Ludwig Berwald

Ludwig Berwald (* 8. Dezember 1883 in Prag; † 20. April 1942 im Getto Lodz/Litzmannstadt) war ein österreichischer Mathematiker deutschböhmischer Herkunft.

Leben

Nach der Matura in seiner Heimatstadt studierte Ludwig Berwald in München Mathematik und schloss erfolgreich mit der Promotion bei Aurel Voss ab (Krümmungseigenschaften der Brennflächen eines geradlinigen Strahlensystems und der in ihm enthaltenen Regelflächen). Zurück in Prag konnte er sich 1919 an der Deutschen Universität habilitieren.

1922 ernannte man ihn zum a.o. Prof. der Mathematik und bereits fünf Jahre später avancierte Berwald dort zum o. Prof. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Probleme von Differentialgeometrie und die geometrische Variationsrechnung. Berwalds Berechnungen zur affinen Flächentheorie in der Riemannschen Geometrie und die der Parallelübertragung in Räumen mit allgemeiner Maßbestimmung fanden unter seinen Kollegen besondere Beachtung.

Berwald war einer der Ersten, die nach der deutschen Besetzung mit einem Arbeitsverbot belegt wurden. Mit 58 Jahren wurde er 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Adler in das Getto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Dort verhungerte Ludwig Berwald kurz nach dem Tod seiner Ehefrau am 20. April 1942.

Literatur

Weblinks

 Wikisource: Ludwig Berwald – Quellen und Volltexte