Leopold Nagel

Leopold Nagel (* 1. September 1818 in Horn, Niederösterreich; † 18. Dezember 1895 in Klagenfurt) war Bürgermeister von Klagenfurt.

Leopold Nagel entstammte einem alten Klagenfurter Handelshaus und übernahm nach dem Tod des Vaters dessen Betrieb und die Handlung „Zur blauen Kugel“ am Alten Platz. 1860 zog er sich nach Verkauf aller Unternehmungen ins Privatleben zurück und widmete sich dem Wohle der Gemeinde. 1863 wurde er Gemeinderat und Vizebürgermeister und von 1865 bis 1870 Bürgermeister.

Am Tage seiner Wahl wurde das „Hotel Europa“ eröffnet (Kardinalplatz 8), das der kulturelle Mittelpunkt der Stadt wurde. Am 23. Dezember 1865 forderte er vom Land die Rückgabe aller Entitäten, d.h. aller von den Landständen im Laufe der Zeit im öffentlichen Interesse errichteten Bauten. Auf Grund eines Vertrages mit dem Land gingen demnach die Wasserleitung, die öffentlichen Brunnen, die Denkmäler, Graben und Wälle, das Feuerwehrdepot und das Theater in das Eigentum der Stadt über. 1866 wurde der Bau der evangelischen Kirche vollendet und die erste „Freiwillige Rettungsgesellschaft“ in der Monarchie gegründet. 1867 wurde in Klagenfurt die Prügelstrafe verboten.

Im Fasching 1870 ereignete sich ein tragisches Unglück: durch Schneelast wurde das Dach der Waschhütte am Feuerbach eingedrückt, drei tote Wäscherinnen waren zu beklagen. Der Bürgermeister wurde beschuldigt, keine ausreichende Vorsorge für die Schneeräumung von Dächern und Straßen sowie die Streuung der Wege getroffen zu haben und musste daraufhin zurücktreten.

1881 wurde Nagel noch Landtagsabgeordneter und bis 1884 Landesfinanzreferent. Der zum Kaiserlichen Rat ernannte Leopold Nagel legte 1885 alle öffentlichen und Ehrenämter nieder und blieb nur noch Mitglied des Junggesellenbundes „Die Zwanglosen“. Er verstarb 1895.

Quelle

  • Gotbert Moro: Die Landeshauptstadt Klagenfurt. Aus ihrer Vergangenheit und Gegenwart, Klagenfurt 1970


Vorgänger Amt Nachfolger
Gabriel von Jessernig Bürgermeister von Klagenfurt
18651870
Gabriel von Jessernig