Lokalbahn Schlackenwerth–Joachimsthal

Ostrov nad Ohří–Jáchymov
Streckenlänge: 8,8 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 52,6 
Strecke – geradeaus
von Chomutov
Bahnhof, Station
0,00 Ostrov nad Ohří früher Schlackenwerth 385 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Cheb
   
2,0 Ostrov nad Ohří zastávka früher Schlackenwerth Hp
   
3,62 Anschlussbahn Škoda Ostrov
   
3,8 Dolní Žďár früher Unterbrand
   
6,1 Horní Žďár früher Oberbrand
   
Jáchymovsky tunel (18 m)
   
Scheitelpunkt 612,5 m
   
8,8 Jáchymov früher St. Joachimsthal
   
Anst Tabakfabrik

Die Lokalbahn Schlackenwerth–Joachimsthal (tschech.: Místní dráha Ostrov-Jáchymov) war eine private Lokalbahn im heutigen Tschechien. Die Strecke begann in Ostrov nad Ohří (Schlackenwerth) und führte nach Jáchymov (St. Joachimsthal) im böhmischen Erzgebirge. Mit Neigungen bis 50 Promille war die Strecke früher eine der steilsten Eisenbahnstrecken in Böhmen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Lokalbahn Schlackenwerth–Joachimsthal wurde von der Stadt St. Joachimsthal und der Buschtěhrader Eisenbahngesellschaft (BEB) als Mehrheitseigentümer begründet. Die Konzession zum Bau und Betrieb einer normalspurigen Localbahn von der Station Schlackenwerth der ausschließlich privilegierten Buschtěhrader Eisenbahn nach Joachimsthal mit einer Schleppbahn zur dortigen Tabakfabrik wurde am 5. September 1895 erteilt.[1] Am 21. Dezember 1896 wurde die Strecke eröffnet.

Den Betrieb führten zunächst die k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB) im Auftrag der Lokalbahn Schlackenwerth–Joachimsthal durch. Nach dem Ersten Weltkrieg traten an Stelle der kkStB die neugründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD. Am 1. Januar 1925 wurde die Lokalbahn Schlackenwerth–Joachimsthal per Gesetz verstaatlicht und die Strecke wurde ins Netz der ČSD integriert[2].

Ab 1927 kamen auf der Strecke in verkehrsschwachen Zeiten erstmals Triebwagen zum Einsatz.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 166g Schlackenwerth–Radiumbad St. Joachimsthal enthalten.

Nach Kriegsende kam die Strecke wieder zur ČSD. Diese betrieb die Gesamtstrecke noch bis zum 3. August 1957.[3] Der Steilstreckenabschnitt zwischen Dolní Žďár (Niederbrand) und Jáchymov wurde wenig später abgebaut. Die Bedienung der Anschlussbahn des O-Busherstellers Škoda Ostrov in Ostrov nad Ohří wurde noch bis zum 30. Juni 2004 aufrechterhalten, seitdem ruht auch auf der Reststrecke jeglicher Verkehr.


Fahrzeugeinsatz

Auf der Strecke Schlackenwerth-Joachimsthal kamen wegen der enormen Steigung stets recht leistungsstarke Lokalbahnlokomotiven zum Einsatz. Belegt ist der Einsatz von Lokomotiven der kkStB-Reihe 99 (ČSD 320.0) des Depots Karlsbad.

1927 verkehrte versuchsweise ein Schienenbus (ČSD M 120.101), welcher auf Grundlage eines Straßenbusses von Praga entstanden war. Ab 1929 wurden Tatra-Turmtriebwagen der ČSD-Baureihe M 120.3 planmäßig nach Joachimsthal eingesetzt.


Einzelnachweise

  1. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=rgb&datum=18950004&seite=00000585
  2. [1] Gesetzestext auf www.parliament.cz
  3. Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku. Dokořán, Praha 2009, ISBN 978-80-7363-129-1, S. 46.

Weblinks