Ludwig von Fautz

Ludwig Ritter von Fautz (* 20. August 1811 in Wien; † 23. Februar 1880 in Penzing, heute Wien) war Vizeadmiral und Kommandant der österreichischen Marine.

Ludwig Ritter von Fautz als Konteradmiral um 1860

Leben

Nach dem Eintritt in die Kriegsmarine am 1. Mai 1828 war Fautz 1829 als Marinekadett bei der Bombardierung marokkanischer Atlantikhäfen, als Reaktion auf die Kaperung eines österreichischen Schiffes durch marokkanische Piraten, dabei. Im italienischen Krieg 1848/49 war er unter Vizeadmiral Hans Birch Dahlerup an der Blockade von Venedig und der Beschießung von Ancona als Kommandant der Raddampfer SMS Vulkan und SMS Curtatone beteiligt. Dabei erlitt er eine schwere Verwundung, an deren Folgen er bis zu seinem Lebensende litt.[1] Er erhielt für diesen Einsatz am 14. Juni 1849 für „erwiesene Tapferkeit“ das Ritterkreuz des Leopoldordens verliehen. Auch bei der Aktion der unter dem Kommando von General Lazarus Freiherr von Mamula stehenden Landstreitkräften gegen die Bocche di Cattaro 1849, war Fautz als Geschwaderkommandant beteiligt.

Mit der 1832 erbauten Segelfregatte SMS Venus unternahm er zahlreiche Schulungsfahrten für das Marinekollegium im Mittelmeer und fuhr 1850 nach Neapel, Lissabon und Madeira, sowie 1851 nach Westindien, wo er in Saint Thomas, La Guaira in der Bahamasstrasse und auch in Havanna auf Kuba war.[2][1] Er war außerdem Träger des Militärverdienstkreuzes, Kommandeur des päpstlichen Gregoriusorden, des griechischen Erlöserordens sowie Geheimer Rat.[3]

Ernennungsurkunde zum Ritter aus dem Jahr 1854

Im März 1852 wurde Fautz Kapitän eines Linienschiffes und war einer der ersten österreichischen Linienschiffskapitäne, die ein dampfbetriebenes Schlachtschiff kommandierten. Mit 27. Dezember 1854 wurde er in den Ritterstand des Österreichischen Kaiserreiches erhoben. 1856 erfolgte die Ernennung zum Konteradmiral. Er war unter Erzherzog Ferdinand Max 1852/1853, 1855 und 1859/1860 Geschwaderkommandant sowie dessen Stellvertreter von 1858 bis 1860.[1] In der Zeit von 1860 bis 1865 war Fautz Kommandant der gesamten österreichischen Marine, seit 1864 als Vizeadmiral, von Juli 1865, mit der Abschaffung des Marineministeriums, bis März 1868 diente er als Chef der Marinesektion im k.u.k. Kriegsministerium.[4] Sein Nachfolger wurde Wilhelm von Tegetthoff mit dem er die Jahre zuvor zahlreiche Differenzen gehabt hatte.

Einzelnachweise

  1. a b c Heinrich Bayer von Bayersburg: Österreichs Admirale. Bergland Verlag, 1962, Band 1, S. 26.
  2. Hans Birch Freiherr von Dahlerup: In österreichischen Diensten. Band 2, S. 18, 28, 100 und 213.
  3. Hof- und Staatshandbuch des Kaiserthumes Österreich. k.k.Kriegsmarine, Wien 1868, S. 184.
  4. Heinrich Bayer von Bayersburg: Österreichs Admirale. Bergland Verlag, 1962, Band 1, S. 25; sowie Lawrence Sondhaus: The naval policy of Austria-Hungary, 1867-1918. Navalism, industrial development, and the politics of dualism. Purdue University Press, West Lafayette, Ind. 1994, ISBN 1-55753-034-3, S. 8 und 385.