Möslalm

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Möslalm
Lage Gleirschtal; Innsbruck-Hötting, Tirol; Talort: Scharnitz
Gebirgsgruppe Karwendel
Geographische Lage 47° 20′ 1″ N, 11° 20′ 35″ O47.33361111111111.3430555555561262Koordinaten: 47° 20′ 1″ N, 11° 20′ 35″ O
Höhenlage 1262 m ü. A.
Möslalm (Tirol)
Möslalm
Besitzer Stadt Innsbruck
Hüttentyp Almhütte
Erschließung Forststraße
Übliche Öffnungszeiten Sommersaison (Almbetrieb)
Beherbergung 0 Betten, 30 Lager

Die Möslalm, auch Arzler Kristenalm, als Adresse Klein-Christen, ist eine Alm im Karwendel. Sie gehört der Stadt Innsbruck und liegt auch in deren Gemeindegebiet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

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Möslalm (Alm, Adr. Klein-Christen)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Innsbruck-Stadtf8, Tirol
Gerichtsbezirk Innsbruck (Stadt)
Pol. Gemeinde Innsbruck  (KG Hötting)
Ortschaft Hötting
Fläche 30 km²
Postleitzahl A-6020 (6108 Scharnitz)
Statistische Kennzeichnung
Alm Mösl-Alm: Betriebsnummer 6802401
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; Stadt Innsbruck[1]

Die Alm befindet sich im Samertal, südöstlich dem Gleirschtal folgend (einem Nebental des Hinterautals östlich von Scharnitz, in welchem die Isar entspringt), im Bereich der Ortschaft und des Stadtteils Hötting,[1] auf 1262 m ü. A.. Sie liegt damit zwischen der Nordkette im Süden und der Gleirsch-Halltal-Kette im Norden sowie zwischen Kleinem Solstein (2637 m ü. A.) und Hohem Gleirsch (2492 m ü. A.). Bei der Möslalm zweigen das Kleinkristental nach Süden zur Frau Hitt (2270 m ü. A.) und das Gleirscher Riegelkar nach Nordosten zum Hohen Gleirsch ab.

Die Alm selbst umfasst den Talgrund beim Bodenwald, der Gleirschbach fließt hier unterirdisch, da er beim Kreidenegg 2 km taleinwärts versickert, und erst unterhalb, bei der Amtssäge (1223 m ü. A.), wieder als Quelle auftaucht. Der Name der Alm, zu Moos ‚Feuchtgebiet‘, bezieht sich darauf.

Bewirtschaftung

Die Alm umfasst drei Gebäude und eine Kapelle. Sie ist eine Melkalm und wird mit etwa 200 Stück Vieh bestoßen. Sie produziert vor Ort – bekannt ist sie besonders für den Graukäse.[2] Vor Ort erzeugte Produkte werden im Rahmen der Direktvermarktung angeboten.
Die Möslalm ist auch ein beliebter Einkehrbetrieb für Bergwanderer, insbesondere bei längeren Karwendeldurchquerungen. Weiters bietet sie eine Übernachtungsmöglichkeit mit 30 Lagern. Für Kinder existiert ein kleiner Streichelzoo.
Sie wird nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet, und verfügt über eine Pflanzenkläranlage.[2]

Bedeutung hat sie auch in der Landschaftspflege für die Stadtverwaltung, die dem Almpächter obliegt: Das Almgebiet umfasst rund 3.000 Hektar, also 13 des ganzen Stadtgebiets Innbrucks (105 km²),[2] wobei der direkte Raum um die Alm zu Hötting, der mittlere zu Mühlau und der hintere zu Arzl gehört.

Geschichte

Nordkette und Samerthal, um 1898–1905 (Detail aus Franzisco-Josephinische Landesaufnahme, Blatt 29-47 Innsbruck)

Das obere Gleirschtal (historisch Gleirs Thal) wird Samertal (alt Samer Thal) genannt.[3] Die Alpe hieß Samer-Alpe.[4] Hier befand sich ein wichtiger Säumerweg vom Salzbergbaugebiet des Halltals durch das Isstal und über das Stempeljoch (2215 m ü. A.), der direkt ins Bayerische und den Außerfern führt. Die benachbarte Alm im Mandltal, das zum Hafelekar führt, ist heute verfallen, ebenso die Pfeisalm nahe der heutigen Pfeishütte.

