Lucky Loser

Lucky Loser (englisch: glücklicher Verlierer) ist ein Fachausdruck (Sport). Er bezeichnet einen Spieler, der in der Qualifikation verliert, aber dennoch weiter im Wettbewerb verbleibt.

Gründe für Verbleib im Wettbewerb

Die Gründe für ein solches Nachrücken können sehr unterschiedlich sein. Ursprünglich handelte es sich lediglich um das Nachrücken bei Ausfall eines qualifizierten Teilnehmers (z.B. wegen Verletzung). Inzwischen sind auch Wettkampfsysteme gebräuchlich, bei denen automatisch die „besten Verlierer“ weiterkommen. Prominentestes Beispiel hierfür ist der KO-Modus bei der Vierschanzentournee.

Auswahl des nachrückenden Verlierers

Lucky-Loser-Regelungen enthalten auch Festlegungen darüber, wie die "besten Verlierer" ermittelt werden.

  • Bei der Vierschanzentournee rücken neben den 25 Siegern des 1. Durchgangs die fünf punktbesten Verlierer auf.
  • Im Tennis war ursprünglich die Weltrangliste für die Bestimmung des "besten Verlierers" maßgeblich. Um Manipulationen zu vermeiden, wird nun bei Grand-Slam-Turnieren nicht mehr automatisch der bestplatzierte Spieler ausgewählt, sondern aus den vier besten Verlierern der letzten Qualifikationsrunde ein Nachrücker per Losentscheid ermittelt.

Grenzfälle

Vergleichbare Verfahren gibt es in zahlreichen Sportarten, wobei nicht in jedem Fall die Bezeichnung Lucky Loser gebräuchlich ist.

  • In der Leichtathletik werden die Starterfelder der Wurf- und Sprungdisziplinen auf zwölf Sportler aufgefüllt, wenn weniger Teilnehmer die geforderte Qualifikationsleistung erreichen.
  • Bei der Fußball-Europameisterschaft 1992 wurde die Mannschaft Jugoslawiens als Reaktion auf den dort herrschenden militärischen Konflikt nicht zum Turnier zugelassen. Stattdessen startete die in der Qualifikation den Jugoslawen unterlegene Mannschaft aus Dänemark und wurde schließlich Europameister.