Leopold Freiherr von Edelsheim-Gyulai

Leopold Freiherr von Edelsheim, Lithographie von Eduard Kaiser, 1859
General Leopold Baron Edelsheim-Gyulai

Leopold Wilhelm Freiherr von Edelsheim, seit 1866 Freiherr von Edelsheim-Gyulai [sprich djú-lai] und seit 1882 Baron Edelsheim-Gyulai (* 10. Mai 1826 in Karlsruhe; † 27. März 1893 in Budapest) war ein k. u. k. österreich-ungarischer General der Kavallerie.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Dem reichsfreiherrlichen Geschlecht von Edelsheim entstammend, war Leopold von Edelsheim ein Sohn von Freiherr Wilhelm von Edelsheim (* 1774; † 1840), der großherzoglich badischer Wirklicher Geheimer Rat, Oberstkammerherr und Oberzeremonienmeister war, und der Friederike geb. Freiin von Gemmingen (* 1803; † 1866), als Witwe großherzoglich badische Oberhofmeisterin.[1]

Berufliches Wirken

Sechzehnjährig trat Edelsheim-Gyulai in die österreichische Armee ein und brachte es in 9 Jahren vom Kadetten zum Oberst.[1] Leopold von Edelsheim kämpfte 1848-49 in Italien und Ungarn, 1859 in Italien gegen die Franzosen und 1866 in Böhmen gegen Preußen.[2] Als Oberst und Kommandant des Husaren-Regiments Nr. 10 wurde er am 17. Oktober 1859 Ritter des Militär-Maria-Theresia-Ordens.[3] Am 25. September 1866 wurde er zum Feldmarschalllieutenant befördert und erhielt zwei Monate später das Kommando über die 1. Kavalleriedivision. Am 5. Dezember 1867 Inhaber des Husaren-Regimentes Nr. 4, am 28. Januar 1869 General-Kavallerieinspektor und erhielt am 19. April 1873 die Würde eines Geheimen Rats. Am 28. Januar 1874 erfolgte seine Ernennung zum General der Kavallerie gleichzeitig mit der eines kommandierenden Generals in Ofen-Pest. Von 1875 bis 1886 war Edelsheim Höchstkommandierender in Ungarn.[4] Nachdem er am 29. September 1875 durch die Verleihung des Ordens der Eisernen Krone 1. Klasse ausgezeichnet worden war, wurde er am 1. Januar 1883 infolge der neuen Organisation Kommandant des IV. Armeecorps und kommandierender General in Budapest, in welcher Verwendung er noch bis zum 1. August 1886 aktiv diente. An diesem Tag trat er, infolge eines Konfliktes wegen Bekränzung der Gräber der Bezwinger Ofens im Jahre 1849, in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tod am 27. März 1893 in der ungarischen Hauptstadt.[5]

Familie

1866 hatte ihn sein kinderloser Vetter adoptiert, der Feldzeugmeister Ferencz Graf Gyulai de Marosnémeth et Nádaska (* 1798; † 1868), worauf am 12. November 1866 die königlich ungarische Namensvereinigung „Edelsheim-Gyulai“ erfolgte.[6] Leopold Freiherr von Edelsheim erhielt außerdem am 4. Januar 1882 in Wien das ungarische Baronat als „Edelsheim-Gyulai“.[7] Verheiratet war er mit der Schauspielerin Friederike Kronau (* 1841; † 1918),[8] späteren Fürstin Lobkowitz,[9] einer unehelichen Tochter der Schauspielerin Johanette Friederike Cronau.[1] Der Ehe entstammte der Sohn Dr. jur. Leopold Josef (Lipót József) (* 1863; † 1928), erbliches Mitglied des ungarischen Oberhauses, der seit 1886 mit der Prinzessin Irma Odescalchi de Szerém (*1863; † 1924) verheiratet war und 1906 in Wien den ungarischen Grafenstand mit dem Zusatz „von Marosnémeth und Nádaska“[6]erhielt.[10]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Nikolaus von PreradovichEdelsheim-Gyulai, Leopold Freiherr von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, S. 309 (Digitalisat).
  2. Kleines Konversations-Lexikon: Edelsheim-Gyulai
  3. Militär Maria-Theresien-Orden 1859-1914
  4. Kleines Konversations-Lexikon: Edelsheim-Gyulai
  5. Oscar Criste: Edelsheim-Gyulai, Leopold Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 48, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 265–267.
  6. a b Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band III, Band 61 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag Limburg/Lahn 1975, S. 81
  7. Gyulay de Marosnémeth et Nádaska family
  8. Meyers Großes Konversations-Lexikon: Edelsheim
  9. Futter: Kronau, Friederike. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 290.
  10. Edelsheim-Gyulai family