Laurentiuskirche (Sankt Lorenz)

Laurentiuskirche in St. Lorenz, im Hintergrund der Schafberg
Blick in das Langhaus

Die römisch-katholische Laurentiuskirche ist eine Kirche in der Wasserlos in der oberösterreichischen Gemeinde St. Lorenz am Mondsee.

Die Laurentiuskirche wurde erstmals 1384 urkundlich erwähnt. 1486 findet sich in Grundprotokollen des Klosters Mondsee der Hinweis auf eine Holzkirche, von deren Bestand jedoch keine Überlieferungen erhalten sind. Der heutige Barockbau wurde zwischen 1726 und 1730 auf eine Initiative von Abt Gerhard Stadler errichtet. Nach dessen Ableben am 19. Jänner 1729 fanden die Arbeiten unter dem neuen Abt Bernhard Lidl ihren Abschluss. Die Weihe erfolgte 1732 durch den Passauer Weihbischof Graf von Lamberg. Im Rahmen der josephinischen Reformen wurde die Pfarre 1784 selbständig, jedoch 1808 wieder der Pfarre Mondsee einverleibt.

Die Kirche ist ein einschiffiger Barockbau mit Doppelturmfassade und kreuzförmigem Grundriss, wobei die Seitenkapellen nur gering vorspringend sind. Während der Planer unbekannt ist, werden für die Ausführung der Maurermeister Adam Hueber und die Zimmermeister Wolf Hörlmoser und Urban Fischinger angegeben.

Die drei von Steinmetzmeister Georg Doppler aus Salzburg gefertigten Marmoraltäre sind eine Besonderheit unter den im Mondseeland üblichen Holzaltären. Georg Doppler dingt 1717 bei Meister Elias Hügel als Lehrjunge auf, wird 1722 zum Gesellen freigesprochen und als Bruder im Kaisersteinbrucher Handwerk aufgenommen. Der kaiserliche Steinbruch, ein Zentrum höchster Steinmetzkunst befand sich an der österreichisch-ungarischen Grenze nahe bei Wien. Doppler lernte das Handwerk bei der Wiener Karlskirche. 1724 wird er zur Mitarbeit bei Meister Hügels Plan für die Kirche St. Florian zu Winden am See herangezogen. Beide Kirchen gleichen einander „wie ein Ei dem anderen“.

Die Altarblätter entstammen der Werkstatt von Jakob Zanusi und zeigen am Hochaltar das Martyrium des hl. Laurentius und an den Seitenaltären Tobias mit dem Schutzengel beziehungsweise den hl. Nikolaus bei der Beschenkung der drei armen Jungfrauen.

Die beiden großen Plastiken im Chor, der Schmerzensmann und die Schmerzhafte Maria, wurden 1714 von Meinrad Guggenbichler geschaffen.

Literatur

  • Anton Reisinger: Die Laurentiuskirche in der Wasserlos am Mondsee. Pfarramt Mondsee
  • Walter Kunze: Mondsee - Oberösterreich. Verlag St. Peter, Salzburg 1999
  • Hofkammerarchiv, Hofzahlamtsbücher 1715-1730, Bau der Karlskirche
  • Helmuth Furch: Elias Hügel, Hofsteinmetzmeister. 1681-1755. Kaisersteinbruch 1992

Weblinks

 Commons: Laurentiuskirche (Sankt Lorenz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.81666666666713.35Koordinaten: 47° 49′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O