Lenk von Wolfsberg

Wappen der Freiherren Lenk von Wolfsberg

Lenk von Wolfsberg ist ein österreichisches Adelsgeschlecht. Die Familie wurde am 9. Juli 1801 in den erbländisch-österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat „von Wolfsberg“ erhoben, am 20. September 1829 erfolgte die Erhebung in den österreichischen Freiherrenstand. Aus der Familie kamen mehrere bedeutende Vertreter hervor, die im kaiserlich-königlichen Heer tätig waren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die deutschstämmige Familie mit dem Namen Lenck lebte früher im Wittingau im Kronland Böhmen. Etwas länger als 100 Jahre dauerte der Aufstieg der Familie zu großem Ansehen bis zu ihrem Erlöschen.

Joseph Lenk von Wolfsberg

Dem k. k. Hauptmann der 4. Garnisonartillerie Joseph Lenck (* 1. August 1739; † 2. Dezember 1817), verheiratet 1764 in Platz/Wittingau mit Anna Maria Paciver (* 1745; † 1794),[1][2] wurde wegen 48-jähriger Dienstleistung laut Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz II. der Adelsstand mit dem Namen „Lenk von Wolfsberg“ verliehen.[3][4]

Jakob Lenk von Wolfsberg

Josephs Sohn Philipp Jakob Lenk von Wolfsberg (1766–1837) war ein Artillerie-Offizier im kaiserlichen Heer auch während der napoleonischen Kriege und beteiligte sich maßgebend an vielen Schlachten gegen die Franzosen.[5] Am 20. September 1829 wurde er laut Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz I. in den Freiherrenstand erhoben.[6]

Er heiratete zum ersten Mal 1804 Wilhelmine Carlotta Scholl (1781-1813). Aus dieser Ehe entspross Sohn (Nikolaus) Wilhelm, der spätere k. k. Feldzeugmeister.[7]

FZM Wilhelm Freiherr Lenk von Wolfsberg

Aus seiner zweiten Ehe mit Franziska (1800-1882) Anno 1820 stammte Sohn August Lenk von Wolfsberg, der die Diplomatenlaufbahn beschritt.[8]

Wilhelm Lenk von Wolfsberg

Jakobs Sohn Nikolaus Wilhelm Lenk Freiherr von Wolfsberg (1809–1894) trat gleichfalls in den k. k. Militärdienst ein. Er war Offizier und technischer Chemiker. Wilhelm beschäftigte sich mit der Verbesserung der Schießbaumwolle, worauf er im Jahre 1864 ein Patent erhielt. Weiters befehligte er im kaiserlichen Heer und beendete seine Karriere als Feldzeugmeister. Im Laufe seiner Karriere wurde er mehrmals mit Orden dekoriert.[9][10]

1833 heiratete er Eveline Aloisia Schreher (1810-1871). Aus dieser Verbindung gingen die Söhne Rudolf und Eugen sowie drei Töchter hervor.[11]

August Lenk von Wolfsberg

August Lenk von Wolfsberg (1820-1889) war ein österreichischer Diplomat, Sohn aus zweiter Ehe des Freiherren Jakob Lenk von Wolfsberg.

Seine Karriere begann 1848 als k. k. Generalkonsulats-Kanzler in Beirut und führte ihn über viele Stationen bis zu seiner letzten als k. u. k. Generalkonsul in Marseille 1883.

Er war zweimal verheiratet, ohne männliche Nachfolger.

August führte keinen Freiherrentitel. Der Grund hierfür ist nicht bekannt.

Rudolf und Eugen Lenk von Wolfsberg

FML Rudolf Freiherr Lenk von Wolfsberg 1866
Eugen Freiherr Lenk von Wolfsberg 1866

Von Wilhelms beiden Söhnen beschritt der ältere, Rudolf Freiherr Lenk von Wolfsberg (1834-1907), ebenfalls die militärische Laufbahn und brachte es bis zum Feldmarschalleutnant.[12]

Seine Ehen mit Hemma Edle von Josch (1844-1867) und Paula Freiin Wittenbach von Rotten- und Thurnstein (1849-1918) blieben kinderlos.

Eugen Freiherr Lenk von Wolfsberg (* 26. Juli 1836 in Mainz; † 12. Februar 1905 Baden bei Wien) begann ebenfalls eine militärische Karriere, schied aber als Leutnant der Artillerie aus. Er heiratete 1862 Emma Giseke. Anschließend betätigte er sich im kaufmännischen Bereich in den Leonischen Werken Cornides & Kühmayer AG zu St. Veit an der Triesting. Dort wurde auch sein einziges Kind, Gustav (1862-1946), geboren, verheiratet 1897 mit Fiametta Brosch Edle von Aarenau, mit der er zwei Töchter hatte.