Der Name Arzler Kristenalm unterscheidet sie von der „Zirler“ Kristenalm im Großkristental, das zur Gemeinde Zirl gehört. Die Adresse Klein-Christen (alte Schreibweise des Talnamens) kommt vom Kleinkristental, das bei der Alm südwärts abzweigt.

Das Gebiet gehörte ursprünglich zur Gemeinde Hötting, und wurde 1938 mit dieser der Landeshauptstadt eingemeindet. Sie ist eine der fünf Almen im Besitz der Stadt Innsbruck und seit 80 Jahren – in dritter Generation – an die Familie Kircher aus Arzl verpachtet.[2][5]

Wege und Sehenswürdigkeiten

Die Almkapelle steht unter Denkmalschutz, sie datiert um 1900.[6]

Die Alm liegt vollständig im Alpenpark Karwendel, ein Naturpark und Europaschutzgebiet (FFH und Vogelschutz), einem der wichtigsten Tiroler Schutzgebiete (grenzübergreifend mit Bayern).

Das Wandergebiet gehört indirekt noch zur Olympiaregion Seefeld. Der Aufstieg erfolgt einfach von Scharnitz-Wiesenhof (Parkplätze Karwendeltäler, kostenpflichtig) durch die Gleirschklamm (oder diese auf der Forststraße umgehend) und die Amtssäge in etwa 3 Stunden, und ist auch als Mountainbikeroute interessant. Auch der Zugang von Innsbruck mit einem Abstieg von der Bergstation Hafelekar der Nordkettenbahn über das Tunigskar oder das Hafelekar und das Mandltal (ca. 2½ h) ist möglich.
Benachbart liegen die Hütten Amtssäge (1223 m ü. A.), die Kristenalm (1348 m ü. A.) im Großkristental, die Pfeishütte im Samertal und das Hafelekarhaus (2269 m ü. A.) der Nordkettenbahn.[7]

Nachweise

  1. a b Siehe Räumliches Bezugssystem, Referat Statistik und Berichtswesen, innsbruck.gv.at → Amt|Verwaltung → Statistiken|Zahlen; insbesondere die dort gegebenen Dokumente Räumliches Bezugssystem und Plandarstellung der Katastralgemeinden, der statistischen Stadtteile und der statistischen Bezirke
  2. a b c d Stadt Innsbruck, Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit/Medienservice: Aktive Almwirtschaft auf Innsbrucker Stadtgebiet. Die Möslalm und die Familie Kircher feiern ihr 80-jähriges Jubiläum, 30. August 2012;
    Für Innsbruck – Verein zur Förderung der Politik, Kultur und Wirtschaft in der Landeshauptstadt Innsbruck: Jubiläum auf Möslalm, 3. September 2012
  3. „Tiefe Längsthäler liegen zwischen den vier Gebirgsketten: Samerthal und Issthal, […] an ihren oberen Enden miteinander verbunden und nur durch die kurzen Wasserscheiden des Stempeljochs […] von einander getrennt.“ A. Rothpletz: Das Karwendelgebirge, Abdruck aus der Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, München 1888, Einleitung, S. 7 (online, archive.org).
    vergl. Blatt 29-47 Innsbruck der Generalkarte von Mitteleuropa 1:200.000 der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme, Österreich-Ungarn, ab 1887.
  4. So im Baedeker Ostalpen 1903 (englische Ausgabe online, archive.org, dort „In the E. prolongation of the Gleirsch-Thal (called the Samer-Thal) a bridle-path leads from the Amtssage via the Samer Alp (4935') and (2 hrs.) the Preis Alp (6235') to the (3 hrs.) Stempel-Joch (7275'), whence it descends steeply over debris to the (1/2 hr.) Haller Berghaus.“ Kapitel From Mittenwald to Walchensee and Kochel, S. o.A.)
  5. Möslalm - Tirol, tirol.at
  6. Almkapelle auf der Möslalm, Tiroler Kunstkataster
  7. Amtsäge, Kristenalm, Möslalm / Weg Nr. 221, 16, 213, seefeld.com;
    Möslalm, karwendel-urlaub.de;
    Möslalm im Gleirschtal, almhuetten-info.at;
    Möslalm-Pfeishütte - Scharnitz, tiscover.com;
    Zur Möslalm und Pfeishütte, bergfex.at (mit >GPS-tack und Höhenprofil).