Maschinenkomödie

Die Maschinenkomödie ist eine Variante des Volksstücks oder Volkstheaters. Sie ist im 17./18. Jahrhundert das nichthöfische Pendant zur Barock-Oper. Länger als die Barockoper gibt es die Maschinenkomödie bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Maschinenkomödien gab es als Pantomimen, als Singspiele oder Possen. Der Wortbestandteil Komödie bezieht sich nicht notwendig auf einen komischen Inhalt, sondern auf ihren nichtaristokratischen Charakter.

Die Maschinenkomödie betreibt mit Bühnenmaschinerie, Bühnentechnik, Kostümen und Requisiten einen hohen Aufwand und versucht, beständig zu verblüffen. Oft hat sie eine exotische oder fantastische Thematik. Häufig in der Maschinenkomödie sind Verwandlungen auf offener Szene, wie etwa eine Hütte, die zu einem Schloss wird. Häufig entstehen Doppelungen oder Verwechslungen wie ein "richtiger" und ein "falscher" Harlekin. – Mozarts Zauberflöte ist in mancher Hinsicht eine Maschinenkomödie sowie frühe Stücke des Alt-Wiener Volkstheaters.

Die Maschinenkomödie hat wie generell das illusionistische Barocktheater einen weltanschaulich-religiösen Hintergrund, indem sie die Welt als bloßen Schein darstellt (Vanitas). Der Mensch ist darin ein Spielball. Als diese Ideologie mehr und mehr wegfällt, geht sie über in das moderne Ausstattungsstück bzw. die Feerie.

Literatur

  • Otto Rommel: Die Maschinenkomödie. Reclam Verlag., Leipzig 1935; Neudruck: Wissenschaftliche Buchges., Darmstadt 1974, ISBN 3534029089.