Ludwig Landgrebe

Ludwig Landgrebe (* 9. März 1902 in Wien; † 14. August 1991 in Köln) war ein Phänomenologe und Philosoph.

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Leben

Ludwig Landgrebe, ein Kaufmannssohn, studierte zunächst in Wien Philosophie, Geschichte und Geographie. Zur Vertiefung seiner Kenntnisse wechselte er angeregt durch Schriften Max Schelers nach Freiburg. 1923 wurde er Assistent von Edmund Husserl. Nach der Promotion 1927 erfolgte die Habilitation 1935 in Prag bei Oskar Kraus. Nachdem er maßgeblich an der Verlagerung des wissenschaftlichen Nachlasses von Husserl beteiligt gewesen war, arbeitete er ab 1939 gemeinsam mit Husserls letztem Assistenten Eugen Fink in Löwen am dort eingerichteten Husserl-Archiv. Als Ehemann Ilse Maria Goldschmidts, Tochter Arthur Goldschmidts, der in jugendlichem Alter vom Judentum zum Christentum konvertierte, und Schwester des Schriftstellers Georges-Arthur Goldschmidt, wurde er 1940 mit seiner Familie nach Belgien deportiert und musste im Anschluss seinen Lebensunterhalt mit kaufmännischen Hilfsarbeiten in Hamburg verdienen.

1945 erreichte er eine Umhabilitierung nach Hamburg und wurde 1947 Ordinarius in Kiel, wo Hans Blumenberg zu seinen Schülern gehörte. 1954 übernahm er einen Lehrstuhl in Köln, um dort das Husserl-Archiv der Universität zu leiten. Landgrebe gilt als einer der engsten Schüler Husserls, der aber auch eigenständige Schwerpunkte im Bereich Geschichte, Religion und Politik entwickelte. Hier findet sich eine Nähe zur Existenzphilosophie und zur Metaphysik.

Werke

  • Wilhelm Diltheys Theorie der Geisteswissenschaften, Halle 1928 (Dissertation)
  • Nennfunktion und Wortbedeutung. Eine Studie über Martys Sprachphilosophie, Halle 1934 (Habilitationsschrift)
  • Was bedeutet uns heute Philosophie, Hamburg 1948 (2. Aufl. 1954)
  • Phänomenologie und Metaphysik, Hamburg 1949 (Aufsatzsammlung)
  • Philosophie der Gegenwart, Bonn 1952 (2. Aufl. Frankfurt/M 1957)
  • Der Weg der Phänomenologie, Gütersloh 1963 (4. Aufl. 1978)
  • Phänomenologie und Geschichte, Gütersloh 1968
  • Über einige Grundfragen der Philosophie der Politik, Köln/Opladen 1969
  • Faktizität und Individuation. Studien zu den Grundfragen der Phänomenologie, Hamburg 1982 (Bibliographie S. 157 - 162)
  • Der Begriff des Erlebens. Ein Beitrag zur Kritik unseres Selbstverständnisses und zum Problem der seelischen Ganzheit [verfaßt 1929-1932]. Hrsg von Karel Novotny (Reihe: Orbis Phaenomenologicus - Quellen. Neue Folge 2) Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2010 ISBN 978-3-8260-3890-7

Literatur

Weblinks