Maria Cäsar

Maria Cäsar (* 13. September 1920 in Prevalje) ist eine österreichische Widerstandskämpferin, Zeitzeugin und KPÖ-Aktivistin.

Leben und Werk

Cäsar wurde in der ehemaligen Untersteiermark, dem heutigen Slowenien, geboren. Die Familie übersiedelte bedingt durch das Ende des Ersten Weltkrieges und die neue Grenzziehung nach Judenburg. Der Vater fand als Maschinist im heutigen Gussstahlwerk Arbeit, die Mutter in der Landwirtschaft. Als Mitglied der Sozialdemokraten spürte die Familie im Februar 1934 zum ersten Mal die Repressalien der Staatsmacht, die einen autoritären Ständestaat ausrief. Als Jugendliche war sie Mitglied der Roten Falken, nach dem Februar 1934 beim Kommunistischen Jugendverband und leistete illegale Arbeit im Untergrund. Schon als 18-jährige schloss sich Cäsar einer Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime an. Am 23. Mai 1939 wurde sie wegen angeblicher Vorbereitung zum Hochverrat von der Gestapo verhaftet und verbrachte vierzehn Monate im Landesgericht Graz in Untersuchungshaft.[1]

Unmittelbar nach ihrer Enthaftung heiratete sie, ihr erster Mann war wie sie Mitglied einer Widerstandsgruppe.[2] Kurz nach der Geburt des ersten Kindes im Jahr 1943 fiel ihr Mann an der Ostfront. Maria Cäsar knüpfte in der Folge Kontakte zu jugoslawischen Partisanen und zu Widerstandsgruppen in Judenburg. Als 1944 zunehmend Widerstandsgruppen aufgespürt und deren Mitglieder verhaftet wurden, konnte sie kurz vor dem Zusammenbruch der NS-Regimes bei slowenischen Verwandten untertauchen.[3] Ein enger Mitstreiter wurde hingerichtet.

1950 zog sie von Judenburg nach Graz.[4] Später war Cäsar als Zeitzeugin bemüht, in Vorträgen an Schulen und Bildungseinrichtungen ihre Erfahrungen insbesondere der Jugend weiter zu geben, „zu warnen und zu mahnen, um eine verhängnisvolle Entwicklung zu verhindern.“[5] Nach dem Krieg war sie langjährige Aktivistin im Bund demokratischer Frauen und in der KPÖ. Cäsar wurde von öffentlichen Stellen mehrfach geehrt. Sie war viele Jahre lang steirische Landesvorsitzende des KZ-Verbandes und hielt 2008 eine viel beachtete Rede in der konstituierenden Sitzung des Grazer Gemeinderates:

„Wir erinnern uns auch daran, dass Österreich ausgelöscht worden ist, Österreich wurde nicht mehr als Österreich anerkannt, sondern Österreich wurde zur Ostmark erklärt, ein Teil Deutschlands. […] Ich erinnere aber auch daran, dass es ein anderes Österreich gegeben hat, ein anderes Österreich, das nein dazu gesagt hat, nein zum Nationalsozialismus, ein anderes Österreich, das die Menschen aufgemuntert hat, auch Widerstand zu leisten.“

Maria Cäsar: Rede vor dem Grazer Gemeinderat, 13. März 2008[6]

Publikation

  • Maria Cäsar und Heimo Halbrainer (Hrsg.): Die im Dunkeln sieht man doch. Frauen im Widerstand – Verfolgung von Frauen in der Steiermark. CLIO, Graz 2007 ISBN 978-3-902542-05-2

Auszeichnungen

Nachweise

  1. Kleine Zeitung: Gegen alle Widerstände, 24. November 2011, hier zitiert nach der Website der KPÖ Graz
  2. KPÖ: Steiermark ehrt Maria Cäsar, abgerufen am 28. Jänner 2015
  3. Austria Presse Agentur: Steirische Widerstandskämpferin Maria Cäsar feiert 90. Geburtstag, hier zitiert nach Der Standard, 13. September 2010
  4. KPÖ: Maria Cäsar feiert 90. Geburtstag, abgerufen am 28. Jänner 2015
  5. Stadt Graz: Kurzbiographie Maria Cäsar, abgerufen am 28. Jänner 2015
  6. Tagesordnung und Protokoll, abgerufen am 28. Jänner 2014