Martin Reinke

Martin Reinke (* 25. März 1956 in Hamburg) ist ein deutscher Theaterschauspieler und Hörspielsprecher.

Nach seinem Abitur 1974 studierte er an der Universität Hamburg Mathematik und Philosophie. Parallel dazu besuchte er das Schauspielstudio von Hildburg Frese. Sein Debüt gab er 1976 am Theater im Zimmer als Mr. Smith in Eugène Ionescos Die kahle Sängerin.

1977 bis 1979 arbeitete er am Theater Heilbronn, anschließend 1979 bis 1984 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach. Eine seiner Rollen dort war die des Hudetz in Ödön von Horváths Der jüngste Tag.

1984 bis 1989 war Reinke am Theater Bremen engagiert. Für seine Rolle des Siebenmark in Der arme Vetter von Ernst Barlach wurde er von der Zeitschrift Theater heute als bester Nachwuchsschauspieler der Spielzeit 1985/86 ausgezeichnet. Von 1967 bis 1990 verkörperte er Macheath in 220 Aufführungen der Dreigroschenoper in Berlin, Hamburg, Spoleto, Tokio und Köln.

1990 wechselte er an das Schauspiel Köln. Er verkörperte hier Karl Moor in Die Räuber, Shlink in Bertolt Brechts Im Dickicht der Städte, die Titelfiguren in Richard III. und Dantons Tod, den Rittmeister in Der Vater von August Strindberg, Mephisto in Faust I, Hofreiter in Arthur Schnitzlers Das weite Land, Präsident von Walter in Kabale und Liebe, Horn in Bernhard-Marie Koltès Der Kampf des Negers und der Hunde in der Regie von Heike Frank und Antonio in Der Kaufmann von Venedig.

1991 stellte er wieder Hudetz in Der jüngste Tag dar. 1993 trat er bei den Wiener Festwochen erstmals in Wien auf. 1995 erhielt er als Peachum in der Dreigroschenoper ein Engagement am Burgtheater. 1996 verkörperte er am Deutschen Theater in Berlin Caligula in dem gleichnamigen Stück von Albert Camus.

Von 1996 bis 1998 spielte Reinke in Köln, Berlin und Wien mit insgesamt neun Produktionen. Weitere Rollen waren unter anderem 2003 Schlauberger in Die Vögel am Deutschen Theater Berlin sowie 2006 die Titelfigur in Faust I und 2007 in Faust II bei den Bad Hersfelder Festspielen, wofür er 2007 er den großen Hersfeld-Preis erhielt. Seit 2006 gehört er wieder zum Ensemble des Burgtheaters, ist aber Mitglied des Kölner Schauspiels geblieben.

In den vom NDR produzierten Folgen des ARD-Radio-Tatorts spricht er den Ermittler Jac Garthmann, einen Jazzpianisten, der von der Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer (Sandra Borgmann) als V-Mann eingesetzt wird.[1] Seit 2010 verkörpert Martin Reinke die Rolle als Gott der Herr im Jedermann bei den Salzburger Festspielen.

Hörspiele (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. Jac Gartmann alias Martin Reinke auf www.radiotatort.ard.de (Zugriff am 11. Januar 2010).

Weblinks