Light for the World

Die Läufer Henry Wanyoike und Joseph Kibuna bei der Licht für die Welt-Benefizveranstaltung Vienna Night Run 2009

Light for the World ist ein europäischer Fachverband zugunsten augenkranker, blinder und anders behinderter Menschen in Entwicklungsländern. In 171 Hilfsprojekten[1] in Afrika, Asien und Lateinamerika setzt sich Light for the World gemeinsam mit lokalen Partnern für die Chancen und Rechte behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen in besonders benachteiligten Regionen der Welt ein, ohne Berücksichtigung von Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht oder Religion.

Inhaltsverzeichnis

Vereinsstruktur

Light for the World umfasst seit dem 1. April 2011 vier Mitgliedsorganisationen[2] :

  • Licht für die Welt - Christoffel Entwicklungszusammenarbeit (Österreich)
  • Světlo pro Svět (Tschechien)
  • Licht voor de Wereld - Lumiére pour le monde (Belgien)
  • Light for the World (Niederlande)

Es handelt sich hierbei um gleichberechtigte Schwesternvereine mit eigenen Geschäftsführungen.

Die Konföderation Light for the World wurde im Dezember 2008 von Licht für die Welt, Svtělo pro Svět und Licht voor de Wereld gegründet, um eine intensivere Zusammenarbeit der Schwesternvereine zu erzielen. Dabei wolle man „mit flexiblen, unbürokratischen Entscheidungsstrukturen [...] Synergien für unsere Arbeit nutzbar machen.“ (Tätigkeitsbericht 2008/09).

Im Jahr 2008 betrug das Budget von Light for the World 12,62 Millionen Euro, davon stammen 76,24 % aus Spendenerlöse und 8,87 % aus öffentliche Projektförderungen, insbesondere vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten und der Europäischen Union, der Rest stammt unter anderem aus Vermächtnissen. 2008 erreichte die Hilfsorganisation 600.000 Menschen in den Projekten.

Im Frühjahr 2008 startete Licht für die Welt das erste österreichische Patenschaftsprogramm ausschließlich für behinderte Kinder in Afrika. Mit 25 Euro pro Monat ermöglichen Paten Kindern mit Behinderung Zugang zu Rehabilitation und geben ihnen so die Möglichkeit, ein eigenständiges Leben zu führen und alltägliche Fertigkeiten wie sitzen, gehen und sprechen zu lernen.

2009 wurde eine länderübergreifende Abteilung zur Koordination von internationalen Expertinnen und Experten (Unit of Programme Support and International Advocacy) gegründet. Sie kümmert sich um anwaltschaftliche Arbeit für die Rechte von Menschen mit Behinderungen die Etablierung einer nachhaltigen Entwicklungspolitik auf europäischer und internationaler Ebene.

Am 21. Februar 2011 unterzeichneten die Geschäftsführer von Licht für die Welt, Světlo pro Svět, Lumiére pour le monde und Dark & Light ein Abkommen, mit dem letztere Organisation dem Verband beitrat und in Light for the World umbenannt wurde. Dieser Schritt wurde mit dem 1. April 2011 vollzogen.[3]

Gründungen der einzelnen nationalen Organisationen

Die österreichische Licht für die Welt wurde 1988 in Wien mit dem Vereinsnamen Christoffel-Blindenmission als österreichisches Mitglied von CBM International gegründet. 1996 begann die österreichische Regierung, mit der CBM innerhalb des Programmes der österreichischen Entwicklungshilfe zusammenzuarbeiten. 2004 wurde die Organisation in Licht für die Welt – Christoffel-Entwicklungszusammenarbeit umbenannt und Bundespräsident Dr. Heinz Fischer übernahm die Schirmherrschaft.

Licht für die Welt in Belgien wurde 1997 unter dem Namen Christian Blind Mission Belgium gegründet und war ursprünglich ebenfalls Mitglied der CBMI. Ende 2008 löste man sich von der CBMI, gab sich den Namen Licht voor de Wereld/Lumiére pour le monde und wurde Mitglied der Konföderation Light for the World.

Světlo pro Svět wurde 2007 in Tschechien gegründet.

Die niederländische Stichting Dark & Light wurde 1982 als Familienunternehmen gegründet und entwickelte sich in den folgenden zwanzig Jahren zu dem größten Hilfswerk der Niederlande.

Schwerpunkte der Arbeit

Arbeitsschwerpunkte sind die Prävention und Heilung von Blindheit, die Rehabilitation von blinden und anders behinderten Menschen, die Prävention von Behinderung und die Stärkung der Rechte von behinderten Menschen. Schwerpunktländer sind Äthiopien, Mosambik, Burkina Faso, Südsudan, Pakistan, Bolivien und Indien.[4]

In den 169 Projekten, die Light for the World im Jahr 2010 in 23 Ländern unterstützt hat, wurden insgesamt 700.000 Menschen untersucht, behandelt, ausgebildet oder operiert, darunter über 40.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt und 19.000 Kinder mit Behinderungen gefördert und rehabilitiert.[5]

Sonstiges

Licht für die Welt Österreich ist Träger des Österreichischen Spendengütesiegels. Die Organisation arbeitet stark vernetzt und ist Mitglied der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ), der Globalen Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe, der Interessensgemeinschaft Österreichischer Gemeinnütziger Vereine (IÖGV), des International Disability and Development Consortium (IDDC) sowie der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB).

Trivia

Als „Botschafter des Guten Willens“ engagiert sich seit 2001 die österreichische Schauspielerin, Moderatorin und Autorin Chris Lohner für „Licht für die Welt“.

Der ÖBB Intercity 746 von Wien nach Salzburg führt den Namen „Licht für die Welt“.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Projektliste auf light-for-the-world.org
  2. Light for the World welcomes Dark & Light auf light-for-the-world.org - Aufgerufen am 24. Februar 2011
  3. Dark & Light joins LIGHT FOR THE WORLD auf darkandlight.eu - Aufgerufen am 1. April 2011
  4. Where we are auf light-for-the-world.org
  5. Tätigkeitsbericht 2010/11