Somit gab es in der Familie keine männlichen Nachfolger.[13]

Wappen

Wappen der Ritter Lenk von Wolfsberg

Blasonierung von 1801: Geteilt; oben in Rot ein gebogener, gold-geränderter, geharnischter rechter Arm mit Schwert, unten in Blau auf grünem Dreiberg ein natürlicher Wolf. - Helm mit dem geharnischten Arm aus dem Schild. - Decken: blau-silber.[14]

Blasonierung von 1829: Schild wie 1801. Freiherrnkrone und 3 gekrönte Helme mit rechts rot-silbernen, links blau-silbernen Decken; auf dem rechten der Arm des Schildes; auf dem rechten der Arm des Schildes, auf dem mittleren ein schwarzer Adler, auf dem linken drei silber-blau-silberne Straußenfedern. Schildhalter: Zwei goldene Löwen.[15]

Epilog

Die Familie der Freiherren Lenk von Wolfsberg ist vermutlich im Mannesstamm erloschen, doch fließt ihr Blut über die weiblichen Nachfahren in vielen Familien weiter, so z. B. der Mayerhoffer von Vedropolje, von Zwehl, Ritter von Polzer, Freiherren Putz von Rolsberg, Freiherren von Sobeck-Skal und Kornitz, Freiherren von Waldstätten, Grafen Wassilko von Serecki, u. a.[16][17]

Einzelnachweise

  1. Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Familie Putz von Rolsberg
  2. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1913, 1941
  3. CoResNo.com | Collegium Res Nobilis Austriae
  4. Constant von Wurzbach: Lenk von Wolfsberg, Jacob Freiherr, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 14. Teil. Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 361
  5. Constant von Wurzbach: Lenk von Wolfsberg, Jacob Freiherr, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 14. Teil. Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 361–362
  6. "Seine k. k. Majestät haben den Major im Bombardier-Korps und Marien-Theresien-Ordens-Ritter Jakob Lenk von Wolfsberg in Rücksicht seiner vieljährigen und ausgezeichneten Militär-Dienstleistungen den Freiherrnstand des österreichischen Kaiserstaates allergnädigst taxfrei zu verleihen geruhet." Prager Zeitung vom 3. November 1829
  7. Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Familie Putz von Rolsberg, Tannheim 1951
  8. Adler MBC II. Band, (1885–1890)
  9. Egger: Lenk von Wolfsberg, Wilhelm. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 136.
  10. Constant von Wurzbach: Lenk von Wolfsberg, Jacob Freiherr, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 14. Teil. Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 362–363
  11. Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Familie Putz von Rolsberg, Tannheim 1951
  12. Lenk von Wolfsberg. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 136.
  13. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1913, 1941, F-L
  14. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1913, 1941.
  15. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1913, 1941.
  16. Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Familie Putz von Rolsberg, Tannheim 1951
  17. Familienarchiv der Freiherren Putz von Rolsberg

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1913, 1941.
  • Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Gothaisches Genealogisches Taschenbuch Familie Putz von Rolsberg, Tannheim 1951
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1888
  • Meyers → 18. Band: Jahres-Supplement 1890[…] → Hauptstück: Seite 0578, von Leimbach bis Lenk von Wolfsberg
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 405.,
  • Franz Sales Kandler, Ehrenspiegel der k. k. österreichischen Armee, Verlag Carl Gerold, Wien 1831, S. 104, 289
  • Egger: Lenk von Wolfsberg, Rudolf und Wilhelm. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 136.
  • Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes, 1853, 1856, 1867, Teil 1, 1871
  • Constant von Wurzbach: Lenk von Wolfsberg, Jacob Freiherr, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 14. Teil. Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 361-363 (Digitalisat)
  • Adler MBC II. Band, (1885-1890)
  • Das Vaterland, Zeitung für die Österreichische Monarchie vom 20. Oktober 1894 (Digitalisat ANNO)
  • Hof- u. Staatshandbuch des Kgr. Bayern, München 1867
  • Nachrichten über Industrie, Handel und Verkehr, Band 12, Wien 1877
  • Militärschematismus des österreichischen Kaiserthumes, k. k. Hof- und Staats-Druckerey, Wien 1837, S. 346
  • Streffleurs Österreichische Militärische Zeitschrift VII. Jahrgang, 3. Band, VIII. Heft, Verlag Carl Gerold's Sohn, Wien 1866, S. 193

Weblinks

 Commons: Lenk von Wolfsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien