Liste der denkmalgeschützten Objekte in Neudörfl

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Neudörfl enthält die sieben denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Neudörfl, wobei ein Objekt per Bescheid sowie sechs Objekte nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Flur-/Wegkapelle Datei hochladen Flur-/Wegkapelle
ObjektID: 18965
Status: § 2a
Hauptstraße (neben Supermarkt)
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 549/4
Johannes-Nepumuk-Kapelle. Laut Inschrift erbaut 1745.[Anm. 1] Kleiner barocker Bau mit konkaver reich gegliederter Fassade. Innen: Statue des Heiligen auf Sockel mit Brückensturzrelief und zwei Engel. 1969 bei Straßenregulierung abgetragen und am jetzigen Platz wiederaufgestellt.[1]
Landespflegeanstalt und Rehabilitationszentrum Datei hochladen Landespflegeanstalt und Rehabilitationszentrum
ObjektID: 25683
Status: § 2a
Hauptstraße 150
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 453/1
Im 19. Jahrhundert hatte der größte Weinhändler Westungarns, Aron Wolf, hier seine Weinhandlung. Das Gebäude barg riesige Kellerräume. 1910 wurde Wolf in einen Weinskandal verwickelt, sein Wein aus diesem und auch aus den angemieteten Kellern wurde in den Dorfbach geschüttet. Wolf selbst verkraftete diesen Skandal nicht und beging Selbstmord.[2] 1928 übernahm die Burgenländische Landesregierung die Ruinen der Weinkellerei, ließ sie nach Plänen von Architekt Gausse[3][Anm. 2] zu einem Alters- und Siechenheim um- und ausbauen. Die Institution wurde am 28. Juni 1930, eine Woche nach baulicher Fertigstellung[3], durch Bundespräsident Wilhelm Miklas eröffnet[4] und trägt heute die Bezeichnung Landespflegeanstalt mit Rehabilitationsheim.
Ehem. Esterhazysches Kastell Datei hochladen Ehem. Esterhazysches Kastell
ObjektID: 30489
Status: Bescheid
Hauptstraße 154
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 477/1
„Hofleithamühl“. 1650 von Graf Nikolaus Esterházy de Galantha erbautes, im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts erweitertes Kastell: ein zweigeschoßiger Bau mit zwei Flügeln, dessen dreizehnachsige Hauptfront von einem mit geschweiftem Rundgiebel und fürstlich Esterházyschem Wappen gekrönten Portal erschlossen wird.[5]
Kriegerdenkmal Datei hochladen Kriegerdenkmal
ObjektID: 18968
Status: § 2a
Kirchenplatz
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 177/5
Errichtet 1919.[6]
Kath. Pfarrkirche Mariae Geburt
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Kath. Pfarrkirche Mariae Geburt
ObjektID: 18961
Status: § 2a
Kirchenplatz 5
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 178
Ehemals Pfarrkirche Heiliger Nikolaus. Die Pfarre entstand um 1670. – Die Kirche wurde 1669 erbaut und nach ihrer Zerstörung 1683 vergrößert: Turmbau, Erweiterung und Weihe 1783. Renovierungen erfolgten im 19. Jahrhundert. 1952 wurde die wertvolle barocke Einrichtung entfernt, 1974 wurde der Bau restauriert.[1]

Baubeschreibung: großer Barockbau, gleichbreite Polygonalapsis mit zwei Strebepfeilern. An die westliche Schiffwand angebauter dreigeschoßiger Turm mit steinernem Pyramidenhelm; über dem Portal Nische mit barocker Holzfigur des heiligen Nikolaus. Nordfassade mit geschweiftem Giebel. Anbauten am vierten Joch: Sakristei und Kapelle mit halbrunder Apsis. Vier Joche unter Kreuzgratgewölben zwischen Gurten auf flachen Pilastern. Dreiachsige Empore mit geschweifter Brüstung. In der Kapelle Kreuzgratgewölbe. Ölbild, am Durchgang zur Seitenkapelle, ehemaliges Wallfahrtsbild, mit Inschrift Dises Frauen-Bild ist Anno 1683 in dißen Löbl. Gotteshaus mitten in der feuersbrunst als sie von den Türcken abgebrent worden unverletzt gebliben.[1]

