Marlies Schild

Marlies Schild Ski Alpin
Marlies Schild (2010)
Marlies Schild im Dezember 2010
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 31. Mai 1981
Geburtsort Admont
Größe 172 cm
Gewicht 66 kg
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom,
Super-G, Abfahrt, Kombination
Verein SK Dienten
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 3 × Silber 2 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber Turin 2006 Kombination
Bronze Turin 2006 Slalom
Silber Vancouver 2010 Slalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Silber St. Moritz 2003 Slalom
Bronze Bormio 2005 Kombination
Gold Åre 2007 Mannschaft
Silber Åre 2007 Slalom
Bronze Åre 2007 Super-Kombination
Gold Garmisch-Partenk. 2011 Slalom
Silber Garmisch-Partenk. 2011 Mannschaft
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 9. Dezember 2001
 Weltcupsiege 35
 Gesamtweltcup 2. (2006/07)
 Abfahrtsweltcup 12. (2006/07)
 Super-G-Weltcup 14. (2006/07)
 Riesenslalomweltcup 11. (2007/08)
 Slalomweltcup 1. (2006/07, 2007/08,
2010/11, 2011/12)
 Kombinationsweltcup 1. (2006/07)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 2 0
 Super-G 0 1 1
 Riesenslalom 1 0 2
 Slalom 33 8 11
 Super-Kombination 1 1 3
letzte Änderung: 25. November 2012
Marlies Schild in Aspen 2006

Marlies Schild (* 31. Mai 1981 in Admont) ist eine österreichische Skirennläuferin. Die Saalfeldnerin ist, gerechnet nach Einzelsiegen im Weltcup, die erfolgreichste Slalomläuferin Österreichs. Ihre jüngeren Geschwister Bernadette und Lukas sind ebenfalls Skirennläufer, ihr älterer Bruder Josef war von 1998 bis 2005 Mitglied des ÖSV-Teams. Mit bislang 33 Slalom-Weltcupsiegen ist sie in dieser Disziplin nach der Schweizerin Vreni Schneider (34 Siege) die zweiterfolgreichste Läuferin der Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Schild bestritt im Alter von sechs Jahren ihre ersten Rennen. Mit zehn Jahren wurde sie in den Salzburger Schülerkader aufgenommen, nach der Volksschule besuchte sie den Alpin-Zweig der Hauptschule Zell am See. Danach wechselte sie nach bestandener Aufnahmeprüfung in das Skigymnasium in Stams. 1998 gelang ihr schließlich die Aufnahme in das ÖSV-Nachwuchsteam. Über FIS- und Europacup-Rennen arbeitete Schild sich in den Weltcup vor. Seit 2002 gehört sie zum Kader des ÖSV.

Zu Beginn ihrer Karriere bevorzugte sie Abfahrtsrennen. Mit 19 Jahren hatte sie jedoch bereits fünf Knieoperationen und Kreuzbandrisse hinter sich und konzentrierte sich daraufhin auf die weniger gefährlichen[1] Disziplinen Riesenslalom und Slalom. Zeitweilig fuhr sie im Weltcup in allen Disziplinen. Ihre Paradedisziplin ist der Slalom, aber auch im Riesenslalom und in der Super-Kombination hat sie je einen Weltcupsieg errungen, außerdem zweite Plätze in Abfahrt und Super-G.

Bei ihrem ersten Auftritt bei Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 schied Schild im ersten Durchgang des Slaloms aus. Sie gewann bei der Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz die Slalom-Silbermedaille, bei der Weltmeisterschaft 2005 in Santa Caterina die Bronzemedaille in der Alpinen Kombination.

Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin gewann Schild die Kombinations-Silbermedaille und wenige Tage später die Slalom-Bronzemedaille. Auch bei der Weltmeisterschaft 2007 in Åre konnte sie ihre Medaillensammlung erweitern. Zusammen mit Benjamin Raich, Renate Götschl, Fritz Strobl, Mario Matt und Michaela Kirchgasser gewann Schild die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb. In den Einzelrennen holte sie die Silbermedaille im Slalom und die Bronzemedaille in der Super-Kombination.

In den Saisonen 2003/2004 und 2005/2006 wurde Schild jeweils Zweite der Slalomwertung des Weltcups. Für ihre Leistungen wurde Marlies Schild bei der Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2006 hinter ihrer damaligen Teamkollegin Michaela Dorfmeister (Doppel-Olympiasiegerin in Turin) auf den zweiten Platz gewählt.

In der Saison 2006/2007 gewann sie insgesamt acht Weltcuprennen (davon sieben von neun Slaloms sowie eine Super-Kombination) und erhielt ihre ersten beiden Kristallkugeln für den Sieg im Slalomweltcup und im Kombinations-Weltcup. Im Gesamtweltcup der Saison 2006/07 belegte sie hinter ihrer Teamkollegin Nicole Hosp den zweiten Platz; beim Weltcup-Finale in Lenzerheide führte sie nach eindrucksvollen Ergebnissen in den Speed-Bewerben (2. Platz in der Abfahrt, 3. Platz im Super-G) zwei Rennen vor Schluss die Gesamtwertung an, musste aber nach einem missglückten Slalom die Führung abgeben und konnte sie im abschließenden Riesenslalom, den Nicole Hosp ebenso wie den Slalom gewann, nicht mehr zurückgewinnen. In der Saison 2007/2008 gewann Schild fünf Slaloms und konnte erneut den Slalomweltcup für sich entscheiden. Viele ihrer Siege fuhr sie mit großem Vorsprung heraus.

