Manche freilich

Manche freilich ist ein Gedicht von Hugo von Hofmannsthal aus dem Jahr 1896.

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Inhalt

französische Galeere

Das Gedicht beginnt mit den folgenden Versen:

Manche freilich müssen drunten sterben,
Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
Andre wohnen bei dem Steuer droben,
Kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.

Kommentar

Der Germanist Albert von Schirnding schreibt in seinem Kommentar zu diesem Gedicht:

Das Gedicht kommt daher wie ein prächtiges venezianisches Schiff. Langsam zieht es, mit erlesenen Worten und kostbaren Bildern geschmückt, durch das sanft bewegte Element der Sprache.[1]

Als Hugo von Hofmannsthal dieses Gedicht schrieb, war er gerade zwanzig Jahre alt und seine Heimatstadt Wien war das so genannte „Zentrum des europäischen Wert-Vakuums“.

Mit dem Begriff „Schiff“ wollte Hugo von Hofmannsthal vermutlich die Galeeren der Vergangenheit in Erinnerung rufen, um eine Welt darzustellen, in der das „drunten“ und „droben“ streng voneinander abgegrenzt ist. Oben saßen die Offiziere, unten ruderten die Sklaven. Gleichzeitig stehen die Schiffe als Metapher für das Staatsschiff.

Literatur

  • Rudolf Riedler (Hg.): „Wem Zeit ist wie Ewigkeit. Dichter, Interpreten, Interpretationen“. München / Zürich: Piper, 1987. ISBN 3-492-10701-X
  • Grimm, Reinhold: „Bange Botschaft. Zum Verständnis von Hofmannsthals 'Manche freilich...'“ In: Gedichte und Interpretationen. Band 5. Vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte, hg. v. Harald Hartung, Stuttgart: Reclam, 1983, S. 34–42.

Quellennachweis

  1. in Rudolf Riedler: „Wem Zeit ist wie Ewigkeit“

Weblinks