Mattigtalbahn

Steindorf bei Straßwalchen–Abzw Mining 1
Kursbuchstrecke (ÖBB): 190
Streckennummer: 261 01
Streckenlänge: 37 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D2
Maximale Neigung: 11 
Minimaler Radius: 156 m
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Strecke – geradeaus
Westbahn
Bahnhof, Station
0,300 Steindorf bei Straßwalchen 542 m ü. A.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Westbahn
   
1,470 Straßwalchen West (geplant)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
2,755 Anschlussbahn (Awanst) Lagermax
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
3,665 Anschlussbahn (Awanst) Feldbacher
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
3,740 Anschlussbahn (Awanst) Bodit
Bahnhof, Station
4,084 Friedburg 515 m ü. A.
   
nach Schneegattern
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
4,851 Anschlussbahn (Awanst) Lugstein
Haltepunkt, Haltestelle
5,700 Lengau
Haltepunkt, Haltestelle
7,115 Teichstätt
Haltepunkt, Haltestelle
10,230 Achenlohe 480 m ü. A.
Bahnübergang
11,557 EK B 147
Haltepunkt, Haltestelle
12,988 Munderfing Dampfsäge
Bahnhof, Station
13,589 Munderfing 466 m ü. A.
Bahnhof, Station
18,090 Mattighofen 444 m ü. A.
Bahnübergang
18,332 EK B 147
Haltepunkt, Haltestelle
20,818 Furth
Bahnübergang
22,020 EK B 147
Haltepunkt, Haltestelle
24,103 Uttendorf-Helpfau 415 m ü. A.
Bahnübergang
26,491 EK B 142
Bahnhof, Station
27,559 Mauerkirchen 400 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
31,275 St. Georgen an der Mattig
   
34,300 Aching (aufgelassen)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
36,626 Anschl Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Einmündung in Innviertelbahn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
36,921 Abzw Mining 1
Strecke – geradeaus
nach Braunau am Inn

Die Mattigtalbahn ist eine Nebenbahn in Österreich. Sie zweigt in Steindorf bei Straßwalchen von der Österreichischen Westbahn ab und führt nach Braunau am Inn. Jährlich werden auf der Strecke etwa 670.000 Fahrgäste befördert.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Streckenabschnitt der Mattigtalbahn in Helpfau-Uttendorf mit der Haltestelle Uttendorf-Helpfau

Nach der Eröffnung einiger Eisenbahnlinien, darunter die Westbahn 1859 und die Innviertelbahn 1870, war das Mattigtal in bahntechnischer Hinsicht ziemlich rückständig. Nachdem eine Verbindung zwischen Braunau und der Westbahn immer notwendiger erschien, wurde 1871 die Bewilligung zum Bau erteilt. Von 22. bis 30. Juli 1872 fand eine Streckenbegehung statt, bei der Braunau am Inn als Start-, und Steindorf bei Straßwalchen als Endpunkt festgelegt wurde. In etwas mehr als einem Jahr war die gesamte Strecke von 30.000 Arbeitern, davon viele Italiener, errichtet, so dass diese am 10. September 1873 in den Regelbetrieb[2] übergehen konnte. Die Baukosten beliefen sich auf 4,651.007 Gulden. Eine mündliche Überlieferung besagt, dass Bauern der Gemeinde Schalchen den Bau um jeden Preis verhindern wollten. Angeblich musste das Militär die Arbeiter vor den gewaltbereiten Gegnern schützen. Zwei Jahre später wurde eine Zwangsverwaltung der Linie vorgenommen, da die Kosten nicht gedeckt werden konnten. Im Mai 1877 entschied sich der Staat die Mattigtalbahn für 875.000 Gulden zu erwerben.

Bis in die 1920er Jahre lag die Höchstgeschwindigkeit bei 30 km/h. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg aber, wurde die Bahn ausgebaut und die Geschwindigkeit auf 60 km/h erhöht. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich war die Mattigtalbahn automatisch im Besitz der deutschen Reichsbahn. Das hatte zur Folge dass die damals relativ modernen Triebwagen abgezogen, und durch dampfbetriebene Lokomotiven ersetzt wurden. Der Zugbetrieb konnte während des Krieges nicht aufrechterhalten werden, so dass Zugausfälle und mehrstündige Verspätungen an der Tagesordnung waren.

Am 15. Dezember 1943 ereignete sich am ehemaligen Bahnhof Uttendorf-Helpfau das wahrscheinlich schwerste Unglück in der Geschichte der Mattigtalbahn. Durch eine falsch gestellte Weiche kollidierte der aus Braunau kommende Personenzug mit einem Postwagen. Dieser sprang daraufhin aus den Gleisen. Zwei Tote und drei Verletzte waren die Bilanz. Trotz des schrecklichen Vorfalls betrug die Verspätung des Zuges angeblich nur eine Stunde.

