Ludwigstorff

Wappen der Freiherren von Ludwigstorff 1703

Ludwigstorff ist ein österreichisches Hochadelsgeschlecht.

Geschichte

Die Geschichte der Familie reicht bis ins 15. Jahrhundert in Holland zurück, von wo sie stammten. Die Ludwigstorff hießen ursprünglich Katzy. Johann Katzy, latinisiert Katzius, Doktor der Medizin, in kaiserlichen Diensten, wurde 1589 von Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand erhoben. Rudolf Katzy, der Großvater von Johann Rudolf, erhielt 1632 von Kaiser Ferdinand II. eine Bestätigung seines Adels und eine Wappenbesserung. Vater Karl Rudolf Katzy und Sohn Johann Rudolf waren beide landesfürstliche Beamte, und zwar als Regimentsräte des Regiments der Niederösterreichischen Lande, der späteren Niederösterreichischen Statthalterei. Karl Rudolf Katzy wurde 1697 von Kaiser Leopold I. in den Reichsritterstand mit dem Prädíkat „Edler von Ludwigstorff“ erhoben und 1699 unter die neuen Geschlechter des niederösterreichischen Ritterstandes aufgenommen. Von ihm stammt der Rat, die bekannt Pestsäule in Wien auf dem Graben aufzustellen. Johann Rudolf, der Käufer der Herrschaft Guntersdorf, war ab 1686 als Sekretär im Niederösterreichischen Regiment tätig, wurde 1700 zum Regimentsrat befördert, 1703 von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben, 1710 von Kaiser Joseph I. als Freiherr bestätigt und 1712 in die alten Geschlechter des niederösterreichischen Ritterstandes übernommen, 1910 Grafenstand.

Mitglieder der Familie waren Rektoren der Universität Wien. Bekannt wurde Carl von Ludwigstorff, der als Fürstgroßprior des Malteserordens das Begräbnis von Kaiser Franz Josef I. mitgestaltete. Dominik Ludwigstorff wurde Chef des Hauses im Jahre 1990. Er ist mit einer geborenen Gräfin Kinsky verheiratet.[1]

Als eines von 64 gräflichen Geschlechtern hatte die Familie einen erblichen Sitz im Herrenhaus, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates.

Besitztümer

Schloss Guntersdorf

Otto Christoph Teufel, Freiherr zu Guntersdorf, verkaufte am 1. Juni 1688 die Grundherrschaft Guntersdorf dem Johann Karl Graf von Serenyi für 198.896 Gulden.

Laut Kaufvertrag vom 10. Dezember 1717 veräußerte Karl Anton Graf von Serenyi die Herrschaft wiederum an Johann Rudolf Freiherrn von Ludwigsdorf um 236.000 Gulden, mit Schloss Guntersdorf [nahe Hollabrunn], Maierhof, Brauhaus, dazu Zier- und Obstgärten, Ackerland – 620 Joch - , Wiesen, Weingärten und Wälder, weiters die Zahl der Untertanen der Herrschaft in den Ämtern Guntersdorf, Schöngrabern, Großnondorf, Grund, Watzelsdorf, Kalladorf, Obersteinabrunn und Wullersdorf mit allen ihren Abgaben, wie Haus- und Überländdienste, Wein- und Körnerzehent, Taz und Ungeld, sowie die Einkünfte aus dem Landgericht, das die Gerichtsbarkeit über 850 Häuser ausübte.[2]

Das Herrenhaus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und geplündert. Zum Schloss gehören rund 280 Hektar Ackerflächen und zwanzig Hektar Wald. Gutsinhaber war Carl Hugo Ludwigstorff, sein Enkel Dominik Ludwigstorff übernahm Schloss und Gutsverwaltung im Jahre 1990.[3]

Einzelnachweise

  1. Thomas Jorda: Glück der Liebe. In: Adel verpflichtet: eine Serie der NÖN. Niederösterreichische Nachrichten, 11. April 2011, abgerufen am 17. Mai 2012.
  2. Anton Eggendorfer: „Guntersdorf und Großnondorf im 17. und 18. Jahrhundert (1688 – 1780) - Vom Ende der Türkengefahr bis zum Regierungsantritt Kaiser Josephs II, S. 1-2
  3. Thomas Jorda: Glück der Liebe. In: Adel verpflichtet: eine Serie der NÖN. Niederösterreichische Nachrichten, 11. April 2011, abgerufen am 17. Mai 2012.