Liste der Stolpersteine im Bezirk Braunau am Inn

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat von 1996 bis 2010 etwa 22.000 Stolpersteine im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Verlegung der Stolpersteine

Die Kunstinitiative KNIE hatte Demnig bereits 1997 nach Oberndorf bei Salzburg eingeladen. Nachdem die in Sankt Georgen bei Salzburg für die Zeugen Jehovas Johann und Matthias Nobis verlegten Stolpersteine unabsichtlich zerstört worden waren, hatte der aus dieser Gegend stammende Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Maislinger Gunter Demnig eingeladen die Steine zu erneuern und im angrenzenden Bezirk Braunau am Inn weitere Stolpersteine zu verlegen.

Am 11. August 2006 verlegte er in acht Gemeinden des Bezirkes Braunau am Inn elf Stolpersteine. Die Steine liegen im Boden vor den ehemaligen Wohnhäusern von Opfern des Nationalsozialismus.

Braunau am Inn

Drei Stolpersteine erinnern an die Zeugin Jehovas Anna Sax (Braunau am Inn) und zwei weitere an die Kommunisten und Sozialisten Franz Amberger, Adolf Wenger, alle aus Braunau am Inn. Ein vierter Stein wurde zur Erinnerung an den in der Gestapo-Haft ermordeten Michael Nimmerfahl verlegt

Moosdorf

Die beiden Stolpersteine in Hackenbuch/Moosdorf wurden zur Erinnerung an die Sozialisten und Kommunisten Johann Lenz und Josef Weber verlegt.

St. Radegrund

Der Gedenkstein in St. Radegund wurde zur Erinnerung an den im Zuchthaus Brandenburg ermordeten Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter verlegt.

Maria Schmolln

Zur Erinnerung an Pater Ludwig Seraphim Binder wurde ein solcher in (Maria Schmolln) installiert.

Hochburg-Ach

Im Gedenken an den Sinti Johann Kerndlbacher wurde ein Stolperstein in Hochburg-Ach verlegt.

Sankt Veit im Innkreis

Zum Gedenken an das Opfer der NS-Militärjustiz Franz Braumann wurde ein solcher in Sankt Veit im Innkreis installiert.

Altheim

Für den durch NS-Militärjustiz ermordeten Engelbert Wenger wurde ein Stolperstein in Altheim verlegt.

Alle Stolpersteine wurden im Beisein von Lokalpolitikern, Medien und der örtlichen Bevölkerung verlegt.

Schloss Hartheim

Am 14. und 15. Juni 2007 wurden etwa 30 Stolpersteine für ermordete Sinti und Euthanasie-Opfer, u. a. in Zusammenarbeit mit dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und dem Verein Ketani gelegt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stand 2010, siehe Ulrike Sparr und Björn Eggert (Hrsg): Stolpersteine in Hamburg. Biographische Spurensuche. Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 2011, ISBN 978-3-929728-74-3, S. 15