Mainfeldzug

Mainfeldzug
Teil von: Deutscher Krieg
Datum 1. bis 26. Juli 1866
Ort Hessen, Bayern
Ausgang Sieg Preußens
Konfliktparteien
Flag of Prussia 1892-1918.svg
Preußen
Flag of Bavaria (striped).svg Bayern
Flagge Königreich Württemberg.svg Württemberg
Flagge Großherzogtum Baden (1871-1891).svg Baden
Flagge Großherzogtum Hessen ohne Wappen.svg Ght. Hessen
Flag of the Habsburg Monarchy.svg Österreich
Flagge Herzogtum Nassau (1806-1866).svg Nassau
Hessen KS flag.svg Kurhessen
Befehlshaber
Vogel von Falckenstein
Edwin von Manteuffel
Prinz Karl von Bayern (VII. Korps)
Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt (VIII. Korps)
Truppenstärke
3 Divisionen:
50.000 Mann, davon 41.000 Infanterie,
4.000 Kavallerie,
121 Geschütze
VII. Korps (Bayern):
4 Divisionen und Corps-Reserve:
52.000 Mann,
144 Geschütze

VIII. Korps:
4 Divisionen (Württemberg, Baden, Ght. Hessen, Österreich / Nassau / Kurhessen):
42.000 Mann,
134 Geschütze
Verluste
unbekannt unbekannt

Der Mainfeldzug war der letzte Feldzug im Deutschen Krieg von 1866 und fand zwischen dem 1. und 26. Juli 1866 statt. Der preußischen Mainarmee standen das VII. (bayerische) und VIII. Korps (Württemberg, Baden, Ght. Hessen, sowie eine Division bestehend aus Österreichern, Nassauern und Kurhessen) der deutschen Bundesarmee entgegen.

Die faktische Befehlsgewalt der Bundestruppen lag bei den jeweiligen Einzelstaaten. Von Anfang an konnten sich die deutschen Bundesstaaten auf keine einheitliche Strategie und gemeinsames Handeln einigen, sodass das VII. bayerische Bundeskorps eine andere Strategie verfolgte als das VIII. Korps, welches wiederum in zwei Lager zerfiel, nämlich den beiden württembergischen und badischen Divisionen einerseits, die nur die Sicherung der eigenen Landesgrenzen anstrebten, sowie der hessen-darmstädtischen und der österreichisch-nassauisch-hessischen Division andererseits. Der Hauptteil der kurhessischen Armee hatte sich bis auf kleinere Einheiten bereits zu Kriegsbeginn in die Bundesfestung Mainz zurückgezogen und nahm nicht aktiv an Kampfhandlungen Teil. Diese Uneinigkeit seitens des Deutschen Bundes ermöglichte es der preußischen Mainarmee, die getrennt operierenden Teile des Bundesheeres nacheinander anzugreifen und einzeln zu bekämpfen.

Für die süddeutschen Staaten bestand das Problem, dass der Krieg nach der Schlacht von Königgrätz (3. Juli 1866) militärisch schon entschieden war, ehe ihre Truppen überhaupt Feindberührung hatten. Das heißt, dass die süddeutschen Staaten allenfalls noch auf die Verlustziffern, nicht aber auf den Kriegsausgang Einfluss nehmen konnten. Entsprechend zurückhaltend operierten die süddeutschen Armeen, die eher darauf bedacht waren, in Rückzugsgefechten ihre militärische Ehre zu retten, als sich in eine ernsthafte Schlacht größeren Umfangs einzulassen.

Nach den von den Preußen gewonnenen Gefechten am 10. Juli im Saaletal (Kissingen, Garitz, Hammelburg) und am 13./14. Juli um Aschaffenburg, versuchte die preußische Mainarmee eine Vereinigung der Bundestruppen unter Prinz Karl von Bayern zu verhindern. Die Preußen rückten deshalb über das Taubertal nach, wobei es zu Gefechten bei Hundheim am 23. Juli und Tauberbischofsheim am 24. Juli kam. Die Bayerische Armee zog sich Richtung Würzburg zurück, besetzte aber Berge und Höhenzüge bei Neubrunn, Helmstadt und Mädelhofen. Die Gefechte mit den nachrückenden Preußen am 25. Juli gingen alle verloren. Der spätere bayerische König Ludwig III. wurde dabei östlich von Helmstadt verwundet.

Kurz vor 4 Uhr am Morgen des 26. Juli wurde von den bayerischen Truppen die letzte Schlacht des Deutschen Krieges bei Uettingen und Roßbrunn eröffnet. Das letzte Kavalleriegefecht fand bereits um 11 und 12 Uhr bei den Hettstadter Höfen statt, wobei die gegenseitigen Reiterattacken an denen auf bayerischer Seite das 6. Chevaulegerregiment aus Bamberg und das 1. und 2. Kürassierregiment teilnahmen, eher dem Ruhme der beteiligten Dragoner und Husaren, als der Beeinflussung des Kriegsauganges galten:

  • „Aus diesem Gesichtspunkte will das Reitergefecht bei den Hettstädter Höfen beurteilt sein. Den unsrigen (Preußen) wiewohl sie unterlagen, brachte es nicht Unehre; die Bayern aber waren glücklich über die gelungene Attacke“ Zitat aus „Der deutsche Krieg 1866“ von Theodor Fontane.

Tagesbilanz: 236 bayerische und preußische Soldaten sollen auf Uettinger Grund gefallen sein und ca. 1.700 verwundet.

Nach einem kurzen Beschuss der Festung Marienberg am 26. Juli durch die Preußen war der Krieg endgültig zu Ende.

Literatur

  • Theodor Fontane und Ludwig Burger: Der deutsche Krieg von 1866. Mit Illustrationen von Ludwig Burger. II. Band. Der Feldzug in West- und Mitteldeutschland. Anhang: Die Denkmäler, Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R.v.Decker), Berlin 1871
  • Carl Bleibtreu: Langensalza und der Mainfeldzug, Krabbe, Stuttgart o. J. [1906] (Reprint im Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-73-2)
  • Heinz Helmert, Hans-Jürgen Usczeck: Preußischdeutsche Kriege von 1864 bis 1871 – Militärischer Verlauf, 6. überarbeitete Auflage, Militärverlag der deutschen demokratischen Republik, Berlin 1988, ISBN 3-327-00222-3
  • Walter Rosenwald: Die Herzoglich-Nassauische Brigade im Feldzug 1866, Schellenberg’sche Verlagsbuchhandlung, ISBN 3-922027-98-9

Weblinks