Leitstelle Tirol

Leitstelle Tirol
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Rechtsform gemeinnützige GmbH
Gründung 1. April 2005
Sitz Innsbruck
Leitung Gernot Vergeiner, Martin Eberharter
Website www.leitstelle-tirol.at

Die Leitstelle Tirol ist die zentrale Leitstelle der Tiroler Blaulichtorganisationen – mit Ausnahme der Polizei. Ursprünglich als ILL - Integrierte Landesleitstellen GmbH gegründet führt sie seit 2008 den Namen Leitstelle Tirol.

Inhaltsverzeichnis

Organisatorisches

Die Leitstelle Tirol ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gesellschafter ist das Land Tirol (100 %). Ihren Standort hat die Leitstelle in Innsbruck.

Im Jahr 2011 nahmen die Disponenten der Leitstelle Tirol rund 300.000 eingehende Anrufe entgegen aus denen rund 245.500 Ereignisse resultierten.[1]

Aufgaben

Die Aufgaben der Leitstelle Tirol sind typisch für eine Rettungs- oder Feuerwehrleitstelle und bestehen im Wesentlichen in der Entgegennahme von Notrufen und anderen eingehenden Anrufen sowie der sitautionsgerechten Alarmierung und Disposition der geeigneten Einsatzkräfte, Krankentransportmittel oder anderer Kräfte. Zudem wurde die Leitstelle Tirol vom Land Tirol mit der technischen Überwachung aller Tiroler Tunnels des hochrangigen Straßennetzes (mit Ausnahme der Autobahnen) betraut.

Alarmierung und Kommunikation

Die Leitstelle Tirol verwendet für die Notrufbearbeitung ein standartisiertes Abfragesystem für die Fachbereich Feuerwehr (Fire Priority Dispatch System) und Notfallrettung (Medical Priority Dispatch System). Dieses System wird weltweit in mehreren tausend Leitstellen, unter anderem in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Berlin und London eingesetzt. Es dient einerseits dazu, die wesentlichen Informationen für die Alarmierung der Einsatzorganisationen zu erhalten und andererseits dem Notfallmelder Ruhe zu vermitteln und ihn bei der Bewältigung der Akutsituation zu helfen bzw. Sicherheitshinweise und Anweisungen zu Sofortmaßnahmen zu geben.[2]

Kommunikation mit den Einsatzorganisationen

  • Blaulichtorganisationen und Leitstelle sind am österreichweiten TETRA-Funknetz beteiligt, wobei der Funkverkehr auf mehreren Funkgruppen geführt wird.
  • Die Alarmierung der Tiroler Blaulichtorganisationen wird primär unter Zuhilfenahme des WAS - Warn- und Alarmsystemes durchgeführt.
  • Die Fahrzeuger des Rettungsdienstes sind alle mit GSM-Handys ausgestattet.

Betreute Organisationen

Rettungsdienst
Feuerwehr
Flugrettung
Weitere

Geschichte

Durch Großkatastrophen wie das Lawinenunglück in Galtür im Jahr 1999 wurde die Notwendigkeit einer integrierten und überregional abgestimmten Einsatzkoordination offensichtlich. Das Land Tirol und die Stadt Innsbruck haben in der Folge Planungen und Studien zur Errichtung einer zentralen Landesleitstelle in Auftrag gegeben. Ziel war es EINE Leitstelle zu schaffen, welche die Alarmierung, Koordination, Disposition und Einsatzunterstützung aller Tiroler Einsatzkräfte (mit Ausnahme der Polizei) durchführt.

2003

Der Grundsatzbeschluss des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck über die Errichtung einer gemeinsamen Leitstelle war zugleich die Grundsteinlegung der Leitstelle Tirol.

2004

Im Jahr 2004 fand die Vertragsunterzeichnung zur Gründung der Leitstelle Tirol durch die damaligen Eigentümer Land Tirol (Beteiligung: 74%) und Stadt Innsbruck (Beteiligung: 26%) statt.

2005

Am 1. April 2005 folgte der offizielle Start der ILL - Integrierte Landesleitstelle (heute: Leitstelle Tirol) durch Übernahme der damaligen Bereichsleitstelle Tirol Mitte des Österreichischen Roten Kreuzes.

2006

Im März werden durch Mitarbeiter der Leitstelle Tirol die Aufgaben der Tunnelwarte des Landes Tirol am Standort Imst übernommen. Ab April werden alle in Tirol stationierten Notarzthubschrauber von Innsbruck aus alarmiert. Außerdem startet Tirol als erstes Bundesland Österreichs das digitale Funknetz TETRA 25.

