Mauterndorf

Dieser Artikel beschreibt die Marktgemeinde im Land Salzburg, zum Ortsteil in Kärnten siehe Mauterndorf (Gemeinde Bad St. Leonhard).
Mauterndorf
Wappen von Mauterndorf
Mauterndorf (Österreich)
Mauterndorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 32,71 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 13° 41′ O47.13361111111113.6797222222221123Koordinaten: 47° 8′ 1″ N, 13° 40′ 47″ O
Höhe: 1123 m ü. A.
Einwohner: 1.718 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 52,52 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5570
Vorwahl: 06472
Gemeindekennziffer: 5 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mauterndorf 52
5570 Mauterndorf
Website: www.mauterndorf.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Eder (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(17 Mitglieder)
11
3
3
11 
Von 17 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Mauterndorf im Bezirk Tamsweg
Göriach Lessach Mariapfarr Mauterndorf Muhr Ramingstein Sankt Andrä im Lungau Sankt Margarethen im Lungau Sankt Michael im Lungau Tamsweg Thomatal Tweng Unternberg Weißpriach Zederhaus SalzburgLage der Gemeinde Mauterndorf im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bürgerhäuser in Mauterndorf
Die Brückenkeusche an der Fleischbrücke in Mauterndorf
Das „Putzhaus“ mit einem römischen Meilenstein an der Ecke

Mauterndorf ist eine Marktgemeinde im Lungau und mit 1718 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) die viertgrößte Gemeinde des Gebietes.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung des Gemeindegebiets

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralgemeinden

  • Faningberg,
  • Mauterndorf,
  • Neuseß
  • Begöriach
  • Ledermoos
  • Hammer und
  • Steindorf.

Bis Ende Jänner 1962 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Sankt Michael im Lungau, seit dem 1. Februar 1962 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Tamsweg.

Geschichte

Zur Zeit des Römischen Reiches verlief eine wichtige Römerstraße durch Mauterndorf über den Radstädter Tauern. Heute sind im Ort Römersteine aus dieser Zeit zu sehen. Etwa an der Stelle, an der heute die Burg steht, existierte schon damals ein römisches Kastell.

1002 wurde Mauterndorf das erste Mal urkundlich erwähnt, 1023 geriet der Ort unter die Herrschaft des Erzbischofs von Salzburg und wurde 1217 zum Markt erhoben. Im 13. Jahrhundert wurde vom Salzburger Domkapitel eine Mautstelle errichtet, daher auch der Name Mauterndorf. Der Ort war im Mittelalter der wichtigste Handelsplatz des Lungaus. 1253 wurde der Bergfried der Burg errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde die Burganlage von Erzbischof Leonhard von Keutschach und Dompropst Burkhard von Weißpriach erweitert. Sie diente dem Domkapitel als Administrationszentrum. 1806 ging sie in Staatseigentum über.

Im Jahr 1894 erwarb Hermann von Epenstein, ein reicher Militärarzt aus Berlin die Burg und rettete sie vor dem Verfall.[1]

Von 1939 bis 1945 gehörte die Burg durch Schenkung der Witwe seines verstorbenen Taufpaten und „Ziehvaters“ Epenstein Hermann Göring. Der hatte in jungen Jahren oft bei seinem Patenonkel auf der Burg gewohnt, hielt sich aber später dort nur mehr wenig auf. Zu Kriegsende 1945 wollte er nach Mauterndorf fliehen; aufgrund der Entwicklung der Frontverläufe kam es aber nicht mehr dazu.[2] Wegen der Finanzierung des Baus von Wasserleitungen für Mauterndorf wurde er Ehrenbürger der Gemeinde. Diese Ehrenbürgerschaft wurde ihm bis heute nicht offiziell aberkannt. Der Bürgermeister von Mauterndorf Wolfgang Eder hält eine Aberkennung nicht für sinnvoll, denn mit Görings Tod sei die Ehrenbürgerschaft ohnehin erloschen.[3]

1968 erwarb das Land Salzburg die Burg und renovierte sie von 1979 bis 1982 mit einem Kapital von 20 Millionen Schilling (ca. 1,5 Millionen Euro).

1997 kam es in Mauterndorf zu einem Amoklauf.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Religionen

Die Einwohner sind überwiegend (88,2 %) römisch-katholisch. Zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam, dem 4,2 % der Einwohner angehören. Evangelisch sind 1,2 %, ohne religiöses Bekenntnis sind 5,6 %.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Mauterndorf hat 17 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Wolfgang Eder (ÖVP).