Ab 16. April 1945 verkehrten die Züge nurmehr bei Nacht um Bombardierungen zu entgehen. Anfang Mai kam der Verkehr auf der Strecke dann endgültig zum Erliegen. Die Eisenbahnbrücke Braunau-Simbach wurde gesprengt. Wenige Monate später, am 4. Juli 1945, wurde der Personenverkehr offiziell wieder aufgenommen. 1950 fuhren erstmals wieder Einzel-Triebwagen auf der Strecke und 1960 erhöhte man das Geschwindigkeits-Limit auf 80 km/h.

Der letzte fahrplanmäßige Dampfzug verkehrte 1971.

Trotz allem minimierten sich die Fahrgastzahlen von Jahr zu Jahr. Nicht zuletzt war ein schlecht abgestimmter Fahrplan die Ursache für dieses Problem. In den 1980er Jahren überarbeitete man diesen und erhöhte den Reisekomfort um Kunden zu gewinnen.

Derzeit sind die Bahnhöfe Mauerkirchen, Mattighofen und Munderfing noch mit Fahrdienstleitern besetzt, lediglich der Bahnhof Friedburg wird von Steindorf bei Straßwalchen ferngesteuert. Seit Dezember 2009 existiert ein beinahe stündlicher Taktfahrplan.

Ehemalige Nebenstrecke Steindorf–Schneegattern

Mattigtalbahn Nebenstrecke
Steindorf-Schneegattern
Geografische Daten
Land Österreich
Bundesland Oberösterreich
Streckendaten
Streckenlänge: 6,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Hauptstrecke
Bahnhof, Station
0,0 Friedburg 515 m ü. A.
   
ehem. Abzw. → Hauptstrecke abgebaut
   
6,0 Schneegattern abgebaut 535 m ü. A.

Errichtet wurde die eingleisige, 6 km lange Strecke 1887 anfangs nur für den Güterverkehr. Erst später folgte die Personenbeförderung, die allerdings stark eingeschränkt war. Im Jahr 1992 wurde der Verkehr aufgrund der permanent sinkenden Transportleistung eingestellt. In den nächsten Jahren erfolgte der Rückbau.

Fahrplan

Von Montag bis Freitag wird ein nahezu stündlicher Takt angeboten. Lediglich am Vormittag wurde in beide Richtungen jeweils ein Zug eingespart. In den Morgenstunden verkehrt die Bahn ca. halbstündlich. Kreuzungen finden in Friedburg, Munderfing, Mattighofen und Mauerkirchen statt. Jede zweite Verbindung führt direkt nach Salzburg Taxham, und folglich auch zum Salzburger Hauptbahnhof. Dieses Angebot ist vor allem bei Pendlern sehr beliebt, da hier das Umsteigen in Steindorf entfällt. Einmal am Tag wird ein Regionalexpress von Braunau bis nach Freilassing durchgebunden. Dabei werden einige nah beieinander liegende und wenig frequentierte Haltestellen nicht bedient.

Fahrzeuge und Wagensätze

Von den 1970er bis Anfang der 1990er Jahre wurden im Personenverkehr vor allem Schienenbusse der Reihe 5081 eingesetzt, seither vor allem Dieseltriebwagen der Reihe 5047. Seit 2005 verkehrt der Lokomotiv-Typ 2016 zusammen mit CityShuttle-Wagen.

Güterverkehr

Die Anzahl an Güterfahrten ist für eine Nebenbahn relativ hoch. Es gibt unter anderem mehrmals pro Tag gemischte Güterzüge zwischen Bayern und Salzburg Gnigl. Aufgrund der beschränkten größten Zuglänge der Innviertelbahn und der kürzeren Bespannung mit Dieselfahrzeugen, verkehren auch einige aus Kesselwagen gebildete Güterzüge von Bayern nach Stadlau und in die Slowakei über die Mattigtalbahn. Zwischen Braunau und Mattighofen verkehren an Werktagen zusätzlich noch Verschubgüterzüge.

Zukunft

Zwar ist die Mattigtalbahn nicht unter den direkt gefährdeten Nebenbahnen aufgeführt, allerdings taucht sie auch immer wieder in veröffentlichten ÖBB-Unterlagen als zu prüfende Strecke auf. Im November 2010 gab es eine groß angelegte Fahrgastzählung. Von verschiedenen Seiten (u.a. Probahn und Grüne) wird ein Ausbau der Mattigtalbahn als elektrifizierte S-Bahn gefordert. Zudem wird die Errichtung einer Haltestelle beim KTM-Werk Mattighofen im Ortsteil Stallhofen sowie eine Wiedereröffnung der Station Aching verlangt. Der Ausbauplan der Bundesverkehrsinfrastruktur sieht die Errichtung der Haltestelle "Straßwalchen West", zwischen Steindorf und Friedburg, bis 2013 vor.[3]

Quellenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. Grüne orten Probleme bei Mattigtalbahn ooe.orf.at, abgerufen am 16. Februar 2011 [1]
  2. K. k. priv. Kaiserin Elisabeth-Bahn. Eröffnung der Eisenbahnstrecke Braunau-Strasswalchen. Wiener Zeitung, 22. September 1873 [2]
  3. Ausbauplan Bundesverkehrsinfrastruktur 2011 –2016 - Salzburg

Fahrplan

Kursbuch 190
Aktueller Fahrplan der ÖBB. (.pdf)

Weblinks