Loferer Alm

Die Loferer Alm ist eine 422 ha große Hochalm im Salzburger Land. Sie gehört zum Gemeindegebiet von Lofer, liegt ca. 800 m oberhalb westlich des Saalachtales und erstreckt sich in einer Höhenlage zwischen 1.300 und 1.747 m. Sie gehört zur Katastralgemeinde Hallenstein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Lage

Die Loferer Alm ist die größte Genossenschaftsalm des Pinzgaues. Von der Gesamtfläche von 422 ha sind 82 ha Wald und 22 ha Ödland. Es steht damit eine Weidefläche von 318 ha zur Verfügung. Zusätzlich können von der Almgenossenschafts 41 ha Servitutsweide der benachbarten Bayerischen Saalforste genutzt werden.[1] Die Alm ist durch eine asphaltierte Bergstraße und eine Gondelbahn mit zwei Sektionen, die ganzjährig in Betrieb ist, erschlossen. Von Lofer aus ist die Zufahrt zur Alm im Sommer auch mit Privatautos, im Winter nur mit der Bergbahn und Privatbussen möglich. Das Almgebiet ist touristisch erschlossen (höchste Liftstation in 1.700 m Höhe) und erlaubt einen Rundblick auf die Loferer- und Leoganger Steinberge, die Reiteralpe, den Wilder Kaiser und die Chiemgauer Alpen. Der Wirmbach entspringt auf der Alm und stürzt als Wasserfall nach Lofer. Vorher bildet er einen kleinen Speichersee für die Beschneiungsanlagen des Skigebietes.

Nutzung

Almwirtschaft

Die historische Bewirtschaftung erfolgte durch die vor Jahrhunderten gegründete Almgenossenschaft St. Martin mit Almauftrieb der Rinder und der Butter- und Käseherstellung. Die Almhütten bekamen teilweise einen Ausschank, wobei die Sennerei einen besonderen Vorzug hatte. Die Anzahl der im Jahre 2005 aufgetrieben Nutztiere betrug: 230 Kühe, 106 Kalbinnen, 109 Kälber und drei Ziegen. 18 der 36 noch bestehenden Almhütten wurden in diesem Jahr noch bewirtschaftet.[1] Der Almabtrieb erfolgt in festlicher Form am Ende des Almsommers Ende September.

Tourismus

Die Gastronomie besteht aus den Häusern „Haus Schönblick“, dem Restaurant „Soderkaser“ - beide ohne Übernachtungsmöglichkeit, sowie dem „Haus Gertraud in der Sonne“ mit Übernachtung.

Wintersport

Im Winter wird die Alm zum Skifahren, Snowboarden, Skilanglauf und zum Rodeln genutzt. Die Bergbahngesellschaft betreibt eine Gondelbahn in zwei Sektionen von Lofer (650 m) über die Mittelstation Loderbichl (1005 m) zur Loferer Alm/Bergstation (1400 m) sowie drei Schlepplifte und zwei Sesselbahnen auf der Almfläche, weiterhin einige kleinere Liftanlagen bei der Mittelstation. Die Loferer Alm verfügt über 46 km Abfahrtspisten, Tiefschneebereiche und Skischulen. Die längste Skiabfahrt führt von Schönbühel bis Lofer mit einer Abfahrtslänge von 9 km (bei 1000m Höhenunterschied). Darüber hinaus ist eine Höhenloipe von 4 km Länge vorhanden. Die Almfläche ist selbst bei hohen Schneelagen lawinensicher.

Sommertourismus

Im Sommer lädt das Gebiet zu Wanderungen und Bergtouren, auch über einen Klettersteig, ein. Die Alm ist Ausgangspunkt für Bergwanderungen zur Steinplatte und Winklmoos-Alm, zum Dietrichshorn, dem Grubhörndl und nach Unken. Besonders die vielfältige Flora zieht im Sommer viele Touristen an. Ein Lehrpfad von Lofer auf die Loferer Alm wurde 2005 fertiggestellt. Dieser Weg ist mit Informationstafeln gestaltet, die Einblicke in Landschaft, Fauna und Kultur des Saalachtales und der Alm geben. Jeden Sommer werden drei katholische Bergmessen gefeiert und mindestens ein Tag mit Almkonzerten der Loferer Bürgermusik gestaltet.

Geschichte und Besucher

Schon vor dem 30 jährigen Krieg wurde die Loferer Alm von der Bevölkerung zur Grünwirtschaft und als Fluchtburg genutzt und ständig landwirtschaftlich weiter erschlossen. Der Verleger des Bergverlag Rudolf Rother („Der Winter“ und „Der Bergkamerad“) erlebte die Alm 1931 zum ersten Mal und beschloss gemeinsam mit Major Karl Baumgartner vom Hotel Bräu in Lofer, die Alm durch den Bau des großen Holzhotels „Haus Gertraud in der Sonne“ (1931-1933) touristisch zu erschließen. Major Baumgartner besuchte 1945 die Alm gemeinsam mit Bundeskanzler Leopold Figl. Im Winter Februar 1968 fuhren Richard Burton, Elizabeth Taylor und Clint Eastwood anlässlich der Dreharbeiten zu dem Film Agenten sterben einsam mit einer Pferdekutsche auf die Alm.

Persönlichkeiten

Bürgermeister Josef Färbinger (1926-2008), Ehrenbürger von Lofer, Initiator des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg, und Mäzen der größten historischen Fotosammlung im Salzburger Land. Gastronom Major Karl Baumgartner (1887-ca.1959?), Inhaber und Betreiber des "Hotels Bräu" in Lofer und letzter Adjutant von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn, auch beim Attentat von Sarajewo auf ihn und seine Frau Sophie Chotek,Herzogin von Hohenberg. Verleger Rudolf Rother (1887-1969) aus München, Erbauer des ersten größeren Berghotels nur aus Natursteinen und Holz, und Initiator des Skisports in Lofer auf der Loferer Alm.

Einzelnachweise

  1. a b Saalacherlebniswelt - vom Ursprung bis zur Mündung - ein Kulturraum

Weblinks

Homepage der Loferer Alm-Bahnen

47.60861111111112.6536111111111400Koordinaten: 47° 36′ 31″ N, 12° 39′ 13″ O