Leo Ascher

Leo Ascher (* 17. August 1880 in Wien; † 25. Februar 1942 in New York) war ein österreichischer Komponist und Jurist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Leo Ascher, Sohn eines Schirmfabrikanten, studierte Klavier am Konservatorium für Musik in Wien bei Hugo Reinhold und Louis Thern, Komposition bei Robert Fuchs und Franz Schmidt. Außerdem studierte er Recht und promovierte 1904 an der Universität Wien zum Doktor der Rechte. Seine erste Operette Vergelt 's Gott wurde 1905 uraufgeführt. Von 1905 bis 1932 komponierte er über 30 Operetten.

1909/1910 war Ascher gemeinsam mit Béla Laszky musikalischer Leiter des Kabarett Fledermaus. [1] In den 1920er Jahren begann Ascher Volkslieder und Filmmusik zu schreiben. Nachdem er in der Reichskristallnacht verhaftet wurde, emigrierte nach seiner Entlassung noch im Jahr 1938 über Frankreich und England nach New York, wo er seit 1939 mit seiner Frau und Tochter als Jurist für Urheberrechtsangelegenheiten lebte. Obwohl seine Werke auch unter den Nationalsozialisten aufgeführt wurden, erhielt er dafür keine Tantiemen. So lebte er in den letzten Lebensjahren in ärmlichen Verhältnissen. Verfasst hat er in dieser Zeit patriotische Lieder und Unterrichtsliteratur für Kinder.[2]

Er ist der Vater der Schriftstellerin Franzi Ascher.

Sein künstlerische Nachlass wird im Leo Ascher Centre of Operetta Music in der Millersville University of Pennsylvania aufbewahrt. Briefe, Bilder, Manuskripte und Notendrucke sind dort gut aufgearbeitet.

Werke

Leo Ascher komponierte Operetten, Wienerlieder, Chansons in mehreren Sprachen und Filmmusik.

Operetten

Postkarte zur Operette „Bruder Leichtsinn“, 1917
  • Vergeltsgott (1905), T: Victor Léon (14. Oktober 1905, Theater an der Wien, Wien)
  • Die Grüne Redoute (26. März 1908, Danzers Orpheum, Wien)
  • Die arme Lori (1909)
  • Belagerungszustand (1909), T: August Neidhardt
  • Vindobona, du herrliche Stadt (22. Juli 1910, Venedig in Wien, Wien)
  • Der fromme Silvanus (3. November 1910, Kabarett Fledermaus, Wien), T: Beda-Löhner
  • Rampsenit (1910), T: Beda-Löhner
  • Das Salonfräulein (1910), T: Beda-Löhner
  • Die keusche Suzanne (1910), T: Beda-Löhner
  • Das goldene Strumpfband (1. Mai 1911, Ronacher Etablissement, Wien)
  • Der Lockvogel (1912)
  • Hoheit tanzt Walzer (24. Februar 1912, Raimund Theater, Wien), T: Julius Brammer und Alfred Grünwald
  • Die goldene Hanna (4. Januar 1914, Apollo Theater, Wien)
  • Was tut man nicht aus Liebe (17. Dezember 1914, Ronacher Etablissement, Wien), T: Felix Dörmann
  • Botschafterin Leni (19. Februar 1915, Theater in der Josefstadt, Wien)
  • Die schöne Komödiantin (1916)
  • Der Soldat der Marie (1916, Berlin)
  • Bruder Leichtsinn (28. Dezember 1917, Bürgertheater, Wien), T: Julius Brammer, Alfred Grünwald
  • Egon und seine Frauen (1917)
  • Was Mädchen träumen (1919), T: Leopold Jacobson, Robert Bodanzky
  • Der Künstlerpreis (1919), T: Rudolf Oesterreicher, Julius Horst
  • Prinzessin Friedl (1920)
  • Baronesschen Sarah (1920), T: August Neidhardt
  • Zwölf Uhr Nachts (1920)
  • Ein Jahr ohne Liebe (1923), T: Ludwig Hirschfeld, Alfred Deutsch-German
  • Sonja (1925), T: Rudolf Presber ; Leo Walther Stein
  • Das Amorettenhaus (1926), T: Bruno Hardt, Max Steiner-Kaiser
  • Ich hab dich lieb (1926), T: Wilhelm Sterk
  • Ninon am Scheideweg (1926), T: August Neidhart, Arthur Rebner
  • La Barberina (1928), T: Viktor Léon
  • Der König vom Moulin Rouge (1929), T: Julius Wilhelm, Peter Herz
  • Frühling im Wienerwald (1930), T: Beda-Löhner, Fritz Lunzer
  • Bravo Peggy (1932), T: Wilhelm Lichtenberg, Armin Robinson, Theodor Waldau
  • Um ein bisschen Liebe (1936), T: Rudolph Lothar, Peter Herz

Lieder und Chansons

Filme

Ehrungen

  • 1955: Aschergasse in Wien-Hietzing (13. Bezirk)

Literatur

  • Sabine Vernik-Eibl: "Leben und Werk der Komponisten Georg Jarno und Leo Ascher. Ihre Bedeutung für die Wiener Operette in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit einer Analyse von DIE FÖRSTER-CHRISTL und HOHEIT TANZT WALZER." Dissertation Universität Wien, 2011.Volltext online abgerufen am 1. November 2012.
  • Leo Ascher Papers [3]
  • "Sag beim Abschied..." Wiener Publikumslieblinge in Bild und Ton von Robert Dachs, Ausstellung im Historischen Museum der Stadt Wien 1992. Leo Ascher war darin eine eigene Abteilung gewidmet.
  • Michael Buhrs, Barbara Lesák, Thomas Trabitsch (Hgg.): Fledermaus-Kabarett: 1907 bis 1913; ein Gesamtkunstwerk der Wiener Werkstätte; Literatur, Musik, Tanz; (anlässlich der Ausstellung Kabarett Fledermaus 1907 - 1913; Museum Villa Stuck, München, 18. Oktober 2007 - 27. Januar 2008, Österreichisches Theatermuseum, Wien, 28. Februar - 8. Juni 2008); Mit Beitr. von Andrea Amort, Claudia Feigl, Peter Jelavich, Barbara Lesák, Heinz Lunzer und Victoria Lunzer-Talos, Herta Neiß, Gerd Pichler, Georg Wacks - Wien: Brandstätter, 2007; ISBN 978-3-85033-082-4

Einzelnachweise

  1. Armin Berg Gesellschaft In blauem Mondschein - Ein Streifzug durch das Programm des Kabaretts "Die Fledermaus", PDF 1,12MB.
  2. R. Wiesinger: Ascher, Leo In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage. (online) (kostenpflichtige Registrierung notwendig)
  3. Helen A. Ganser Library, Millersville University Leo Ascher Papers, 1893-1980.

Weblinks