Lokalbahn Göpfritz–Raabs

Göpfritz–Raabs an der Thaya
Bahnhof Raabs an der Thaya
Bahnhof Raabs an der Thaya
Streckennummer: 175 01
Streckenlänge: 19,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Wien FJB
Bahnhof, Station
0,0 Göpfritz an der Wild
   
nach Gmünd
   
5,6 Schönfeld-Kirchberg
   
8,5 Groß-Siegharts
   
11,3 Sieghartsles
   
12,4 Weinern
   
15,2 Pfaffenschlag-Aigen
   
17,9 Oberndorf bei Raabs
   
19,5 Raabs an der Thaya

Die Lokalbahn Göpfritz–Raabs ist eine stillgelegte Nebenbahn im niederösterreichischen Waldviertel. Sie führt von Göpfritz an der Wild über Groß-Siegharts nach Raabs an der Thaya.

Bahnhof Groß-Siegharts, 2002
Die letzte offizielle Bedienung des Bahnhofes Raabs am 27. September 2000

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Strecke war ursprünglich im Jahre 1890 als Schmalspurbahn Göpfritz an der Wild - Mährisch Budwitz (71 km) geplant und mit Erlass vom 7. August 1890 des k.u.k. Handelsministeriums genehmigt worden, worauf am 10. September 1891 die Trassenrevision erfolgte. Wegen der Einwände von Seiten der Gemeinde Raabs an der Thaya und der Generaldirektion der k.k. Staatsbahnen wurde dieses Schmalspurprojekt nicht umgesetzt.

Am 16. Februar 1894 erhielten Rudolf Graf van der Straten, Richard Baron Suttner, Josef Adensamer (Industrieller) und die Gemeinde Groß-Siegharts mit einer Concessionsurkunde das Recht zum Bau einer normalspurigen Lokalbahn von der Station Göpfritz der Staatsbahnlinie Wien-Eger nach Groß-Siegharts mit eventueller Fortsetzung bis Raabs an der Thaya. Bereits am 18. August 1895, dem Geburtstag Kaiser Franz Josefs erfolgte die feierliche Eröffnung der Strecke bis Groß-Siegharts.

Beim Weiterbau der Strecke wurden Unstimmigkeiten betreffend den Endbahnhof Oberndorf an der Thaya oder Raabs an der Thaya im Herbst des Jahres 1899 mit Baubeginn der Strecke Groß-Siegharts - Raabs an der Thaya beendet. Die Konzession wurde am 21. Juni 1899 erteilt und die Strecke am 14. Oktober 1900 eröffnet.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte den ursprünglich geplanten Ausbau der Strecke von Raabs an der Thaya über Drosendorf weiter nach Znaim. Diese Verbindung wurde am 1. Juli 1897 vorkonzessioniert, aber nie verwirklicht.

Am 1. Januar 1930 erfolgte die Verstaatlichung der Strecke gemäß Kundmachung des BM für Handel und Verkehr vom 12. Oktober 1929.

Betrieb

Der erste fahrplanmäßige Zug auf der Strecke Göpfritz an der Wild - Groß-Siegharts war Zug Nr.: 3052, er verkehrte am 19. August 1895 mit Lok 9779 und 5 Wagen besetzt mit 27 Reisenden, Abfahrt vom Bahnhof Groß-Siegharts um 04:00 Uhr, Ankunft im Bahnhof Göpfritz um 04:36 Uhr. Der erste fahrplanmäßige Zug auf der Strecke Raabs an der Thaya - Groß-Siegharts verkehrte am 15. Oktober 1900 mit Lok 9791 und 3 Wagen, Abfahrt am Bahnhof Raabs an der Thaya um 03:10 Uhr, Ankunft im Bahnhof Göpfritz um 04:36 Uhr mit Lokführer Michael Renner und Heizer Alois Reck am Führerstand.

Der Bahnhof Groß-Siegharts wurde am 1. Januar 1979 in eine Halte- und Ladestelle und der Bahnhof Raabs an der Thaya in einen Geschäftsführerbahnhof umgewandelt und dem Bahnhof Göpfritz unterstellt.

Der Personenverkehr wurde, wie auf mehreren anderen Strecken im Waldviertel, am 28. September 1986 eingestellt, der verbliebene Güterverkehr erst im Jahr 2001. Zuletzt wurden noch die Lagerhäuser der landwirtschaftlichen Genossenschaften in Groß Siegharts und Raabs bedient. Derzeit ist die Strecke wegen Unbefahrbarkeit für den Gesamtverkehr gesperrt.

Fahrzeuge

Ab 1927 verkehrte der 4-achsige Dieseltriebwagen VT 12.02.

Die wenigen Züge wurden zwischen 1970 und 1992 vorwiegend durch die Baureihe 2045 geführt. Nach 1992 verkehrten die Baureihen 2043/2143 bis zum Ende des Gesamtbetriebes auf dieser Strecke. Die letzte offizielle Bedienung der Strecke erfolgte am 27. September 2000 (Kartoffeltransport).

Zukunftspläne

Im Frühjahr 2009 gab es Überlegungen seitens der Anrainergemeinden, die Bahnstrecke von den ÖBB zu übernehmen und einer Nachnutzung als Rad- oder Wanderweg zuzuführen. Diese Idee wurde jedoch aufgrund der Ablöseforderungen der ÖBB nicht weiter verfolgt. Diese Idee wurde jedoch 2010 in einem gemeinsamen Projekt "Thayatalradweg" inklusive der Thayatalbahn wieder aufgegriffen und könnte schon bald in die Bauphase eines Familienradweges übergehen, wenn die Finanzierungen restlos geklärt sind.

Weiters hat man versucht die Strecke anlässlich der Landesausstellung Österreich. Tschechien. geteilt – getrennt – vereint in Raabs mit einem Touristenzug, ähnlich dem Reblausexpress, wiederzubeleben. Dieses Projekt wurde jedoch nicht verwirklicht, weil nie geklärt werden konnte, wie die Strecke nach der Landesausstellung weiter zu nutzen wäre.

Weblinks