Pest-/Dreifaltigkeitssäule Datei hochladen Pest-/Dreifaltigkeitssäule
ObjektID: 18969
Status: § 2a
neben Feldweg (hinter Matthias Kollwentz-Straße 70)
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 1708/2
Eine Säule mit Gnadenstuhl[1], errichtet nach den Pestjahren 1710–1714 über einer ehemaligen Pestgrube.[7]
Bildstock, Santer-, Marien- oder Wetterkreuz Datei hochladen Bildstock, Santer-, Marien- oder Wetterkreuz
ObjektID: 18966
Status: § 2a
„Großer Wald“ (gegenüber Auffahrt S4 Richtung Wiener Neustadt)
Standort
KG: Neudörfl
GstNr.: 1380/1
1651 errichtet vom Fleischhacker Sauter („SAVTER“), der auf der Straße zwischen Ödenburg und Wiener Neustadt überfallen worden war. Die Straßenräuber hatten ihm sein Leben gelassen, und aus Dankbarkeit widmeten er und seine Frau Ehlisabet den Gedenkstein.[8][9]

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[10]

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich zwei Symbole:
Weitere Bilder auf Wikimedia Commons Hier finden sich weitere Bilder des Objekts auf Wikimedia Commons.
eigenes Werk hochladen Ein Link zum Upload eines neuen Bildes. Bestimmte Parameter sind dabei schon vorausgefüllt.
Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[11] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Adresse. Außerdem ist es möglich, die Tabelle nach der Katastralgemeinde zu sortieren.

Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.

Literatur

  • Adelheid Schmeller-Kitt (Bearb.), Friedrich Berg (Mitarb.): Burgenland. Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Topographisches Denkmälerinventar. Schroll, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5.
  • Herbert Radel: 350 Jahre Neudörfl. Dorf an der Grenze. 1644–1994. Gemeinde Neudörfl, Neudörfl 1994. [Anm. 3]

Weblinks

 Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Neudörfl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Schmeller-Kitt: Burgenland, S. 205.
  2. Kulturpfad (…) Historisches (…) Weinkellerei Wolf – Landespflegeanstalt und Rehabilitationszentrum. In: neudoerfl.gv.at, abgerufen am 11. September 2011.
  3. a b Ein Heim für Alte und Sieche. In: Burgenländische Freiheit. X. Jahrgang, Nr. 25/1930, ZDB-ID 2588385-9, S. 1 f. (Online bei BF).
  4. Ein Ehrentag für das Burgenland. Die feierliche Eröffnung des Alters- und Siechenheimes in Neudörfl. In: Burgenländische Freiheit. X. Jahrgang, Nr. 26/1930, S. 1 ff. (Online bei BF).
  5. Schmeller-Kitt: Burgenland, S. 205 f. sowie
    Neudörfl, ehemaliges Esterházy-Kastell „Hofleithamühl“. In: bundesdenkmalamt.at, März 2007, abgerufen am 31. August 2011.
  6. Radel: 350 Jahre Neudörfl, S. 79.
  7. Radel: 350 Jahre Neudörfl, S. 52 f.
  8. Radel: 350 Jahre Neudörfl, S. 45.
  9. Kulturpfad - 2) Kulturdenkmäler. www.neudoerfl.gv.at, abgerufen am 10. März 2012.
  10. Burgenland – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  11. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.

Anmerkungen

  1. Auch wird bisweilen 1753 genannt. In jenem Jahr soll Georg Grill, Pächter des Gasthauses in der Leithamühle, die Kapelle gestiftet haben. Das Bauwerk sollte an die Pestjahre 1710–1714 erinnern, während der die Brücke über die Leitha der einzige offene Grenzübergang zwischen Ungarn und Österreich war und in deren Nähe sich ein Schnellgalgen befand, mit dem Personen hingerichtet wurden, die gegen die pestbezogenen Hygienebestimmungen entsprechend schwer verstoßen hatten. – Radel: 350 Jahre Neudörfl, S. 53.
  2. Auch: Regierungsbauoberkommissär Ing. Gause. In: Eröffnung der „Joseph Haydn“-Landesjugendherberge. In: Burgenländische Freiheit. XIII. Jahrgang, Nr. 17/1933, S. 5. (Online bei BF).
  3. Ohne ISBN. Kein Bibliotheksstück nachweisbar.
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