Lisa Hütthaler

Lisa Hütthaler (* 2. September 1983 in Wiener Neustadt) ist eine österreichische Triathletin, Duathlon-Staatsmeisterin (2004) und amtierende Triathlon-Staatsmeisterin auf der Kurzdistanz (2007, 2012).

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Nach Abschluss der Matura bestritt die Niederösterreicherin 2003 ihren ersten Triathlon in Grado. Sie startete für den Verein Team Sport Nora.

Im September 2004 wurde Lisa Hütthaler Duathlon-Europameisterin in der Klasse U23 und sie konnte diesen Erfolg 2006 wiederholen. 2007 wurde sie Österreichische Triathlon-Staatsmeisterin auf der Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen). Beim Weltcuprennen in Neuseeland geriet Hütthaler nach dem folgenreichen Sturz von Olympiasiegerin Kate Allen im Mai 2008 unter Kritik, diesen mitverschuldet zu haben. Die Vorwürfe wurden dann aber fallengelassen, da sich kein Verdacht bestätigte.[1]

Nach der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 fasste sie den Wechsel von der Kurz- auf die Langstrecke ins Auge.

Dopingsperre

Hütthaler war am 22. März 2008 bei einer Trainingskontrolle positiv auf das Blutdoping-Hormon getestet worden, und im Oktober 2008 wurde sie wegen EPO-Dopings durch die Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) für zwei Jahre gesperrt.[2] Die Sperre wurde am 6. April 2009 aufgrund ihres umfassenden Geständnis von der NADA auf 18 Monate reduziert. [3]

Als erste Spitzensportlerin gab sie im März 2009 in einem Kurier-Interview Namen der Hintermänner und Details zu ihren Doping-Vorwürfen bekannt. So gab sie den Kinderkrebsarzt Andreas Zoubek sowie den Sportmanager Stefan Matschiner (früher auch Berater von Michael Rasmussen und Bernhard Kohl) als Doping-Lieferanten und -Verabreicher an.[4] Beide wiesen alle Vorwürfe von sich.[5][6][7] Hütthaler kündigte an, künftig die NADA unterstützen zu wollen.[8] Am folgenden Tag unterstrich und bestätigte ihr früherer Lebensgefährte und Betreuer − der Radrennfahrer und Triathlet Michael Dimmel − ihre Aussagen.[9] Gleichzeitig wurde auch bekannt, dass gegen sie die Staatsanwaltschaft wegen versuchter Bestimmung zum Amtsmissbrauch ermittle. Hütthaler soll versucht haben, eine Mitarbeiterin in einem Labor in Seibersdorf, die ihre B-Probe analysieren sollte, mit 20.000 Euro dazu zu bringen, diese zu manipulieren.[10] Sie selbst sprach in einem am 27. April 2009 veröffentlichten Gespräch mit dem Spiegel sogar von 50.000 Euro.[11] Am 26. Juni 2009 wurde sie wegen Bestechung nicht rechtskräftig zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.[12]

Auch Radprofi Bernhard Kohl, der lange Zeit nach seiner Doping-Sperre keinerlei Aussagen machte, nannte nach dem Bekanntwerden der Aussagen Hütthalers Details zu den gegen ihn geführten Ermittlungen wegen Dopings und den dabei beteiligten Personen.[13] Aufgrund der Aussagen von Kohl und Hütthaler wurde Matschiner verhaftet und im Oktober 2010 wegen versuchten Blutdopings und der Weitergabe von verbotenen Substanzen zu einer teilbedingten Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt.[14]

Am 7. April 2009 gab Hütthaler das Ende ihrer aktiven Triathlon-Karriere bekannt – für sie hätten nach Ende der Dopingsperre (am 22. September 2009) nun andere Dinge Priorität.[15][16] Sie erklärte auch, dass es bereits bei Hobbysportlern zu intensivem Doping käme. Das intensive Meldesystem bezeichnete sie als „richtigen Schritt, um den Sport zu retten“.[11] Ob der Staatsmeistertitel 2007 aberkannt wurde, ist unklar. Jedenfalls scheint Hütthaler in Interviews zugegeben zu haben, bereits seit ihrem 18. Lebensjahr gedopt zu haben.[17]

Comeback nach der Sperre

Hütthaler landete am 4. Oktober 2009 im Halbmarathon in Eisenstadt auf dem dritten Rang (01:21:57 Stunden) und sie erreichte beim New York City Marathon am 1. November als beste Österreicherin den 18. Rang.[18]
Im Mai 2010 wurde ein Start von Lisa Hütthaler im Triathlon auf der Langdistanz unter slowakischer Lizenz nach Ablauf der Sperre angekündigt.[19] Wie vom Österreichischen Triathlonverband (ÖTRV) mitgeteilt wurde, sei Hütthaler nach einer mehrmonatigen Kontrollphase vom 5. Juni 2010 an wieder startberechtigt.

