Linzer Sport-Club

Der Linzer Sport-Club (LSC), auch Linzer Sportklub war der erste Fußballverein in Linz. Er wurde im Jahre 1908 unter Mithilfe prominenter Fußballer aus Wien gegründet und bestand bis zu seiner Auflösung im Ersten Weltkrieg. Die meisten Spieler traten danach im Februar 1919 in die neue Fußballabteilung des Athletiksportclubs Siegfried (heute LASK Linz) ein.

Geschichte

Die Gründung des Linzer Sport-Club ist Ernst Wengraf zu verdanken, einem Wiener Fußballliebhaber, der sich auch unter anderem für die Gründung des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes einsetzte. Gemeinsam mit dem Linzer Albert Siems sowie den bekannten Wiener Fußballern Otto Zwicker und Percy Lowe rief man den Linzer Sport-Club ins Leben. Am 25. Juli 1908 wurde dieser von der k.k. Statthalterei genehmigt und am 12. September 1908 fand schließlich die konstituierende Gründungsversammlung statt.[1] Das erste Spiel fand schließlich in Steyr bei einem Sportfest gegen die Wiener Ramblers statt, es endete 0:13. Das zweite Spiel im Oktober 1908 war zugleich das allererste in Linz, gegen die Reservemannschaft der Germania setzte es ein 2:4, Zwicker schoss beide Linzer Tore. [2]

Der Linzer Sport-Club profitierte bald von der Tatsache, dass mehrere österreichische Fußball-Nationalspieler aus Wien ihre Militärzeit beim Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 2 in Linz abdienten und dabei in ihrer Freizeit beim Linzer Fußballverein mitwirkten. Hierzu zählten Ferdinand Swatosch, Johann Studnicka und Richard Kuthan. Zudem konnte bereits früh ein eigener Fußballplatz gefunden werden. Die Wiese gegenüber dem Allgemeinen Krankenhaus wurde hierfür von Heinrich Frank zur Verfügung gestellt. Der Verein konnte so einem geregelten Spielbetrieb nachgehen und bestand vor dem Ersten Weltkrieg in seiner Stammbesetzung mit Karl Liedl im Tor, Unterstab und Horber in der Verteidigung, Stopperl, Gemp und Cisel in der Halvesreihe sowie als Stürmer Pabst, Schenkenfelder, Sturm, Patzelt und Kutin.[3]

Während des Ersten Weltkrieges war der Spielbetrieb allerdings zunehmend schwieriger aufrechtzuerhalten. Viele Spieler wurden als Soldaten berufen, aber so wurde auch beispielsweise das Klubhaus als Pferdestall genutzt. Um den Fußballsport in Linz weiter aufrechtzuerhalten schloss der Linzer Sport-Club 1915 eine Kriegssportgemeinschaft mit Germania Linz. So konnte noch bis 1916 regelmäßig gespielt werden, da die jüngeren Germaniaspieler erst ein Jahr später einberufen wurden.[4] Eine Reaktivierung nach Kriegsende war allerdings weder gemeinsam noch als zwei separate Vereine möglich, sodass am 23. Februar 1919 die Vereinsauflösung vom DAFV für den ÖFV zur Kenntnis genommen wurde.[5] In weiterer Folge wurde das dem Verein zur Verfügung gestellte Gelände auch von Heinrich Frank wieder gekündigt. Es wurde in eine Schrebergartensiedlung für die Arbeiter seiner Firma umgewandelt.[6]

Otto Wilhelm Zemann, der von Germania Linz stammte, bemühte sich um einen Fortbestand des Fußballsports in Linz und vermittelte einen größeren Teil seiner ehemaligen Spieler an die neue Fußballsektion des Athletiksportclubs Siegfried, die so bald problemlos ihre Tätigkeit aufnehmen konnte.[7] Es folgte bald die Umbenennung in Linzer Athletik Sportklub und auch heute noch wird das Gründungsjahr des bald darauf in erster Linie Fußball spielenden LASK Linz mit 1908 angeführt, bezogen auf die Wurzeln der Fußballsektion im Linzer Sport-Club.

Einzelnachweise

  1. Schidrowitz 1951, S. 209 sowie Langisch 1966, S. 24
  2. Österreichisches Sportblatt Jg.4, Nr. 27 und 43
  3. Schidrowitz 1951, S. 210 sowie Langisch 1966, S. 26
  4. Schidrowitz 1951, S. 210f sowie Langisch 1966, S. 26f
  5. Tätigkeitsbericht DAFV, 1919
  6. Illustriertes Österreichisches Sportbaltt Jg.15, Nr. 12
  7. Illustriertes Österreichisches Sportbaltt Jg.15, Nr. 12 und 19