Leopold Mitterbauer

Leopold Mitterbauer (* 3. November 1912 in Laakirchen bei Gmunden; † 29. Juli 1971 in Lanzersdorf) [1] war als Österreicher ein nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter (NSDAP).

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Volksschule und der Bürgerschule absolvierte Mitterbauer eine dreijährige Lehre als Elektriker. Anschließend war er ein Jahr als technischer Zeichner tätig, um schließlich drei Monate als Arbeiter in Belfort zu arbeiten. Von 1932 bis Januar 1933 war er arbeitslos. Anschließend arbeitete er von 1933 bis Juli 1934 als selbständiger Kaufmann (Benzin und Öl). Nach dem gescheiterten nationalsozialistischen Putsch gegen die österreichische Regierung Dollfuss und des Verdachts der Täterschaft an der Ermordung des Gendarmen Josef Lukesch wurde Mitterbauer verhaftet und wegen Hochverrats zu lebenslangem verschärften Kerker verurteilt. Am 18. Februar 1938 wurde er schließlich amnestiert.

Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich wurde Mitterbauer im Mai 1938 Reichstagsabgeordneter im nationalsozialistischen Reichstag, zudem war er hauptamtlicher Gaupersonalamtsleiter bei der Gauleitung Oberdonau in Linz sowie Blutordensträger und Obersturmbannführer; für die Haft zwischen 1934-1938 wurde er materiell mit 7.000.- RM entschädigt. Leopold Mitterbauer, der schon 1934 als fanatischer Nationalsozialist geschildert wurde, war auch verdächtigt, am 15. März 1938 an der Ermordung des Linzer Polizeipräsidenten Dr. Victor Benz sowie des Leiters der Strafanstalt Garsten Dr. Bernegger beteiligt gewesen zu sein. Ein Vorerhebungsverfahren ist nach dem 2. Weltkrieg in dieser Strafsache gegenüber vier Personen (Heinz Weidner, Karl Eberhardt, Alfred Neuwirth, Leopold Mitterbauer) eingeleitet worden. Während des NS-Zeit war Mitterbauer auch Generaldirektor bei mehreren Tuchfabriken in Prosniz, Tschechoslowakei. Wegen der Verschiebung von Stoffen wurde er nach der Kriegswirtschafts VO angeklagt und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt; er ging dabei seiner Stellung in der NSDAP verlustig. Ab 1943 war er in Bernau am Chiemsee inhaftiert, kam 1945 in das Kriegsgefangenenlager Glasenbach und konnte erreichen, dass er bei den Amerikanern (C.I.C.) als Fahrer angestellt wurde. Deswegen war es auch schwierig, ihn nach dem Krieg zu vernehmen. Gegen ihn wurde aber am 23. April 1947 vom Landesgericht Linz ein Haftbefehl ausgestellt. Die nach dem Krieg wieder aufgenommenen Verfahren (wg. des Verdachts der Ermordung des Gendarmen Lukesch und des Linzer Polizeidirektors Dr. Benz) sind offensichtlich im Sande verlaufen. [2] [3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Geburtenbucheintrag des Pfarramtes Laakirchen: röm 11, 152, Nr 100.
  2. Oberösterreichisches Landesarchiv, Sondergerichte Linz, VgVr 1947, Zl 2377-2392, Karton Nr. 246
  3. Österreichisches Staatsarchiv: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs, 2000, S. 311.