Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rassach

–Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rassach enthält die denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Rassach im steirischen Bezirk Deutschlandsberg, wobei die Objekte teilweise per Bescheid und teilweise durch Verordnung (§ 2a des Denkmalschutzgesetzes) unter Schutz gestellt wurden.[1]

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Wegkapelle
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Wegkapelle
ObjektID: 3775
Status: § 2a
Herbersdorf
Standort
KG: Herbersdorf
GstNr.: 617
Die Kapelle liegt an der Abzweigung des Riegelanderlweges (laut GIS Steiermark Riegelannerlweg) vom Herbersdorfeggweg, sie wird auch Riegelanderlkapelle[2] genannt. Vor ihr befinden sich Statuen der Schutzheiligen der Pfarre Stainz, des Hl. Augustinus und der Hl. Katharina. Diese Statuen stammen aus dem ehemaligen, im 19. Jahrhundert bereits abgetragenen Schloss Herbersdorf, sie waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts Teil einer Statuengruppe vor dem Gebäude des Bezirksgerichtes Stainz am Hauptplatz in Stainz.[3] Die Kapelle wurde ca. 1860 gebaut, 1989 renoviert[4] und 2012 aufgefrischt. In drei Rundbogennischen der Apsis stehen Statuen des Hl. Antonius, eine Madonna mit Kind und rechts eine Statue des Hl. Nepomuk. Die Deckenmalerei der Laube stellt das Hl. Abendmahl dar, im Giebel ist Mariae Verkündigung dargestellt. Die beiden Seitenfenster zeigen Szenen des Hl. Antonius und der Klara Fietz (Grazer Schulschwester, 1905-1937). Das Geläut der Kapelle besteht aus zwei Glocken: Die große Glocke hat 55 cm Durchmesser, wiegt 75 kg und ist mit 1928 datiert. Die kleine Glocke mit 40 cm Durchmesser wiegt 35 kg und wurde am 21. Mai 1922 geweiht.[5] Sie wird durch ein automatisches Läutwerk täglich geläutet.
Der Bau liegt auf einem Grundstück der EZ 131 KG 61217 Herbersdorf.
Dorfkapelle Lasselsdorf
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Dorfkapelle Lasselsdorf
ObjektID: 3770
Status: § 2a
Lasselsdorf
Standort
KG: Lasselsdorf
GstNr.: .66
Die Kapelle ist dem Herzen Jesu geweiht, sie ist ein Bau aus den Jahren 1924–1926.[4] Ihre beiden Glocken sind 50 und 120 kg schwer, sie tragen die Inschriften „1924 Ernest Szabo in Graz“ und „Gewidmet den Bewohnern der Ortsgemeinde Lasselsdorf“. Eine Messlizenz ist vorhanden. Die Kapelle wurde 2001 eingehend renoviert und am 20. Mai 2001 neu geweiht.[6]
Das Gebäude liegt auf einem Grundstück der EZ 45 KG 61221 Lasselsdorf und ist Eigentum der Bauerngemeinschaft Lasselsdorf.
Ortskapelle „Köck-Kapelle“
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Ortskapelle „Köck-Kapelle“
ObjektID: 3768
Status: § 2a
Rassach
Standort
KG: Rassach
GstNr.: .111
Die Kapelle wurde 1906 eingeweiht.[4] Sie wird auch als „Kreuzerhöhungskapelle“ bezeichnet. Die Kapelle hat eine Rundapsis aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ihre Außenwände sind mit Doppelpilastern und Gesimsen geschmnückt. Der Turm ist als Dachreiter gebaut, in ihm befinden sich zwei Glocken mit 70 und 120 kg Gewicht, die 1957 gegossen wurden. 1985 wurde die Kapelle generalsaniert und erhielt ein elektrisches Läutwerk, um 1995 wurde sie von der Bauerngemeinschaft, der sie bis dahin gehört hatte, an die Gemeinde Rassach übergeben. An der Altarwand befinden sich ein Kruzifix, das von Statuen der Hl. Maria und des Hl. Johannes flankiert wird. Neben dem Altar stehen Statuen des Hl. Josef und des Hl. Antonius von Padua.[7]
Der Kapellenbau liegt am nördlichen Ortsausgang an der Radlpass-Straße B 76 im Ort Rassach bei der Abzweigung des Kapellenweges Graschuh auf einem Grundstück der EZ 96 KG 61233 Rassach.
Hügelgräbergruppen an der Radlpass Straße B 76
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Hügelgräbergruppen an der Radlpass Straße B 76
ObjektID: ArD-6-116
Status: Bescheid
Rassach
Standort
KG: Rassach
GstNr.: 500/3; 500/4; 500/7
Die Fundstelle ist ein Gräberfeld aus der Zeit des Übergangs von der späten Latènezeit zur römischen Kaiserzeit.[8] Sie liegt ca. 1 km südlich von Rassach im Wald östlich der B 76 an der Kurve vor der geraden Straßentrasse durch den Johngraben. Ihre Grundstücke sind mit Wald und Gebüsch bewachsen oder werden (besonders Grundstück 500/7) als Verkehrsfläche genutzt. Ausgrabungen durch das Joanneum in Graz im Jahr 1984 zeigten, dass die noch feststellbaren 37 Hügelgräber (Tumulus) durch Raubgräber bereits weitgehend zerstört worden waren. Es waren Gräber mit Brandschüttung und die Bestattung in Steinkisten feststellbar. Grabbauten aus dem frühen 1. Jahrhundert nach Chr. und ein Grabhügel aus augusteischer Zeit (ca. 30 vor bis 14 nach Chr.) sind dokumentiert. Die Fundstelle wird als einer der frühesten „norisch-pannonischen" Grabhügel beschrieben.[9] [10] Für das Jahr 2001 ist der Fund eines keltischen Schwertes und einer Lanze im Rahmen einer provinzialrömischen Bestattung publiziert. Diese Situation wird als Begräbnis einer höhergestellten Person interpretiert, die auch noch in römischer Zeit nach keltischen Bräuchen bestattet worden war.[11] Schon vorher waren beim Bau der B 67 eiserne Säbel, Schwerter und andere Eisenteile gefunden worden.[8] In der Natur sind keine Details erkennbar. Ob Bodenunebenheiten am Fundort auf natürliche Erosion, auf künstlich angelegte historische Grabhügel oder auf spätere sonstige menschliche Eingriffe zurückzuführen sind, ist ohne fachkundige Führung nicht unterscheidbar.
Die Fundstelle befindet sich auf Grundstücken mehrerer Grundbuchskörper (Einlagezahlen): Das Grundstück Nr. 500/3 in EZ 30, Nr. 500/4 in EZ 192 und Nr. 500/7 in EZ 323, alle KG 61233 Rassach. Ein anderes Gräberfeld neben der B 76 liegt im Johngraben in der Gemeinde Groß St. Florian. Insgesamt sind für den Bereich Rassach-Tanzelsdorf-Lasselsdorf an die 20 Fundstellen dokumentiert.[8]

