Malleiten

47.8504216.14608Koordinaten: 47° 51′ 2″ N, 16° 8′ 46″ O

Karte: Niederösterreich
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Malleiten
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Niederösterreich
Pfaffenkogel mit dem Finkenhaus (rechts) und Linsbauerfelsen (links), im Vordergrund die Zweierwiese

Die Malleiten (auch Maleiten, Marleiten, Malleitenberg oder Mahleiten) ist eine Bezeichnung für die Bergkuppen und Hochflächen im Norden der Fischauer Vorberge in Niederösterreich. Die Malleiten ist etwa 2,4 ha groß. Die höchste Erhebung der Malleiten ist der Pfaffenkogel mit 553 m Seehöhe.

Inhaltsverzeichnis

Ausdehnung

Die Malleiten wird im Süden durch die Landesstraße von Bad-Fischau nach Dreistetten begrenzt. Im Norden und Westen fällt die Hochfläche relativ steil zum Marchgraben hin ab. Im Westen leitet sie sanft ins Wiener Becken über. Sie erstreckt sich (im Uhrzeigersinn) über die Gemeinden Markt Piesting, Winzendorf-Muthmannsdorf, Bad Fischau-Brunn und Wöllersdorf-Steinabrückl.

Gipfel und Erhebungen

Pfaffenkogel

Der mit 553 m ü. A. Seehöhe höchste Gipfel der Malleiten bietet einen schönen Blick über das Steinfeld. An der höchsten Stelle steht das Finkenhaus, ein ehemaliges Gasthaus, auf das die Wanderwege ausgerichtet waren. Einst befand sich hier auch die Schubert-Aussichtswarte. Heute ist das Haus in Privatbesitz und es wird kein Gastbetrieb mehr geführt (wie auch im 2. ehemaligen Gasthaus der Fischauer Berge, dem Gasthaus zum Kürrasier). Das Betreten des Finkenhauses und des dazugehörigen Grundstückes ist heute nicht mehr gestattet, auf dem Zufahrtsweg herrscht Fahrverbot. Die Wegweisertafeln sind großteils entfernt worden und die Markierungen abgekratzt.

Andreasstein

Ein Vorgipfel des Pfaffenkogels mit 536 m Höhe liegt innerhalb der Kehre des oben genannten Fahrwegs und ist nur weglos zu erreichen.

Töpferboden

Zwischen Marchgraben und Pfaffenkogel befindet sich der recht ebene Töpferboden, mit der Töpferwiese. Benannt ist die Wiese nach den häufigen Keramikfunden.[1] Die bedeutendste Höhle hier ist die Hofmannshöhle (1864/8). Ein Geheimtipp am westlichen Rand des Töpferbodens sind der Linsbauerfelsen und der Hanslstein, zwei Punkte mit schöner Aussicht. Im Marchgraben befindet sich die Zigeunerhöhle (1864/21).

Steinereben

Weitgestreckte Hochfläche östlich der Fiedlerwiese. Hier befinden sich der Teufelsmühlstein und die Durchgangshöhle Steinerner Stadl (1864/18). Am Rande der Hochfläche befindet sich eine große Anzahl von Höhlen, die kleinsten davon sind die Marchgrabenhöhlen (1864/36).

Geologie

Die Malleiten wird großteils von Triaskalken und -dolomiten gebildet.

Geschichte

Im Bereich der Malleiten befand sich eine ur- und frühgeschichtliche Höhensiedlung, die unter anderem mit der Gewinnung und Verarbeitung von Kupfer in Zusammenhang stand. Zahlreiche Funde (z.B Tonscherben und -gefäße), die zum Teil im Wiener Neustädter Stadtmuseum aufbewahrt werden, zeugen davon. 14 Hügelgräber aus der Hallstattzeit (ca. 800-600 v. Chr.), in denen Brandbestattung üblich war, sind bereits erforscht worden.

Römische Steindenkmäler von der Malleiten befinden sich in den Schlössern Ebreichsdorf und Hernstein.[2]

Literatur

  • Wilhelm J. Wagner: Hohe Wand - Steinfeld Natur-Kultur-Geschichte. Eigenverlag Verein Region Schneebergbahn-Hohe Wand-Steinfeld, Bad Fischau-Brunn, 1996
  • Friedrich Hönigsperger: Das alte Wöllersdorf

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Michaela Schara: Die Malleiten bei Bad Fischau-Brunn. 17. Oktober 2007, abgerufen am 25. November 2012.
  2.  Peter Aichinger-Rosenberger, Evelyn Benesch, Kurt Bleicher, Sibylle Grün, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Herbert Karner, Katharina Packpfeifer, Anna Piuk, Gabriele Russwurm-Biró, Otmar Rychlik, Agnes Szendey, Franz Peter Wanek (Bearbeitung). Christian Benedik, Christa Farka, Ulrike Knall-Brskovsky, Johann Kräftner, Markus Kristan, Johannes-Wolfgang Neugebauer, Marianne Pollak, Margareta Vyoral-Tschapka, Ronald Woldron (Beiträge): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-364-X, S. 121.