Liste der denkmalgeschützten Objekte in Unterbergla

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Unterbergla enthält die denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Unterbergla im steirischen Bezirk Deutschlandsberg. Es handelt sich um sieben archäologische Siedlungs- und Gräberfundstellen. Diese Stellen wurden hauptsächlich im Rahmen der Arbeiten an den Pipelines, Hochspannungsleitungen und Eisenbahnlinien durch das Gleinz- und das Laßnitztal entdeckt.

Die Fundstellen sind durch Bescheide unter Schutz gestellt. Sie liegen unterhalb der Erdoberfläche und sind in der Natur ohne fachkundige Führung und ohne Humusabtrag[1] nicht erkennbar. Ob Bodenunebenheiten auf das geschützte Objekt zurückzuführen sind oder auf spätere menschliche Eingriffe wie die Suchgräben archäologischer Forschung, Grabräuber, Hohlwege, die Anlage von Äckern, Feldrainen, den Pipelinebau oder andere Veränderungen, oder ob Hügel, Bodenwellen usw. auf natürliche Abläufe (Erosion, Anschwemmung, Hochwasserhorizonte usw.) zurückzuführen sind, ist ohne Vorinformation nicht zu unterscheiden. Es sind keine Mauerreste sichtbar.

Die zu den Fundstellen verlinkten Fotos zeigen nicht den Ort/die Orte selbst, an dem/an denen archäologische Funde gemacht wurden oder noch erwartet werden, sondern die örtliche Situation der land- und forstwirtschaftlich genutzten Umgebung dieser Stellen. Die Fundstellen liegen auf Privatgrund und sind ohne Einvernehmen mit den Grundeigentümern bzw. ohne behördliche Berechtigung nicht zu betreten. Der Genauigkeitsgrad der Aufnahme und der angegebenen Koordinaten geht über die Genauigkeit der vom Bundesdenkmalamt und/oder in Fachpublikationen gemachten Angaben (z. B. die Grundstücksdaten) nicht hinaus. Da die Stellen ohne Einzäunung frei liegen, werden zum Schutz vor unberechtigten Zugriffen auch dann keine genaueren Aufnahmen verlinkt, wenn dies im Rahmen der Panoramafreiheit nach österreichischem Recht möglich wäre. Die Fundstellen können auch auf mehrere Grundstücke (die nicht nebeneinander liegen müssen) verteilt sein.

Teile der Gemeinde Unterbergla liegen im Laßnitztal in jenem Bereich, in dem eine dichte Besiedlung seit der Bronzezeit durch eine Reihe archäologischer Fundstellen belegt ist. Insgesamt sind die Flächen archäologischer Grabungen in diesem Bereich (mittleres Laßnitztal) über 40 ha groß.[2] [3]

