Lannach

Lannach
Wappen von Lannach
Lannach (Österreich)
Lannach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 19,87 km²
Koordinaten: 46° 57′ N, 15° 20′ O46.94340555555615.332963888889349Koordinaten: 46° 56′ 36″ N, 15° 19′ 59″ O
Höhe: 349 m ü. A.
Einwohner: 3.319 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 167,04 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8502
Vorwahl: 03136
Gemeindekennziffer: 6 03 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 28
8502 Lannach
Website: www.lannach.at
Politik
Bürgermeister: Josef Niggas (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(21 Mitglieder)
13 ÖVP, 2 SPÖ, 5 OBL, 1 LiLa
Lage der Marktgemeinde Lannach im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Lannach im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Lannach (2008)
Schloss Lannach (2008)
Ein markanter Turm (2008)

Lannach ist eine Marktgemeinde mit 3319 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Deutschlandsberg (Gerichtsbezirk Stainz) in der Steiermark (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lannach liegt ca. 349 m über dem Meeresspiegel und bedeckt eine Fläche von 19,85 km². Nachbargemeinden von Lannach sind Sankt Josef (Weststeiermark), Sankt Stefan ob Stainz, Lieboch, Dobl und Mooskirchen.

Geschichte

Etymologie

Der Name „Lannach“ wird mit den früheren Grundherren, den Lunnachern (Lannachern) in Verbindung gebracht, deren Name sich von einem Nebenarm der Kainach, der Laan (oder Lahn) ableitet; das „u“ ist eine missverstandene Lesart für ein in einer alten Urkunde oben nicht ganz geschlossen geschriebenes, somit „offenes“ a. Der Name ist 1172 als Lunach erwähnt.[1]

Der Name der Gemeinde wird im Alltag mit betontem langen a (etwa: [l'ɑnaχ]) ausgesprochen. Historische Namen des kleinen Baches (Laan, Lahn), an dem der Ort liegt und die alte Schreibvariante Lanach (siehe die historischen Landkarten unten) sind Belege dafür, dass die Verdoppelung des n im Namen Lannach kein Beleg für eine Vokalverkürzung ist.[1]

Die Laan (Lahn, Lann) ist ein südlicher Nebenarm der Kainach, der längste in diesem Gebiet.[1] Lauf und Wasserführung sind in den Karten unterschiedlich dargestellt. Der Name wird nicht vom alten bairischen Wort für Lawine (Lahn) abgeleitet (bei Lannach gibt es keine steilen oder langen Hänge, an denen Lawinen üblicherweise entstehen), auch nicht von Lehne, sondern von keltisch „Lahn(e)“ - träges Wasser.[2] „Lahnen“ sind durch größere Flüsse entstandene Rinnsale, Altgewässer oder verlandende Flussarme, die vor den Flussregulierungen zum Landschaftsbild der weststeirischen Täler gehörten.[1] Die zweite Silbe im Namen „Lannach“ ist das alte Wort für Bach, Fluss: Ach(e).[3]

Neuzeit

Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss Lannach errichtet.

Während des nationalsozialistischen Juliputsches im Jahr 1934 war der mit nur zwei Mann besetzte Lannacher Gendarmerieposten, der durch ein von der Heimwehrortsgruppe in Dobl bereitgestelltes Maschinengewehr eiligst in Verteidigungszustand versetzt worden war, völlig auf sich allein gestellt, da alle benachbarten Posten von den Nationalsozialisten besetzt und ihrer Waffen beraubt worden waren. Wie sich später herausstellte, war seitens der Nationalsozialisten auch eine Besetzung des Lannacher Posten geplant gewesen, wegen des raschen Zusammenbruchs des Putsches war es dazu allerdings nicht mehr gekommen. Wegen Beteiligung am Juliputsch wurden im Gebiet des Gendarmeriepostenrayons Lannach sieben Personen verhaftet.[4]

Ein schwerer Schlag für das Wirtschaftsleben der Gemeinde folgte im Oktober 1934, als die Lannacher Dachziegel- und Tonwarenfabrik infolge der Weltwirtschaftskrise ihren Betrieb einstellen musste. Rund 90 Menschen wurden dadurch arbeitslos.[5]

1948 entstand das Kriegerdenkmal von Prof. Rudolf Zilli. 1962 erfolgte die Erhebung zur Pfarre. In den Jahren 1967/68 wurden die Gemeinden Blumegg, Teipl, Lannach, Heuholz, Breitenbach und Hötschdorf zur heutigen Gemeinde Lannach zusammengelegt. 1973 feierte Lannach sein 800-jähriges Bestehen. 1995 wurde Lannach zu einer Marktgemeinde und im Jahre 2003 wurde Lannach „Gemeinde Europas“.

Politik

Bürgermeister Josef Niggas wurde im Frühjahr 2010 für eine vierte Amtsperiode gewählt. In seiner fünfzehnjährigen Amtszeit entstanden rund 1700 Arbeitsplätze in der Gemeinde, was sich wiederum auf die Kommunalsteuereinnahmen auswirkte.

Neben der ÖVP sind die Offene Bürgerliste (OBL), die SPÖ sowie die Liste Lannach (LiLa) im Gemeinderat vertreten.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

Lannach ist – hauptsächlich durch die Kommunalsteuereinnahmen – die 4. reichste Gemeinde der Steiermark.

Auf dem Lannacher Industriegebiet und im Ortszentrum finden sich Firmen wie:

Vereine

Im Gemeindegebiet von Lannach bestehen drei Freiwillige Feuerwehren und zwei Betriebsfeuerwehren. Die Marktgemeinde ist in drei Löschbereiche aufgeteilt und grenzt die Zuständigkeiten der Freiwilligen Feuerwehren Lannach, Breitenbach-Hötschdorf und Blumegg-Teipl ein. Bei einem Großschadensfall wird zusätzlich zu den drei Freiwilligen Feuerwehren auch die Betriebsfeuerwehr MAGNA Lannach alarmiert.

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Lannach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten

Einzelnachweise

  1. a b c d Heinrich Purkarthofer: Fading im Kainachtal. Zur Problematik und Methode siedlungsgeschichtlicher Forschung im Topographiebezirk Graz-Umgebung. In: Gerhard Pferschy: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag. Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives. Band 12. Graz 1982, ohne ISBN. Seiten 23, 38 und 40 (Fußnote 2).
  2. Wilhelm Brandenstein: Steirisch Lahn – ein keltisches Wort. In: Indogermanische Forschungen. Band 60 (1952). Seite 21–28. Zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, Seiten 125–132. Das Wort wird dort mit altirisch lan – voll und lat. planus – eben behandelt. Die kleinen Nebenbäche im Kainachtal bestätigen diese Deutung: Sie sind nach Niederschlägen manchmal „eben und voll“ (mit Wasser, das mangels Gefälle nicht rasch abfließen kann und Versumpfungen fördert).
  3. Ach. In:Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch (DWB). Band 1 A–Biermolke. Leipzig 1854, Spalte 162 Zeile 60. Nachdruck Deutscher Taschenbuch Verlag. München 1991, ISBN 3-423-05945-1. dtv 5945. Gliederung zitiert nach: Der digitale Grimm – Elektronische Ausgabe der Erstbearbeitung. Version 12/04. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, ISBN 3-86150-628-9. Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier in Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
  4. Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien, Band 3) StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, Seiten 158 und 186, ISBN 978-3-7065-4006-3.
  5. Wolf: Herren, Seite 55.