Marktkirche hl. Michael (Übelbach)

Die Marktkirche im Juli 2012

Die Marktkirche hl. Michael ist eine römisch-katholische Messkapelle in der Marktgemeinde Übelbach in der Steiermark. Ihre Geschichte geht vermutlich bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Heute befindet sie sich im Besitz der Marktgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Standort

Die Kapelle befindet sich direkt in dem Alter Markt genannten Ortsteil von Übelbach. Sie wurde schräg oberhalb eines ehemaligen Bergwerksstollens errichtet.[1]

Geschichte

Die Kirche wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Ihre erste urkundliche Erwähnung finden wir in einer Urkunde aus dem Jahr 1460. Sie wurde als Kapelle für die Bergleute des nahen Bergwerks erbaut. Ursprünglich war sie wahrscheinlich nur ein einfacher, rechteckiger Saalraum. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie mithilfe des als Stifter auftretenden von Niklas Röschl ausgebaut und in die heute noch erhaltene Form gebracht. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle immer wieder renoviert. Dabei wurde die ursprünglich gotische Flachdecke durch die bestehende ersetzt. Seit dem 24. September 1885 gehört die Kapelle der Marktgemeinde Übelbach. Zwischen 1985 und 1993 wurden Renovierungsarbeiten durchgeführt.[2][1][3]

Beschreibung

Die Marktkirche im Juli 2012

Das kleine Kirchengebäude hat einen Dachreiter mit Zwiebelhelm und einer Glocke.[2][3]

Das breite, annähernd quadratische und im Kern romanische Langhaus hat eine barocke, stuckverzierte Flachdecke. Dicke romanische Mauerreste im südlichen und westlichen Teil der Kapelle mit einem romanischen Rundbogenfenster an der Südseite zeugen von ihrer romanischen Entstehungszeit. Im Langhaus befinden sich mehrere Bildfelder, in denen die 1722 gemalte Anbetung der heiligen Drei Könige, die Maria Immaculata sowie die Verkündigung des Herrn dargestellt sind. Im Westen des Langhauses befindet sich eine barocke Empore in Holzkonstruktion. An ihrer Brüstung befinden sich Apostelbilder aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der einjochige, gotische Chor hat einen Fünfachtelschluss und wird von einem Sternrippengewölbe überspannt. Unter dem Chor wurden während der Renovierungsarbeiten im späten 20. Jahrhundert Mauerfundamente eines Vorgängerbaues entdeckt, dessen Lage heute an schwarzen Bodenplatten erkennbar ist. Die Sakristei ist nördlich an den Chor angebaut und mit diesem durch eine aus der Zeit um 1500 stammenden Tür mit gotischen Eisenbeschlägen verbunden. Sie wird von einer Spitztonne überwölbt.[2][1]

Der im Stil des Rokoko gestaltete Hochaltar wurde um 1770 errichtet. Das Altarblatt zeigt die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Auf dem Oberbild wird Maria mit dem Kind dargestellt. Weiters befinden sich nach Art des Philipp Jakob Straub gestaltete Schutzengelstatuen auf dem Hochaltar. Auf den in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert errichteten Seitenaltären befinden sich zwei um 1800 von Matthias Schiffer gemalte Bilder des heiligen Florian und des Johannes Nepomuk. Im Chor befinden sich an die Wand gemalte Weihekreuze aus der Bauzeit. Am Fronbogen befindet sich ein vermutlich gotisches Vortragekreuz. Die Flachdecke des Langhauses bestand ursrprünglich aus drei aus dem Jahr 1727 stammende Freskenfeldern, von denen nur mehr eines erhalten ist. Die Kanzel stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Der Tabernakel wurde um 1840 aufgestellt. Weiters befinden sich eine im Stil des Rokoko gestaltete Ewig-Licht-Ampel sowie zwei aus dem 18. Jahrhundert stammende Bildnisse der Maria vom Siege und der heiligen Cäcilia in der Kapelle. An der Außenseite befindet sich über dem Eingangsportal ein übermaltes Fresko.[2][1]

Die kleine barocke Orgel wurde 1745 von Johann Georg Mitterreiter aufgestellt. Auf der Windlade der von Magdalena Schrökhenfux gestifteten Orgel befindet sich eine Inschrift, welche auf das Aufstellungsjahr hinweist. Sie verfügt über 360 Pfeifen und sechs Register. Ihr Gehäuse aus dem 18. Jahrhundert ist graugrünen marmoriert und mit vergoldeten Schnitzornamenten verziert.[3]

Quellen

  •  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 575.

Einzelnachweise

  1. a b c d  Bernhard Schwarzenegger, Marktgemeinde Übelbach (Hrsg.): Übelbach und seine Geschichte. Vom Knappenkirchlein zur Marktkapelle. Juli 2007, S. 1-4. [1]
  2. a b c d  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 575.
  3. a b c  Trude Vaculik, Dr. Horst Hüttel, Marktgemeinde Übelbach (Hrsg.): Übelbach und seine Geschichte. Ein kleines Juwel im Markte Übelbach - Die Kapelle St. Michael. Juli 2007, S. 5-8. [2]

Weblinks

 Commons: Marktkirche hl. Michael (Übelbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.22606415.234491Koordinaten: 47° 13′ 34″ N, 15° 14′ 4″ O