Martinskirche (Mannersdorf am Leithagebirge)

Die Pfarrkirche hl. Martin ist eine römisch-katholische Kirche in der Stadtgemeinde Mannersdorf am Leithagebirge und steht im Südwesten der Stadt in einem Friedhof.

Der Altar der Martinskirche

Geschichte

Für die Gründung der Pfarre wird das 13. Jahrhundert angenommen. In der ehemaligen Kapelle des Perlmooser Hofes wird für 1340 ein Pfarrer genannt. Bei der Innenrenovierung der Pfarrkirche ab 1978 wurde im Zuge einer Notgrabung ein geosteter romanisch-gotischer Vorgängerbau festgestellt, wobei die Architekturteile aus mehreren Bauphasen in den barocken Fundamenten vermauert waren und auch römische Spolien enthielten.

Die barocke Saalkirche mit einem eingezogenen einjochigen Chor mit 3/6-Schluss und niedrigen Anbauten an der südwestlichen Langhauswand unter einem Satteldach hat einfache Rundbogenfenstern mit gemalten Rahmen. Der Giebelfassade mit Pilastern gegliedert und mit Nischenstatuen Hll. Petrus und Paulus versehen wurde 1798 vom Baumeister Georg Hammer ein mächtiger Turm mit Eckpilastern, korbartigen Schallfenstern, Uhrengiebeln und einer hohen Laternenzwiebel vorgestellt. Die Anbauten beinhalten die nach 1638 erbaute Innere Sakristei mit Stichkappentonne und Zugang zum Chor, die um 1839 erbaute Äußere Sakristei mit Kreuzgratgewölbe und Zugang zum Langhaus, und ein gotisches ehemaliges Turmuntergeschoss mit starken Mauern und behauenen Ortsteinen und spitzbogigen Fenstergewänden und Zugang zum Langhaus. Das ehemalige äußere Turmportal erhielt nach 1761 eine Stichkappentonne und wurde eine Hl.-Grab-Kapelle. Das sechsjochige Langhaus mit Stichkappentonne entstand vom 1. bis 4. Joch um 1638 durch Baumeister Peter Spey und wurde nach einem Brand nach 1761 um das 5. und 6. Joch erweitert. Bemerkenswert ist, dass die Langhauswände beim 2. Joch nischenartig ausgehöhlt sind. Die kreuzgewölbte Westempore um 1761 auf Pilastern und zwei Säulen zeigt an der vorschwingenden Holzbrüstung einen Doppeladler aus 1904 und trägt seitlich an den Langhauswänden hölzerne verglaste Oratorien. Die Glasmalereien zeigen im Langhaus Szenen aus dem Leben des hl. Martin, bei der Orgel die hl. Cäcilia, im Chor das Herz Jesu, Maria Immaculata und die Hl. Familie.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2. M bis Z. Mannersdorf am Leithagebirge. Pfarrkirche hl. Martin. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8, Seite 1267ff.

Weblinks

 Commons: Martinskirche (Mannersdorf am Leithagebirge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.97026516.601071Koordinaten: 47° 58′ 13″ N, 16° 36′ 4″ O