahlkreis 2) und Teilen des ehemaligen Wahlkreises Schärding (Wahlkreis 5).[2] 1949 wurde das Gebiet des Wahlkreises schließlich mit Wahlkreis 12 der Nationalratswahlordnung gleichgesetzt, der die Stadt Linz und die Gerichtsbezirke Linz (mit Ausnahme der Gemeinden des ehemaligen Gerichtsbezirkes Markt St. Florian), Ottensheim und Urfahr umfasste.[3] Mit der O. ö. Landtagswahlordnungsnovelle 1967 wurde das Gebiet des Wahlkreises schließlich erneut geändert. Der Wahlkreis umfasste nun das Gebiet der Stadt Linz, zudem die Gemeinden Hörsching, Kirchberg-Thening, Leonding, Oftering, Pasching, Traun und Wilhering sowie den Bezirk Urfahr-Umgebung ohne den Gerichtsbezirk Leonfelden (Gemeinden Bad Leonfelden, Haibach im Mühlkreis, Oberneukirchen, Ottenschlag im Mühlkreis, Reichenau im Mühlkreis, Reichenthal, Schenkenfelden, Vorderweißenbach und Zwettl an der Rodl).[4] Mit der O. ö. Landtagswahlordnungsnovelle 1971 wurde das Gebiet des Wahlkreises schließlich auf die heutige Größe reduziert und umfasst seitdem die politischen Bezirke Linz und Linz-Land.[5]

Wahlergebnisse

Detailergebnis der Landtagswahl 2009

Wahlergebnis[6] Ergebnisse 2009 Ergebnisse 2003 Differenzen
Wahlberechtigte 244.355 232.762 + 11.593
Wahlbeteiligung 73,95 % 71,37 % + 2,58 %
Stimmen  % Mand. Stimmen  % Mand. Stimmen % Mand.
Abgegebene Stimmen 180.702 166.114 + 14.588
Ungültig 2.853 1,58 %   3.461 2,08 %   - 608 - 0,50 %
Gültig 177.849 98,42 % 162.653 97,92 %   + 15.196 + 0,50 %
Partei
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 68.716 38,64 % 4 52.921 32,54 % 3 + 15.795 + 6,10 % + 1
Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 55.444 31,17 % 3 76.976 47,33 % 5 - 21.532 - 16,16 % - 2
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 26.873 15,11 % 1 12.219 7,51 % 0 + 14.654 + 7,60 % + 1
Die Grünen – Grüne Alternative Oberösterreich (GRÜNE) 20.224 11,37 % 1 18.846 11,59 % 1 + 1.378 - 0,22 % ± 0
Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) 4.535 2,55 % 0 nicht kandidiert + 4.535 + 2,55 % ± 0
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 1.564 0,88 % 0 1.691 1,04 % 0 - 127 - 0,16 % ± 0
Die Christen (DC) 493 0,28 % 0 nicht kandidiert + 493 + 0,28 % ± 0
Gesamt 177.849 100,00 % 9 162.653 100,00 % 9 + 15.196

Ergebnis der Landtagswahlen 1985–2009

Landtagswahlen in Landtagswahlkreis Linz und Umgebung 1985 bis 2009
Wahltermin GM* ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE Sonstige
6. Oktober 1985 Stimmenanteile (%) 40,54 47,95 4,25 2,25 5,01
14 Grundmandate 6 7 0 0 0
6. Oktober 1991 Stimmenanteile (%) 34,94 39,01 18,25 3,56 4,24
14 Grundmandate 5 5 2 0 0
5. Oktober 1997 Stimmenanteile (%) 33,42 33,05 21,39 7,32 4,81
13 Grundmandate 4 4 2 1 0
28. September 2003 Stimmenanteile (%) 32,54 47,33 7,51 11,59 1,04
13 Grundmandate 3 5 0 1 0
27. September 2009 Stimmenanteile (%) 38,64 31,17 15,11 11,37 3,71
13 Grundmandate 4 3 1 1 0

Einzelnachweise

  1. Gesetz Nr. 29 vom 18. März 1925 betreffend die Abänderung der Landtagswahlordnung vom 18. März 1919 auf ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online
  2. Anhang zum Gesetz Nr. 24/1919 betreffend die Landtagswahlordnung auf ALEX
  3. Gesetz Nr. 31 vom 1. August 1949 über die Wahl des Landtages (Landtagswahlordnung) auf ALEX
    Bundesgesetzblatt 129/1949 auf dem Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes
  4. O. ö. Landtagswahlordnungsnovelle 1967, Gesetz Nr. 20 vom 9. März 1967 auf ALEX
  5. O. ö. Landtagswahlordnungsnovelle 1971, Gesetz Nr. vom 3. Mai 1971 auf ALEX
  6. Amt der Oö. Landesregierung, Information der Abteilung Statistik: Wahlbericht 2009, Wahlbericht 2003

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994

Weblinks