Im Februar 2011 wurde ihr Sohn Nico geboren.

Im April 2012 wurde sie Zweite beim TriStar 111 Cannes. Im Juni konnte sie ihren Erfolg von 2007 wiederholen und holte sich erneut den Titel der österreichischen Triathlon-Staatsmeisterin. An der Côte d’Azur startete sie im September erstmals auf der halben Ironman-Distanz (Ironman 70.3).

Windschatten-Vorwurf in Miami

Beim 70.3-Ironman in Miami (23. Oktober 2012) gewann Hütthaler Silber, allerdings beschuldigten sie drei Konkurrentinnen, im Windschatten eines Freundes gefahren zu sein, wobei Hütthaler Klage gegen diese Anschuldigungen eingeleitet hat. Aus offizieller Sicht der Rennleitung gab es keine Beanstandung. [20]

Sportliche Erfolge

(DNF – Did Not Finish)

Einzelnachweise

  1. Lisa Hütthaler nach Allen-Sturz freigesprochen
  2. Doping: Hütthaler für die Dauer von zwei Jahren gesperrt
  3. ORF: 18 Monate statt zwei Jahre. 6. April 2009
  4. Kurier: Lisa Hütthalers Doping-Geständnis
  5. Süddeutsche Zeitung: Eine vielsagende Beichte: Doping-Affäre in Österreich. 27. März 2009
  6. Doping: Hütthaler nennt EPO-Lieferanten
  7. ORF-Interview vom 27. März 2009
  8. Hütthaler glaubt nicht an Doping-Netzwerk, 30. März 2009
  9. Hütthalers Ex-Freund Dimmel: "Es war Bestechung"
  10. ORF: Vorwurf der Bestechung, 28. März 2009
  11. a b SPIEGEL-GESPRÄCH: "Wow! Mehr davon", Die österreichische Triathletin und Kronzeugin Lisa Hütthaler, 25, über Epo im Kühlschrank, die Auswirkungen von Testosteron ..., 27. April 2009
  12. Der Standard: Lisa Hütthaler wegen Bestechung verurteilt, 26. Juni 2009
  13. Radprofi Kohl belastet Matschiner
  14. Die Presse: Matschiner-Prozess: 15 Monate teilbedingt. 11. Oktober 2010
  15. Kleine Zeitung: Nach Doping-Geständnis: Lisa Hütthaler beendete Karriere. 7. April 2009
  16. ORF: Kein Comeback nach Dopingsperre. 7. April 2009
  17. Vgl. http://sport.oe24.at/sportmix/Huetthaler-gesteht-Doping-und-packt-aus/501623. Abgerufen am 22. April 2011.
  18. Lisa Hütthaler: Folgt nach Dopingsperre doch das Triathlon-Comeback? (3. November 2009)
  19. Dopingsünderin steigt in Ironman-Szene ein
  20. Vgl. http://www.dnf-is-no-option.com/2012/11/drafting-anschuldigungen-beim-ironman.html und http://www.slowtwitch.com/News/Trouble_at_70.3_Miami_3206.html.
  21. Nächster Sieg: Hellriegel gewinnt auch in Estland (6. August 2012)
  22. Thomas Hellriegel und Lisa Hütthaler erringen Sieg bei der Premiere des TriStar Kufstein (15. Juli 2012)
  23. 2008 BG ITU Triathlon Worldcup New Plymouth, Neuseeland: Emma Moffat macht sich Hoffnungen auf Olympia-Ticket …
  24. Europacup San Remo
  25. U23-WM: Kathrin Müller auf Platz zehn
  26. WM Lausanne - Elite und U23 Frauen
  27. Kalterer See Triathlon: Italienischer Doppelsieg an der Weinstraße
  28. Der UPC Klagenfurt Triathlon klarer Gewinner
  29. Weltrekordversuch beim 20. Austria Triathlon Podersdorf

Weblinks