Madlenerhaus

Madlenerhaus
DAV-Hütte Kategorie II
Im Hintergrund die Kresperspitze in der Silvretta
Im Hintergrund die Kresperspitze in der Silvretta
Lage unterhalb der Staumauer des Silvretta-Stausees im Großvermunt; Vorarlberg, Österreich
Gebirgsgruppe Silvretta
Geographische Lage 46° 55′ 3″ N, 10° 5′ 8″ O46.917510.0855555555561986Koordinaten: 46° 55′ 3″ N, 10° 5′ 8″ O
Höhenlage 1986 m ü. A.
Madlenerhaus (Vorarlberg)
Madlenerhaus
Besitzer Sektion Wiesbaden des DAV
Erbaut 1884
Hüttentyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Anfang Juni bis Mitte Oktober,
Weihnachten bis Mitte Januar,
Anfang Februar bis Ostern
Beherbergung 60 Betten, 24 Lager
Weblink www.madlenerhaus.at
Hüttenverzeichnis OeAV DAV

Das Madlenerhaus ist eine Berghütte des DAV (Sektion Wiesbaden) etwa 60 m unterhalb der Bielerhöhe in Vorarlberg, Österreich. Es liegt auf einer Höhe von 1986 m ü. A. westlich unterhalb der Staumauer des Silvretta-Stausees.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches

1878, vier Jahre nach dem Amtsantritt des Bregenzer Alpinisten Andreas Madlener, dem dritten Obmann in der Geschichte der Sektion Vorarlberg des Österreichischen Alpenvereins, wurde der Plan gefasst, zur besseren Erschließung der Silvretta eine Schutzhütte am Vermuntgletscher zu bauen. Die Sektion Vorarlberg begann 1882 mit dem Bau der Vermunthütte. Da Andreas Madlener im Jahr der Fertigstellung der Vermunthütte am 14. März verstarb, wurde diese am 24. August 1884 unter dem Namen Madlenerhaus eröffnet. Die Sektion geriet unter dem neuen Obmann Heinrich Hueter Jahre später in finanzielle Schwierigkeiten und war im Juni 1906 gezwungen, das Haus für 2.000 Mark an die Sektion Wiesbaden des DAV zu verkaufen, die es auch heute noch betreibt. Mit dem Kauf war die Auflage verbunden, den Namen beizubehalten. Ein Rückkauf war nicht mehr möglich. 1908 wurde ein Bettenhaus angebaut. Im selben Jahr kam es am Madlernerhaus zu Schäden durch einen Föhnsturm. In den Jahren 1926 und 1974 wiederholten sich diese Schäden. Ernest Hemingway war in Winter 1925/26 zusammen mit seinem Schrunser Skilehrer Lent mehrfach zu Gast. Das Haus fand in seinem Roman Schnee am Kilimandscharo (The Snows of Kilimanjaro) Erwähnung, als er sich an die Woche im Jahr 1925 zurückerinnert, in der er mit Lent auf der Hütte Poker spielte. 1927 wurde eine Giebelseite bei einem Unwetter zerstört. Bei der Instandsetzung wurde zugleich das Dachgeschoss ausgebaut. Von 1939 an wurde das Madlenerhaus kriegsbedingt zweckentfremdet. Beim Bau des Silvretta-Stausees wurde durch die Vorarlberger Illwerke zwischen Madlernerhaus und der entstehenden Staumauer eine Bausiedlung errichtet. Diese Siedlung trägt seitdem die Bezeichnung Silvrettadorf. Seit 1952 konnte die Hütte wieder touristisch genutzt werden. Im Jahr 1980 wurde das Gebäude durch Brand beschädigt. Am 31. Oktober 2001 kam es zu einem Großbrand bei, dem das Madlernerhaus zu zwei Dritteln zerstört wurde. Es konnte erst im Juni 2003 wiedereröffnet werden. Der Wiederaufbau mit Erweiterung (Querbau mit Sanitärräumen und neuer Bettenbau) kostete rund 1,4 Millionen Euro.

Anreise

Sommer

  • Mit dem PKW: Im Sommer ist die Hütte mit dem Auto über die Silvretta-Hochalpenstraße sowohl über das Montafon als auch vom Paznauntal zu erreichen.
  • Mit Bahn und Bus: Mit der Bahn fährt man bis Schruns (von Westen, Vorarlberg) bzw. Landeck (von Osten, Tirol) und anschließend mit dem Postbus zur Bielerhöhe (Haltestelle Madlenerhaus). Dann noch etwa fünf Minuten Fußweg zur Hütte.

Winter

Das Madlenerhaus ist von Partenen aus mit der Vermuntbahn und einem Kleinbus durch zwei Stollen erreichbar.

Weblinks