Marco Schreuder

Offizielles Wahlkampffoto von Marco Schreuder
Marco Schreuder auf der Schlussveranstaltung der Regenbogenparade am 30. Juni 2007

Marco Schreuder (* 27. April 1969 in Putten, Niederlande) ist ein österreichischer Politiker (Grüne). Er war bis 2010 Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat und ist seit 4. November 2011 Abgeordneter zum österreichischen Bundesrat[1].

Inhaltsverzeichnis

Schulische und berufliche Laufbahn

Marco Schreuder wurde in Putten, in der Provinz Gelderland in den Niederlanden geboren. 1975 wanderten seine Eltern mit ihm und seiner Schwester nach Sankt Wolfgang im Salzkammergut aus. Er besuchte ab 1975 die Volksschule in Rußbach bei St. Wolfgang und ab 1979 die Hauptschule Bad Ischl. 1983 setzte Schreuder seine Ausbildung an der Tourismusschule in Bad Ischl fort, 1984 übersiedelte die Familie in diese Stadt. Nach der Matura ging Schreuder 1988 nach Wien, wo er nach einigen Monaten als Kellner ein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien begann. Ohne Vorerfahrung bewarb sich Schreuder 1991 für ein Regie-Studium am Max-Reinhardt-Seminar wo er bis 1995 studierte. Seine Diplominszenierung "Lederfresse" von Helmut Krausser wurde zu einem Festival in Moskau eingeladen.

In der Folge engagierte sich Schreuder stark in der Schwulen- und Lesben-Szene und schrieb ab 1996 Artikel in lesbisch-schwulen Medien. 1997 war Schreuder Pressesprecher für das Festival "Wien ist andersrum - Verlockungen vom anderen Ufer", ab 1998 arbeitete er für "T Junction Gegenwartstanz". Das Projekt wurde jedoch auf Grund fehlender Subventionen 2000 eingestellt. Nach dem Ende des Tanzprojekts wurde Schreuder 2000 Chefredakteur des Schwulenmagazins "Bussi", 2001 stieg er als Referent für Menschenrechte und Antidiskriminierung im Grünen Klub im Rathaus ein. Er arbeitete hier mit Maria Vassilakou zusammen.

Politische Laufbahn

Nach seiner Tätigkeit als Fachreferent bei den Wiener Grünen wurde Schreuder Sprecher der Grünen Andersrum gewählt. Von 2005 bis 2010 war er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat. Er war das erste offen schwul lebende Mitglied und setzt sich vor allem für die Rechte homosexueller und bisexueller Personen sowie Transgender ein und kämpft für die Erhaltung des Jüdischen Friedhofs Währing.

Privates

Marco Schreuder wuchs als Jehovas Zeuge auf. In St. Wolfgang war der von 1934 bis 1945 verfolgte Leopold Engleitner sein Nachbar. In seiner Jugend wurde er zum Agnostiker.[2] Liebesentzug der Familie gab es nicht dadurch und verschiedene Gruppen ehemaliger Jehovas Zeugen lehnt er wegen ihrer missionarischen und kämpferischen Einstellung ab. Nach dem Bruch und der Emanzipation baute er zu seiner Familie eine Beziehung des gegenseitigen Respektes auf, was auch die Anerkennung seines Weges, seiner Identität und seiner Lebenspartner durch die Familie mit einschließt.[3]

2005 heiratete er noch als niederländischer Staatsbürger seinen Partner. Danach nahm er die österreichische Staatsbürgerschaft an, um für die Landtags- und Gemeinderatswahl kandidieren zu können.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Parlamentskorrespondenz Nr. 1015 vom 4. November 2011
  2. Kommentar vom 16. September 2008 22:04 zu seinem Blogeintrag: Ein Plädoyer für Helmut Graupner - Oder: Wie NGOs angepatzt werden sollen., marco-schreuder.at, 16. September 2008
  3. Als Zeuge Jehovas aufgewachsen, marco-schreuder.at, 9. Mai 2009