Am 9. Oktober 2008 kam sie im Riesenslalom-Training auf dem Rettenbachferner schwer zu Sturz und zog sich dabei einen Trümmerbruch im Schien- und Wadenbein sowie einen Bruch des Schienbeinkopfes im linken Bein zu.[2][3] Aufgrund dessen konnte sie in der gesamten Saison 2008/2009 keine Rennen bestreiten. Bei ihrem Comeback im finnischen Levi am 14. November 2009 belegte sie den 6. Rang im Slalom. Wenige Wochen später konnte sie am 29. Dezember 2009 im österreichischen Lienz bereits ihren ersten Sieg im Slalom nach ihrer schweren Verletzung feiern. Ab diesem Zeitpunkt stand sie über 2 Jahre lang bei jedem FIS-Slalom, bei dem sie ins Ziel gekommen ist, auf dem Podium,[4] unter anderem auch bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver, wo sie die Silbermedaille gewann, und bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen, wo sie Weltmeisterin im Slalom wurde und außerdem im Mannschaftswettbewerb die Silbermedaille gewann. Diese Serie wurde am 10. März 2012 mit einem 6. Platz im Slalom von Aare beendet. In den Disziplinen Abfahrt und Super-G ist Marlies Schild seit ihrem Unfall nicht mehr gestartet.

In der Weltcupsaison 2010/2011 gewann sie sechs von neun Slalomrennen, bei zwei weiteren schied sie aus. Lediglich beim Weltcupfinale in Lenzerheide, vor dem sie bereits zum dritten Mal als Slalomweltcupsiegerin feststand, musste sie sich Tina Maze geschlagen geben und wurde Zweite. In der Saison 2011/2012 entschied Marlies Schild die ersten fünf Slalombewerbe in teils überlegener Manier für sich. Nach einem Ausfall in Kranjska Gora entschied sie auch den Slalom in Soldeu für sich. Mit einem dritten Platz im achten der zehn Saisonrennen in Ofterschwang sicherte sie sich zum vierten Mal den Gewinn des Slalomweltcups. Schild hält bei 33 Siegen in Weltcup-Slaloms und liegt damit nur noch einen Sieg hinter der Bestmarke von Vreni Schneider, die im Laufe ihrer Karriere 34 Slaloms für sich entschied.[5] 2012 wurde sie zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt.

Marlies Schild ist seit 2004 mit dem Skirennläufer Benjamin Raich liiert.

Erfolge

Olympische Spiele

Weltmeisterschaften

Weltcup

Weltcupsiege

Insgesamt 64 Podestplätze, davon 35 Siege:

Datum Ort Land Disziplin
13. März 2004 Sestriere Italien Slalom
28. Dezember 2004 Semmering Österreich Riesenslalom
29. Dezember 2004 Semmering Österreich Slalom
9. Jänner 2005 Santa Caterina Italien Slalom
29. Dezember 2005 Lienz Österreich Slalom
5. Jänner 2006 Zagreb Kroatien Slalom
8. Jänner 2006 Maribor Slowenien Slalom
11. November 2006 Levi Finnland Slalom
26. November 2006 Aspen USA Slalom
15. Dezember 2006 Reiteralm Österreich Super-Kombination
21. Dezember 2006 Val-d’Isère Frankreich Slalom
4. Jänner 2007 Zagreb Kroatien Slalom
7. Jänner 2007 Kranjska Gora Slowenien Slalom
25. Februar 2007 Sierra Nevada Spanien Slalom
11. März 2007 Zwiesel Deutschland Slalom
10. November 2007 Reiteralm Österreich Slalom
25. November 2007 Panorama Kanada Slalom
6. Jänner 2008 Spindlermühle Tschechien Slalom
27. Jänner 2008 Ofterschwang Deutschland Slalom
14. März 2008 Bormio Italien Slalom
29. Dezember 2009 Lienz Österreich Slalom
12. Jänner 2010 Flachau Österreich Slalom
13. März 2010 Garmisch-Partenkirchen Deutschland Slalom
13. November 2010 Levi Finnland Slalom
21. Dezember 2010 Courchevel Frankreich Slalom
29. Dezember 2010 Semmering Österreich Slalom
4. Jänner 2011 Zagreb Kroatien Slalom
4. Februar 2011 Zwiesel Deutschland Slalom
12. März 2011 Spindlermühle Tschechien Slalom
27. November 2011 Aspen USA Slalom
18. Dezember 2011 Courchevel Frankreich Slalom
20. Dezember 2011 Flachau Österreich Slalom
29. Dezember 2011 Lienz Österreich Slalom
3. Jänner 2012 Zagreb Kroatien Slalom
11. Februar 2012 Soldeu Andorra Slalom

Juniorenweltmeisterschaften

Europacup

Datum Ort Land Disziplin
7. Dezember 2000 Serre Chevalier Frankreich Slalom
7. Dezember 2000 Serre Chevalier Frankreich Slalom
18. Dezember 2009 Alleghe Italien Slalom

Weitere Erfolge

Marlies Schild mit der Auszeichnung als Österreichs Sportlerin des Jahres 2012

Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Marlies Schild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. T W Flørenes, T Bere, L Nordsletten, S Heir, R Bahr (13 October 2009), "Injuries among male and female World Cup alpine skiers", British Journal of Sports Medicine
  2. Sturz auf Rettenbachferner sport.orf.at, 9. Oktober 2008
  3. Operation in Innsbruck gut verlaufen sport.orf.at, 10. Oktober 2008
  4. FIS-Ski Resultatliste, Ergebnisse für Marlies Schild, Slalom, sortiert nach Datum der Rennen, abgerufen am 12. Jänner 2012.
  5. Sechster Slalom-Saisonsieg für Schild. Kurier.at, 11. Februar 2012, abgerufen am 11. Februar 2012.