Städtepartnerschaften

Die Partnerschaftsgemeinde von Mauterndorf ist Cadolzburg in Bayern.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: In einem gespaltenen Schild vorne in Schwarz ein silberner gestürzter, geschmiedeter Nagel, (der an die Zeit erinnert wo im Lungau noch Eisenerz abgebaut wurde) und hinten in Rot ein silbernes Tatzen-Kreuz mit größerem Längsbalken (das an die Zeit des Salzburger Domkapitels erinnert).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Mauterndorf liegt an der Katschberg Straße B 99 vom Radstädter Tauernpass nach St. Michael im Lungau (Anbindung an die Tauernautobahn A 10) und weiter zum Katschberg, von der hier die Turracher Straße (B 95) nach Tamsweg abzweigt.

Mauterndorf war ursprünglich der Endpunkt der 1894 errichteten Murtalbahn. Der Streckenabschnitt ab Tamsweg wurde eingestellt und als Museumsbahn Taurachbahn reaktiviert.

Tourismus

Haupteinkommensquelle ist der Fremdenverkehr mit jährlich 245.000 Übernachtungen, vor allem im Winter (Schischaukel Großeck-Speiereck).

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Volksschule.

Staatliche Einrichtungen

In Mauterndorf ist die Straßenmeisterei Lungau, ein Verteilungszentrum der Post AG und eine Polizeiinspektion stationiert.

Segelflugplatz Mauterndorf

Mit 1.110 Metern ist er der höchstgelegene Segelflugplatz Österreichs und optimaler Ausgangspunkt für Strecken-Segelflüge, was ihn bei Gästen und Vereinsmitgliedern sehr beliebt macht. Die Kennung ist LOSM und die offiziellen Koordinaten sind !547.1326675513.696000547° 08′ N, 013° 42′ O47.13266666666713.6961110

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burg Mauterndorf
Samsonumzug in Mauterndorf

Burg Mauterndorf

Die Burg Mauterndorf sicherte seit 1253 den unter Erzbischof Leonhard von Keutschach auf einer alten Römerstraße erneuerten wichtigen Übergang über den Radstädter Tauern. Die Burg diente seit dem späten 14. Jahrhundert auch als Mautstelle. Heute befindet sich das Lungauer Landschaftsmuseum dort.

Treppengiebelhäuser

Kirchen

  • Pfarrkirche St.Bartholomäus oder Bachtlmai
  • Filialkirche St. Gertrauden
  • Filialkirche St. Wolfgang

Taurachbahn

Die Taurachbahn ist eine Museumsbahn, die während der Sommersaison in Betrieb ist.

Samson

Der Samson ist eine Riesenfigur, die nach altem Brauch im Lungau bei Umzügen getragen wird. Diese Samsonumzüge finden viermal im Jahr in Mauterndorf statt. Der Samson und seine beiden begleitenden Zwerge rücken auch bei besonderen Festen und Samsontreffen während der Sommermonate aus. Der Samson wird von einem Mann getragen, der den Samson auf seinen Schultern trägt. Nach dem Tanz wird er von vier Männern unterstützt. Außerdem begleiten den Samson noch zwei Magadenterinnen und ein Samsonvater.

Gletschermühlen

In der letzten Eiszeit sind im Ortsteil Hammer (in der Nähe des Schizentrums) drei Gletschermühlen entstanden, die heute noch gut erhalten sind.

Römertempel

In Steindorf wurde unter dem Garten eines Bauernhauses ein alter Römertempel entdeckt. Ausgrabungen davon sind noch vor dem Bauernhaus zu sehen.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mittelalterfest – Jährlich findet im Sommer das Mittelalterfest statt, bei dem der Marktkern durch die Einwohner zu einem mittelalterlichen Erlebnis verwandelt wird.[4]
  • Bartholomä-Kirtag und Rösslmarkt – Jedes Jahr zur Bartholomä findet der traditionelle Kirtag und Rösslmarkt statt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Marktgemeinde

Weblinks

 Commons: Mauterndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Burg Mauterndorf auf burgen-austria.com
  2. Alfred Kube: Pour le mérite und Hakenkreuz. Hermann Göring im Dritten Reich. Verlag Oldenbourg, München 1986, ISBN 3-486-53121-2, S. 5–6 und 345.
  3. Mauterndorf: Göring weiter Ehrenbürger. Der Standard vom 14. September 2007.
  4. Webseite des Mittelalterfestes Mauterndorf