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Hügelgräbergruppe Grubberg Datei hochladen Hügelgräbergruppe Grubberg
ObjektID: ArD-6-166
Status: Bescheid
Grubberg
Standort
KG: Grub
GstNr.: 377/1; 399/1; 398; 426/1; 426/2; 475/2; 477
Die Stelle liegt am südöstlichen Abhang des bewaldeten Hügels, auf dem sich die Ortschaft Grubberg befindet, nicht an öffentlichen Straßen. Im Tal östlich der Fundstelle (teilweise auf deren Grundstücken) liegt eine Kette von kleinen Seen, die als Fischteiche genützt werden.
Die Gräber befinden sich auf den verstreut liegenden Grundstücken einer Reihe von Grundbuchskörpern (Einlagezahlen): So die Grundstücke Nr. 377/1 und 399/1 in EZ 4, Nr. 398 EZ 5, Nr. 426/1 EZ 13, Nr. 426/2 EZ 141, Nr. 475/2 EZ 2, Nr. 477 EZ 1, alle KG 61017 Grub.
Urgeschichtliche Siedlung in der Gleinz Datei hochladen Urgeschichtliche Siedlung in der Gleinz
ObjektID: ArD-6-167
Status: Bescheid
Hasreith
Standort
KG: Hasreith
GstNr.: 6/1; 7; 41/3; 42; 43
Die Fundstelle liegt auf mehreren, nicht aneinander grenzenden Grundstücken, die als zusammengehörende Bereiche einer mittelbronzezeitlichen Siedlung interpretiert werden. Es wurden Keramiken, Pfostensetzungen, Vorratsgruben und eine Herdstelle gefunden. Ihre Entdeckung ist auf Grabungen im Rahmen der Trans-Austria-Gasleitung 1998/87 zurückzuführen.[4]
Die Fundstelle liegt auf den Grundstücken Nr. 6/1 und Nr. 7 EZ 2, Nr. 41/3, 42 und 43 EZ 1, alle KG 61021 Hasreith. Auf dem Gelände der Fundstelle wurde 2000 aus Anlass eines weiteren Pipelinebaus ein umfangreicher spätlatènezeitlicher Gebäudekomplex gefunden.[5]
Grabhügelgruppe Großöden Datei hochladen Grabhügelgruppe Großöden
ObjektID: ArD-6-168
Status: Bescheid
Großöden bei Mönichgleinz
Standort
KG: Michlgleinz
GstNr.: 739
Die Stelle liegt nördlich an der Straße zwischen Mönichgleinz und Michlgleinz im Gleinztal nordöstlich eines kleinen Baches, der in den Gleinzbach mündet. Die Straße überquert ihn mit einem Durchlass, keine Brücke.
Die Fundstelle liegt auf einem Grundstück der EZ 34 KG 61038 Michlgleinz.
Hügelgräber Michlgleinz, Mönichgleinz, St. Andrä im Sausal Datei hochladen Hügelgräber Michlgleinz, Mönichgleinz, St. Andrä im Sausal
ObjektID: ArD-6-169
Status: Bescheid
Michelgleinz
Standort
KG: Michlgleinz
GstNr.: 689; 696/1; 697/1; 698/1; 718/2
Die Stelle liegt südlich des Gleinzbaches am Nordhang der Hügelkette, die die Grenze zum Bezirk Leibnitz und zu St. Andrä im Sausal bildet.
Die Fundstelle liegt auf den Grundstücken Nr. 689 EZ 23, Nr. 696/1 EZ 1, Nr. 697/1 EZ 62, Nr. 698/1 EZ 3, Nr. 718/2 EZ 83, alle KG 61038 Michlgleinz. Weitere Fundstellen dieses Gräberbereiches sind auf zwei Grundstücken ungefähr 500 und 800 m südwestlich in der KG Mönichgleinz und weiter südlich in der KG 66165 St. Andrä im Sausal der Gemeinde St. Andrä-Höch dokumentiert.
Hügelgräber Michlgleinz, Mönichgleinz, St. Andrä im Sausal Datei hochladen Hügelgräber Michlgleinz, Mönichgleinz, St. Andrä im Sausal
ObjektID: ArD-6-170
Status: Bescheid
Mönichgleinz im Gebiet des Anwesens Tragl
Standort
KG: Mönichgleinz
GstNr.: 146/1; 264/2
Die Stelle befindet sich südlich des Gleinztales im oberen Teil des Höhenrückens östlich der Straße, die über diesen Rücken von Mönichgleinz nach St. Andrä im Sausal führt. Sie liegt in unwegsamem Gelände und ist mit Wald und Gebüsch bewachsen.
Die Gräber befinden sich auf den getrennt liegenden Grundstücken Nr. 146/1 EZ 1 und Nr. 264/2 EZ 54 in der KG 61041 Mönichgleinz. Weitere Fundstellen dieses Gräberbereiches sind für fünf Grundstücke ungefähr 1200 m nordöstlich in der KG Michelgleinz dokumentiert.
Römerzeitliche Villa rustica Grünau
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Römerzeitliche Villa rustica Grünau
ObjektID: ArD-6-171
Status: Bescheid
Grünau
Standort
KG: Nassau
GstNr.: 444
Die Fundstelle ist durch Informationstafeln bezeichnet. Ein altes Wirtschaftsgebäude (Stadel) befindet sich auf dem Grundstück. Es hat mit dem geschützten Objekt, von dem wesentliche Teile der Grundmauern erhalten sind, nichts zu tun. An den Ausgrabungen wurde über zehn Jahre ab 1987 gearbeitet. Das Anwesen wird hauptsächlich in das 2. Jahrhundert n. Chr. (Baubeginn 1. Jh.) datiert. Seine Gebäude wurden bis in die Spätantike benutzt, die Anlage bot ungefähr 50 Bewohnern Platz. Der bedeutendste Fund ist der Silberbecher (Skyphos) von Grünau, eine Ausstellung dazu befindet sich in Groß St. Florian beim Feuerwehrmuseum. Bis 2008 wurden 14 Grabungskampagnen abgewickelt, durch die die Siedlungsreste wissenschaftlich dokumentiert und weiter untersucht werden.[6] Ein Teil der Fundstelle ist in einer Dissertation publiziert. Darin werden Ergebnisse von vier Grabungskampagnen bearbeitet und ausgewertet, behandelt werden ein Nebengebäude und der Osttrakt des Hauptgebäudes.[7]
Die Reste der Villenanlage liegen in Grundstücken zweier Gemeinden, ein kleines Gerinne bildet die Grenze: Auf dem hier dargestellten Grundstück Nr. 444 EZ 96 KG 61042 Nassau, Gemeinde Unterbergla und westlich davon auf den Grundstücken Nr. 621 und 622 der KG 61018 Grünau, Gemeinde Groß St. Florian.
Römerstraße im Laßnitztal Datei hochladen Römerstraße im Laßnitztal
ObjektID: ArD-6-172
Status: Bescheid
Unterbergla
Standort
KG: Unterbergla
GstNr.: 112/1; 112/2; 112/3; 112/4; 119/3; 119/4; 119/6; 119/7; 119/8; 120/3; 120/4; 121/5; 121/6; 119/1; 119/2; 119/5; 121/1; 121/4; 120/1; 120/2
Die Straße ist eine Nebenstraße der römischen Hauptstraße im Murtal, die bei Wildon abzweigte und an mehreren Stellen im Laßnitztal belegt ist. Sie verband Siedlungsstellen, die im Abstand von 1,5 bis 2,2 Kilometer im Laßnitztal bzw. an seinen Rändern lagen und wird als „ein römisches Ingenieurbauwerk mit einer genialen Trassenführung“ geschildert.[8] Die hier geschützte Fundstelle liegt im Laßnitztal südlich der Laßnitz auf der Trasse der Hochspannungsleitungen. Die Stelle ist über öffentliche Wege nicht erreichbar. Reste sind in der Natur nicht erkennbar.
Der historische Straßenzug liegt auf den Grundstücken mehrerer Grundbuchskörper (Einlagezahlen): Die Grundstücke Nr. 112/1 und Nr. 112/2 bei EZ 8; Nr. 112/3, 112/4, 119/3, 119/4, 119/6, 119/7, 119/8, 120/3, 120/4, 121/5 und 121/6 bei EZ 126; Nr. 119/1 in EZ 19; Nr. 119/2, 119/5, 121/1, 121/4 in EZ 4; Nr. 120/1, 120/2 iin EZ 2, alle KG 61065 Unterbergla.

