Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großradl

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großradl enthält die denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Großradl im steirischen Bezirk Deutschlandsberg. Im Juni 2011 ist nur ein Objekt, nämlich das Gelände der ehemaligen Turmburg, denkmalgeschützt.

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Turmbauerkogel - mittelalterliche Turmburg
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Turmbauerkogel - mittelalterliche Turmburg
ObjektID: ArD-6-045
Status: Bescheid
Turmbauerweg 10
Standort
KG: Sterglegg
GstNr.: 264/1; 265; 266/1; 266/2; 267/1; 267/2; 270; 272; 411; 459; 460; 465/1; 465/2
Die Burg wurde bis in das 15. Jahrhundert verwendet, sie lag an der alten Straße über den Radlpass, welche die Weststeiermark mit dem Drautal bei Mahrenberg verband. Es wird angenommen, dass sie Sitz von Dienstmannen war, die das Gebiet von Eibiswald verwalteten (Amt und Gericht, urkundlich 1265 belegt). Die Verlegung der Burg an den Ort des Schlosses Eibiswald wird mit der Neugestaltung des Ortes Eibiswald in der Zeit des Königs Ottokar II. Přemysl, der ab 1261 auch Herrscher der Steiermark war, in Verbindung gebracht. Die Fundstelle wurde 1954 und 1968 archäologisch untersucht. Es fanden sich Keramikreste aus dem 13. und 14. Jahrhundert, Eisenteile (Armbrustbolzen usw.) und eine steinerne Kanonenkugel. Das Gelände liegt auf einem gegen Norden geneigten Ausläufer des Hügellandes um den Radlpass östlich der Radlpass Straße B 76. Es ist ungefähr 450 Meter lang (in Nord-Süd-Richtung) und bis zu 50 Meter breit, in seinem Norden und Süden lagen je eine Turmburg (Motte), die als Turmbauerkogel I (Nordmotte) und Turmbauerkogel II (Südmotte) bezeichnet werden. Die Südmotte war ein mehrstöckiger steinerner Turm, als Nordmotte wird ein Holzturm auf steinernem Fundament vermutet.[1] Die Grundstücke der Burg werden land- und forstwirtschaftlich genutzt, auf ihnen befinden sich Äcker, Wald und Wiesen eines Bauernhofes. Ohne fachkundige Führung sind die Reste der Anlage nicht mehr leicht erkennbar, es ist kein Mauerwerk mehr sichtbar, wohl aber Geländestufen, die den Bauten der Burg und deren Wirtschaftsgebäuden zugeordnet werden.[2] [3]
Die Anlage liegt auf Grundstücken der EZ 10 KG 61143 Sterglegg.

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[4]

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Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[5] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Adresse. Außerdem ist es möglich, die Tabelle nach der Katastralgemeinde zu sortieren.

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Literatur

  • Für die Gemeinde gibt es keine Eintragung im Dehio-Handbuch.
  • Christoph Gutjahr, Georg Tiefengraber: Die mittelalterliche Wehranlage „Turmbauerkogel“ bei Eibiswald (Ivnik), Bez. Deutschlandsberg, Weststeiermark. Mit einem archäozoologischen Anhang von Christoph Grill. In: Arheološki vestnik (Arh. vest.). Band 55, Jahrgang 2004. Seiten 439–480. (Beitrag in deutscher Sprache, slowenischer und englischer Abstract, slowenische Übersetzung).
  • Walter Modrijan: Das mittelalterliche Siedlungs- und Befestigungssystem auf dem Turmbauerkogel I und II. Mit einem „Grabungsbericht“ von Fritz Felgenhauer. In: Gerhard Pferschy (Hrsg.): Siedlung Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag. Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives Band 12. Graz 1981. Seiten 81–88.

Einzelnachweise

  1. Christoph Gutjahr: Mittelalter. Seite 44 (mit Bild). In: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. (Bezirkstopographie). Graz-Deutschlandsberg 2005. ISBN 3-901938-15-X. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil.
  2. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien. ISSN 1011-0062. S. 53–54, Lageskizze S. 72.
  3. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 86–87.
  4. Steiermark – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  5. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.
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