Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Martin im Sulmtal

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Martin im Sulmtal enthält die denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Sankt Martin im Sulmtal im steirischen Bezirk Deutschlandsberg, wobei die Objekte teilweise per Bescheid und teilweise durch Verordnung (§ 2a des Denkmalschutzgesetzes) unter Schutz gestellt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Katholische Pfarrkirche Hl. Martin Datei hochladen Katholische Pfarrkirche Hl. Martin
ObjektID: 3478
Status: § 2a
St. Martin im Sulmtal
Standort
KG: Dörfla
GstNr.: .7
Die Kirche ist 1244 erstmals erwähnt, ab 1395 bis in das 16. Jahrhundert war sie Pfarrkirche, danach Filiale von Gleinstätten. Seit 1788 ist sie wieder Pfarrkirche. Ein barocker, nach Norden orientierter Kirchenneubau erfolgte 1701–1714. Der Turm, der 1664/65 erbaut worden war, blieb dabei bestehen, er erhielt 1783 einen Doppelzwiebelhelm. In der Turmhalle befindet sich das spätgotische Portal aus dem 16. Jahrhundert der alten, nach Osten orientierten früheren Kirche. Eine Restaurierung wurde 1906 vorgenommen. Der große spätbarocke Hochaltar wurde 1823/24 verändert. Sein Oberbild zeigt den hl. Nepomuk. Der Katharinenaltar wird in das erste Viertel des 18. Jahrhunderts datiert, der südliche Seitenaltar in die Zeit gegen 1700, die Kanzel in das vierte Viertel des 17. Jahrhunderts. An der Außenwand der Sakristei befinden sich zwei Steine aus römischer Zeit. Als Entstehungszeit der Glocke wird das 14. Jahrhundert genannt.
Die Kirche liegt an der B 74 Sulmtal Straße auf einem Grundstück der EZ 46 KG 61008 Dörfla.
Mittelalterliche Wehranlage am Taborkogel Datei hochladen Mittelalterliche Wehranlage am Taborkogel
ObjektID: ArD-6-135
Status: Bescheid
Taborkogel
Standort
KG: Aigen
GstNr.: 334
In der Natur ist die markante Form des Burghügels leicht zu erkennen. Ausgrabungen fanden die Vorburg mit Spitzgraben und Wall mit Palisaden und Reste von Wegen. Das Gipfelplateau misst ungefähr 40 Meter im Durchmesser. Es wird von einem Graben umgeben. Der Hügel einer Motte (Turmburg) im Nordwesten der Anlage, wo das Gelände in das dahinterliegende Bergland übergeht, wurde noch nicht untersucht. Er hat einen Durchmesser von etwa 15 Metern und ist ungefähr drei Meter hoch. Funde von Ofenkacheln auf dem Gipfelplateau des Taborkogels ließen auf einen großen Kachelofen schließen. Neben Keramik wurden Eisenteile (Armbrustbolzen, Hufeisen, Werkzeug, Möbelbeschläge, Messer etc.) gefunden. Als Besitzer der Anlage im 14. Jahrhundert wird die Familie Peuerl vermutet, die Burg gehörte zur Herrschaft Schwanberg, eine Verbindung mit dem Peuerlhof in Schwanberg wird angenommen. Anfang des 15. Jahrhunderts wird ihre Eroberung und Zerstörung vermutet. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen 1994 sind publiziert.[1][2][3]
Die Fundstelle liegt auf einem Grundstück EZ 11 KG 61002 Aigen.
Grabhügelgruppe und römerzeitliches Siedlungsgebiet Otternitz Datei hochladen Grabhügelgruppe und römerzeitliches Siedlungsgebiet Otternitz
ObjektID: ArD-6-136
Status: Bescheid
Otternitz
Standort
KG: Otternitz
GstNr.: 62/1; 63/1; 63/2; 75/1
Die Fundstelle umfasst Gräber aus der römischen Kaiserzeit.[4] Sie ist in der Natur nur an Bodenunebenheiten erkennbar, ohne fachkundige Führung sind keine Details aufzufinden. Eine Hinweistafel mit erklärenden Texten ist vorhanden.
Die Stelle liegt auf den Grundstücken mehrere Grundbuchskörper (Einlagezahlen): Nr. 62/1 EZ 4, Nr. 63/1 EZ 119, Nr. 63/2 EZ 96 und Nr. 75/1 EZ 99 KG 61047 Otternitz.
Römerzeitliches Hügelgräberfeld Sulb Datei hochladen Römerzeitliches Hügelgräberfeld Sulb
ObjektID: ArD-6-137
Status: Bescheid
Leibenstelzl
Standort
KG: Sulb
GstNr.: 183; 184/2
Das Gräberfeld gilt als eines der größten norisch-pannonischen Hügelgräberfelder. Es sind ungefähr 40 Gräber dokumentiert.[5] Die Fundstelle ist in der Natur nur an Bodenunebenheiten erkennbar, eine Reihe von Grabhügeln ist zerstört. Ohne fachkundige Führung sind keine Details aufzufinden. Eine Hinweistafel mit erklärenden Texten ist vorhanden. Ob hügelförmige Bodenunebenheiten auf das historische Gräberfeld, auf spätere menschliche Eingriffe oder auf natürliche Erosion zurückzuführen sind, ist in der Natur nicht erkennbar.
Die Fundstelle liegt auf den Grundstücken mehrerer Grundbuchskörper (Einlagezahlen): Das Grundstück Nr. 183 bei EZ 31 und das Grundstück Nr. 184/2 bei EZ 271, beide KG 61058 Sulb.

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[6]

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Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[7] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

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Literatur

  • Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hrsg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 470.

Weblinks

 Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Sankt Martin im Sulmtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Diether Kramer: Der Taborkogel bei St. Martin im Sulmtal. Ein befestigter mittelalterlicher Herrenhof in der Weststeiermark. In: Archäologie Österreichs. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. Heft 6 Teil I, Jahrgang 1995. ISSN 1018-1857. Seiten 73–77.
  2. Christoph Gutjahr: Mittelalter. Seite 44–45. In: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. (Bezirkstopographie). Graz-Deutschlandsberg 2005. ISBN 3-901938-15-X. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil.
  3. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie, Wien. ISSN 1011-0062. S. 60. Lageskizze S. 82.
  4. Fundberichte aus Österreich. Band 43, Jahrgang 2004. Wien 2005. Seiten 929–932.
  5. Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 47, Jahrgang 2008. Wien 2009. Seite 588–589.
  6. Steiermark – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  7. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.
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