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[9]

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich zwei Symbole:
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Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[10] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Adresse. Außerdem ist es möglich, die Tabelle nach der Katastralgemeinde zu sortieren.

Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.

Literatur

  • Zur Gemeinde Unterbergla gibt es keine Einträge im Dehio-Handbuch.
  • Christoph Gutjahr: Ur- und Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie. In: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. (Bezirkstopographie). Graz-Deutschlandsberg 2005. ISBN 3-901938-15-X. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Seiten 19–48.
  • Bundesdenkmalamt: Fundberichte aus Österreich. (FÖ) Herausgegeben von der Abteilung des Bundesdenkmalamtes für Bodendenkmale in Wien, Hofburg, Säulenstiege. Die einmal jährlich erscheinenden Bände dieser Reihe enthalten erste kurzgefasste archäologische Fundmeldungen und eingehendere Grabungsberichte aus dem Berichtsjahr sowie wissenschaftliche Beiträge aus den Fachgebieten Ur- und Frühgeschichte, Provinzialrömische Archäologie sowie Mittelalter- und Neuzeitarchäologie und den historischen sowie naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen. Verlag Berger, Horn. ISSN 0429-8926.

Einzelnachweise

  1. Archäologische Ausgrabungen.
  2. Gerald Fuchs: Neues aus dem Laßnitztal. Archäologie im Abschnitt Weitersdorf-Wettmannstätten der Koralmbahn. In: Fundberichte aus Österreich. Band 48, Jahrgang 2009, Wien 2010. Seiten 290–302.
  3. Gerald Fuchs, Gerhard Harer, Irmengard Kainz, Klaus-Michael Schneider: Ein Modellfall für die Zusammenarbeit zwischen Planung und archäologischer Denkmalpflege am Beispiel der Koralmbahn Graz–Klagenfurt im Abschnitt Werndorf–Deutschlandsberg. In: Fundberichte aus Österreich (FÖ). Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Wien. Band 36 Jahrgang 1997. ISBN 3-85028-305-4. Seiten 269–280. Mit einem Übersichtsplan zu den archäologischen Fundstellen und Fundhoffnungsgebieten im mittleren Laßnitztal.
  4. Christoph Gutjahr: Ur- und Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie. Seiten 27–28 (Bild einer neolithischen Grube auf Seite 27).
  5. Fundberichte aus Österreich, Band 40, 2001. Wien 2002, Seite 48.
  6. Susanne Lamm: Die Villa rustica von Grünau - Zwischenbericht eines Dissertationsprojektes (Stand Jänner 2009). In: Fundberichte aus Österreich. Band 48, Jahrgang 2009, Wien 2010. Seiten 107–115.
  7. Susanne Lamm: Die römische Villa von Grünau: Funde und Befunde der Grabungssaisonen 1991, 1992, 2001 und 2002. Dissertation an der Universität Graz, 2011.
  8. Gerald Fuchs: Die römische Straße im Laßnitztal, Weststeiermark - ein Forschungsbericht. In: Elisabeth Walde, Gerald Grabher (Hrsg.): Via Claudia Augusta und die Römerstraßenforschung im östlichen Alpenraum. Innsbruck university press. In der Reihe: IKARUS Innsbrucker klassisch-archäologische Universitätsschriften. Band 1. Innsbruck 2006. ISBN 978-3-901249-92-1. Seiten 440–456 (mit Landkarten und Katasterplänen zum genauen Verlauf der Straße).
  9. Steiermark – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  10. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.
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