Max Ettinger

Max Ettinger (* 27. Dezember 1874 in Lemberg; † 19. Juli 1951 in Basel) war ein österreichisch-deutsch-schweizerischer Komponist und Dirigent.

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Leben

Ettinger war der Enkel des Oberrabbiners von Lemberg. Seine Mutter Ernestine Landau ermöglichte ihm die erste musikalische Erziehung. Er wurde auf dem elterlichen Landgut von Hauslehrern unterrichtet und legte als Externer am altsprachlichen deutsch-polnischen Gymnasium in Lemberg die Matura ab. In Berlin bemühte er sich um die Aufnahme an der Hochschule für Musik, wurde jedoch nicht zugelassen. Privaten Unterricht erhielt er von Heinrich von Herzogenberg und studierte von 1900 bis 1904 an der Königlichen Akademie der Tonkunst in München, unter anderem bei Josef Gabriel Rheinberger und Ludwig Thuille. 1913 heiratete er Josy Krysak. Er arbeitete als Kapellmeister in Saarbrücken und Lübeck, gab dieses jedoch aus gesundheitlichen Gründen auf und widmete sich dem Komponieren. 1933 emigrierte er wegen seiner Geburt in Lemberg mit der österreichischen Staatsangehörigkeit in die Schweiz und ließ sich in Ascona nieder, wo er bereits ein Haus besaß. Mit dem Anschluss Österreichs wurde er Deutscher, die deutsche Staatsangehörigkeit wurde ihm mit der Ausbürgerung jüdischer Emigranten aberkannt. Sein Haus verlor er durch einen Bankenkonkurs und erhielt Unterstützung durch die Schweizerische Israelitische Armenpflege. Ettinger schuf Orchesterwerke, und Kammermusik, ausserdem Musik zu Kulturfilmen. Ettinger starb im Juli 1951 in Basel und wurde in Zürich beigesetzt. Seine Frau starb wenige Tage nach seinem Tod.

Der Nachlass von Ettinger befindet sich heute in der Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich.

Werke (Auswahl)

  • Jiddisch Requiem mit Texten von Lajzer Ajchenrand und Chaim Nachman Bialik. Uraufführung 1948 (in der Tonhalle Zürich durch den Chor "Hasomir" unter Alexander Schaichet).
  • Clavigo. Oper in zwei Aufzügen (sechs Bildern) nach Goethe. 1926
  • Juana. Oper in einem Aufzug. Dichtung von Georg Kaiser. 1925.

Literatur

  • Ivana Rentsch: Max Ettinger. Ein kommentiertes Werkverzeichnis. Berner Veröffentlichungen zur Musikforschung, Band 2. Bern 2010. ISBN 978-3-0343-0349-1
  • Ivana Rentsch: "Jüdische" Musik aus dem Schweizer Exil: Max Ettinger in Ascona, in: La musica nella Svizzera italiana, hrsg. von Carlo Piccardi, Novalles 2003 (Bloc Notes 48), S. 259–266. Online: Bloc Notes 48.

Weblinks