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[1]

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Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[12] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

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Six-Kapelle

Die Six-Kapelle im Ortsteil „In der Setz“ zwischen Tomberg und Rassach an der B 76 wird in das 18. Jahrhundert datiert und steht nach der Literatur unter Denkmalschutz. Sie wurde um 2000 nach einem Unfall mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes renoviert.[13] Allerdings ist sie in den veröffentlichten Unterlagen des Bundesdenkmalamtes nicht erwähnt.

Literatur

  • Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hrsg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 390–391.
  • Bundesdenkmalamt: Fundberichte aus Österreich. (FÖ) Herausgegeben von der Abteilung des Bundesdenkmalamtes für Bodendenkmale in Wien, Hofburg, Säulenstiege. Die einmal jährlich erscheinenden Bände dieser Reihe enthalten erste kurzgefasste archäologische Fundmeldungen und eingehendere Grabungsberichte aus dem Berichtsjahr sowie wissenschaftliche Beiträge aus den Fachgebieten Ur- und Frühgeschichte, Provinzialrömische Archäologie sowie Mittelalter- und Neuzeitarchäologie und den historischen sowie naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen. Verlag Berger, Horn. ISSN 0429-8926.

Einzelnachweise

  1. a b Steiermark – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  2. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. Jahrgang 84, Nr. 43. 28. Oktober 2011, Seite 14.
  3. Winfried Bräunlich, Dieter Weiss: Zeichen am Weg. Religiöse Kleindenkmäler in den Gemeinden Greisdorf, Marhof und Stainz. Stainz 2010. ISBN 978-3-9501165-6-4. S. 131–132.
  4. a b c Geschichte der Kapelle.
  5. Winfried Bräunlich, Dieter Weiss: Zeichen am Weg. Religiöse Kleindenkmäler in den Gemeinden Georgsberg, Rassach, Stainztal und Stallhof. Simadruck Deutschlandsberg. Stainz 2012. S. 75–77.
  6. Bräunlich, Weiss: Zeichen am Weg 2012. S. 90–92.
  7. Bräunlich, Weiss: Zeichen am Weg 2012. S. 106–108.
  8. a b c Christoph Hinker: Die norisch-pannonischen Hügelgräberfelder von Rassach und Tanzelsdorf, Steiermark. Mit Beiträgen von Silvia Renhart. Fundberichte aus Österreich. Band 41, Jahrgang 2002. Wien 2003. Seiten 167–201. (Skizze der einzelnen Gräber Seite 170.)
  9. Geschichte von Rassach.
  10. Gerald Fuchs, Christoph Hinker: Frühe Befunde am Randbereich des römerzeitlichen Hügelgräberfeldes Rassach. In: Fundberichte aus Österreich. Band 42, Jahrgang 2003. Wien 2004. ISBN 3-85028-381-X. Seiten 113-164.
  11. Fundberichte aus Österreich. Band 40, Jahrgang 2001, Wien 2002. Seiten 675–676.
  12. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.
  13. Bräunlich, Weiss: Zeichen am Weg 2012. S. 113–114 und S. 205. Standort: Grundstück Nr. 1245, Einlagezahl 279 KG 61233 Rassach. Koordinaten 46° 51′ 57″ N, 15° 15′ 45″ O46.86583333333315.2625400
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