Mit Juli wird die Entgegennahme des Feuerwehrnotrufes 122 aus dem Bezirk Kufstein übernommen, d.h. ab sofort erfolgt die Alarmierung und Disposition der Feuerwehren im Bezirk Kufstein durch die Leitstelle Tirol.

Schließlich wird am 15. September 2006 die Firstfeier des neuen Betriebsgebäudes der Leitstelle Tirol am Standort Innsbruck[3] begangen.

2007

Knapp ein Jahr nach der Firstfeier übersiedelt die Leitstelle Tirol im Oktober in das neue Betriebsgebäude. Gegen Ende des Jahres wird im November der Feuerwehrnotruf 122 aus dem Bezirk Innsbruck-Stadt und im Dezember aus dem Bezirk Innsbruck-Land übernommen. Mit Dezember 2007 werden somit die Freiwilligen Feuerwehren aus den Bezirken Kufstein, Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land sowie die Berufsfeuerwehr Innsbruck und die Betriebsfeuerwehr des Flughafen Innsbruck durch die Leitstelle Tirol alarmiert und disponiert.

2008

Im August übernimmt die Leitstelle Tirol die Entgegennahme des Feuerwehrnotrufes 122 aus den Bezirken Schwaz, Imst, Kitzbühel, Landeck, Reutte und Lienz. Somit ist die Leitstelle Tirol ab sofort für die tirolweite Annahme der Notrufnummer 122 und die Alarmierung, Disposition und Einsatzunterstützung aller 362 Tiroler Feuerwehren verantwortlich.

Nachdem bei der UEFA Europameisterschaft 2008 Innsbruck einer der Austragungsorte ist, sind an Spieltagen bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Im Anschluss an die Europameisterschaft kommt es zu einer vollständigen Umstellung der Alarmierung auf das vom Land Tirol betriebene Warn- und Alarmsystem. Ab September werden alle Einsatzstellen der Tiroler Wasserrettung durch die Leitstelle Tirol alarmiert und disponiert.

2010

Gleich zu Beginn des Jahres gibt es eine Änderung in der Eigentümerstruktur der Leitstelle Tirol: Die Stadt Innsrbcuk überträgt ihre 26% Eigentumsanteile an das Land Tirol. Somit ist die Leitstelle Tirol ab diesem Zeitpunkt eine 100%ige Tochtergesellschaft des Landes Tirol. Im Juli wird die Höhlenrettung Tirol neuer Systempartner der Leitstelle Tirol und wird ab sofort von Innsbruck aus alarmiert.

2011

Der Ärztenotruf 141 wird vom Land Tirol an die Ärztekammer Tirol vergeben. Die Leitstelle Tirol wird mit der technischen Umsetzung einer Weitervermittlung der Anrufer beauftragt. Ab sofort gelangt man nach Wählen der 141 in ein Sprachmenü und gibt seine Postleitzahl ein, um zum diensthabenden Arzt verbunden zu werden. Mit Inkrafttreten des neuen Rettungsdienst-Vertrages zwischen Land Tirol und der Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH gibt es auch für die Leitstelle Tirol Änderungen. Die Disposition der Systempartner wird in 4 Fachbereiche unterteilt: Notrufcenter, Krankentransport, Notfallrettung, Feuerwehr & technische Rettung. Neu ist das Team Krankentransport, in dem die effiziente und durch das Gesetz vorgegebene kostensenkende Planung des qualifizierten Krankentransports für das gesamte Bundesland erfolgt.

Im weiteren Verlauf des Jahres erfolgt die Übernahme des Notrufs 144 aus den Bezirken Imst, Reutte, Landeck und Kitzbühel. Mit Ende 2011 ist die Leitstelle Tirol somit auch für die Disposition und Alarmierung des bodengebundenen Rettungsdienstes sowie die Disposition des Krankentransportes für das gesamte Bundesland Tirol mit Ausnahme der Bezirke Lienz und Schwaz verantwortlich.

2012

Im März erfolgt die Anschaltung des Notrufbereiches Schwaz und am 30. November 2012 des Notrufbereiches Lienz. Außerdem wird die Grubenwehr Silberberg Tirol neuer Systempartner. Ab 30. November 2012 werden somit alle Tiroler Blaulichtorganisationen (mit Ausnahme der Polizei) in Nord- und Osttirol von der Leitstelle Tirol betreut.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Unternehmen/Fakten abgerufen am 3. Jänner 2013
  2. Leitstelle Tirol - Einsatzkoordination abgerufen am 04. Februar 2013
  3. Standort bei Googlemaps