Ludwig Jedlicka

Ludwig Jedlicka (* 26. Mai 1916 in Wien; † 29. April 1977 in Salzburg) war ein österreichischer Historiker und Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW).

Grabmal von Ludwig Jedlicka auf dem Neustifter Friedhof

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jedlicka trat 1930 in die Hitlerjugend (HJ) ein. 1935 und nochmals 1938 wurde er als „Illegaler“ (zwischen 1933 und 1938) in die NSDAP aufgenommen und erhielt die Mitgliedsnummer 6.303.250. Noch im gleichen Jahr wurde er HJ-Gefolgschaftsführer. Er war auch Pressereferent der illegalen HJ-Presse, 1936 vorübergehend im Nachrichtendienst der NSDAP und führte kurzzeitig die Fachschaft der Historiker. Jedlicka war einer der Rädelsführer der Hitlerjugend am 8. Oktober 1938 beim Sturm auf das Erzbischöfliche Palais in Wien.[1] 1940 promovierte Jedlicka. 1941 wurde er HJ-Stammführer. Weil er 1934 auch Mitglied der Vaterländischen Front und 1938 dort Zellenführer war, wurde im April 1941 ein Parteiverfahren der NSDAP gegen Jedlicka eingeleitet, das offenbar ohne ernste Folgen blieb. 1943 schloss er sich dem militärischen Widerstand an und lieferte in der Gruppe Szokoll den Alliierten wertvolle Informationen.[2]

Von 1954 bis 1961 war Jedlicka Kustos am Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. 1963 gründete er, gemeinsam mit August Maria Knoll, Paul Schärf und Herbert Steiner, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), eine Dokumentations- und Forschungseinrichtung zur Geschichte Österreichs in der Zeit des Nationalsozialismus.

Ab 1966 war er als Universitätsprofessor und Vorstand des von ihm gegründeten Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien tätig.

Auszeichnungen

Werke (Auszug)

  • „Hoch- und Deutschmeister“- 700 Jahre deutsches Soldatentum. 1944.
  • Ein Heer im Schatten der Parteien. Wien 1955.
  • Der 20. Juli 1944 in Österreich. Herold, Wien 1965.
  • Ende und Anfang. Österreich 1918/1919. Salzburg 1969.
  • Vom alten zum neuen Österreich. Wien 1975.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kurt Dieman-Dichtl: Allzeit getreu. Ein anderes Neustadtbuch. Ketterl, Mauerbach 1999, ISBN 3-85134-012-4, S. 58.
  2. Peter Broucek: Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Böhlau, Wien 1988, ISBN 3-20508-749-6, S. 45.