Leopold Weininger

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Leopold Weininger (* 1854; † 1. April 1922) war ein österreichischer Goldschmied. Er war der Vater des Philosophen Otto Weininger.

Familie

Weininger stammte aus einer bürgerlich-jüdischen Familie in Wien, war wohlhabend, wohlassimiliert und germanophil. Er verehrte die Musik Richard Wagners. Seine Ehefrau Adelheid Weininger starb mit 55 Jahren an Tuberkulose. Zwei ihrer gemeinsamen sechs Kinder starben vor ihrem 18. Lebensjahr. Ein weiterer Sohn, Otto Weininger, beging im Alter von 23 Jahren Suizid. Ein jüngerer Sohn, Richard Weininger, starb hochbetagt auf seinem Landsitz bei New York.

Arbeit

Weiningers Arbeiten umfassten Gold-, Silber- und Juwelenarbeiten. 1909 wurde er im Branchenverzeichnis der Meisterlisten als Spezialist für Email- und Antik-Imitationen aufgeführt.

Emil Lucka, ein Freund Otto Weiningers, beschrieb Leopold Weiningers Arbeit nach dessen Tod 1922 in der Zeitung Neue Freie Presse wie folgt:

„Er ist der letzte aus dem Geschlecht der großen Goldschmiede, aus der Sippe des Benvenuto Cellini. In England, Frankreich, Italien, Russland, Amerika ist seine Arbeit gesucht und geschätzt worden, vieles steht in Museen, anderes in den Häusern der Reichen. Die Gebilde seiner Kunst, die aus Gold, Platin, Lapislazuli, Bergkristall, leuchtenden Schmucksteinen aller Art, Email und anderem Schönen und Seltenen zusammengewachsen waren, sind unmodern und wollten unmodern sein. Nur einmal hat er mir die Statuette einer sitzenden Kirke gezeigt – aus Elfenbein mit einem topasenen Mantel –, ein Kunstwerk, das er selbst als „modern“ bezeichnet hat; alles andere jedoch, Pokale, kunstvolle Uhren, die Bilder des Tierkreises auf kristallener Umrahmung trugen, Schatullen, Dosen und was es sonst sein mochte, alles von ihm erfunden, entworfen und ausgestaltet, wies die Stilarten, die von der Renaissance herkommen, bis etwa zu Ludwig XVI. Fast niemals erzählte der Mann, der doch viel zu erzählen gehabt hätte, der Jahr um Jahr in Paris, London und Italien gewesen war, der oft in die Ferne gerufen wurde, nur um als Sachkundiger einen Gegenstand seltener Kunst zu sehen und abzuschätzen.“

Grabschrift für den Sohn

Für Luckas Buch Otto Weininger – Sein Werk und seine Persönlichkeit (1905) verfasste Leopold Weininger ein Nachwort mit dem Titel Erklärung und Berichtigung. Nach dem Selbstmord dieses Sohnes verfasste der Vater eine Grabinschrift:

„Dieser Stein schliesst die Ruhestätte eines Jünglings, dessen Geist hiernieden nimmer Ruhe fand. Und als er die Offenbarungen desselben und die seiner Seele kundgegeben hatte, litt es ihn nicht mehr unter den Lebenden. Er suchte den Todesbezirk eines Allergrössten im Wiener Schwarzspanierhause und vernichtete dort seine Leiblichkeit.“

Über das Begräbnis berichtete Emil Lucka:

„Deutlich sehe ich ihn, wie er – das ist nun bald zwanzig Jahre her – am offenen Grab seines ältesten Sohnes nicht mit gebeugtem Kopf, sondern regungslos dem Geistlichen ins Gesicht schaute, der das Vaterunser sprach. Jenes Begräbnis ist reich an Aufregungen gewesen, aber ohne nach rechts oder nach links zu blicken, stand der Mann wie eine Statue. Er hat nicht geweint, damals nicht, aber ich glaube, daß er noch tiefer, noch krampfhafter, noch selbstquälerischer in sich hineingewühlt hat, bis zu dem ganz Verschlossenen, Grauenhaften, das in ihm gewesen sein muß, das ich aber nicht zu deuten weiß. In jenen Tagen habe ich ihn häufig besucht, ich empfand eine gewisse scheue Verehrung für ihn, und es schien mir, daß ihm meine Besuche willkommen waren. Damals zeigte er mir mit einem schmerzlichen Lächeln, wie es manchmal über sein Gesicht ging, das abgewetzte Lederfutteral eines Augenglases – das hatte ihm Otto am Tage seines Selbstmordes in die Hand gegeben. Erst jetzt wußte der Vater die Gabe zu deuten.“