Max Hollein

Max Hollein (2009)

Max Hollein (* 7. Juli 1969 in Wien) ist ein österreichischer Kurator und Museumsdirektor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren ist Max Hollein als Sohn des Architekten Hans Hollein im Jahr 1969 in Wien. Er studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Während dieser Zeit war er unter anderem als freier Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung „Der Standard“ tätig. Nach dem erfolgreichen Abschluss beider Studien 1995 erfolgte der Umzug nach New York, wo er als Projektleiter für Ausstellungen am Solomon R. Guggenheim Museum New York arbeitete. Von 1996 bis Ende 2000 folgte eine enge Zusammenarbeit mit Guggenheim-Direktor Thomas Krens, zunächst als „Executive Assistant to the Director“ und ab 1998 als „Chief of Staff and Manager of European Relations“ – verantwortlich für wesentliche Projekte wie etwa den Aufbau der Ausstellungshallen „Deutsche Guggenheim Berlin“ und „Guggenheim Las Vegas“, für Ausstellungstourneen, Eröffnungsaktivitäten des Guggenheim Museum Bilbao sowie für Kontakte zu europäischen Kulturinstitutionen, Sammlern, Medien, Kuratoren und Sponsoren. Als Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt kam Hollein 2001 nach Frankfurt am Main. Seit 2006 ist er zusätzlich zu seinem Posten in der Schirn Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Hollein ist verheiratet mit der Modedesignerin und Autorin Nina Hollein. Das Paar hat drei Kinder und lebt in Frankfurt am Main.

Wirken

Max Hollein ist Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt, die seit Oktober 2001 unter seiner künstlerischen und kaufmännischen Leitung steht, sowie seit Jänner 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Zu den Höhepunkten seines bisherigen Programms an der Schirn, die er national und international neu positioniert hat, zählen die Ausstellungen „Frequenzen [Hz] – Audiovisuelle Räume“, „Shopping – 100 Jahre Kunst und Konsum“, „Henri Matisse: Mit der Schere zeichnen“, „Traumfabrik Kommunismus – Die visuelle Kultur der Stalinzeit“, „Yves Klein“, „Die nackte Wahrheit – Klimt, Schiele, Kokoschka und andere Skandale“, „Op Art“, „Impressionistinnen. Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès, Marie Bracquemond“, „Georges Seurat. Figur im Raum“, „Edvard Munch – Der moderne Blick“ sowie in Kooperation mit der Liebieghaus Skulpturensammlung „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor“. Seit Jahren zählt die Schirn zur bestbesuchten Kunstinstitution der Rhein-Main-Region.

Die Liebieghaus Skulpturensammlung erlebte unter der Leitung von Max Hollein die größte Infrastrukturmaßnahme seit 1990: die Sammlungsbereiche vom Mittelalter bis zum Klassizismus und Ostasiens sowie das zu Studioli-Räumen umgestaltete Dachgeschoß präsentieren sich seit 2008 in einem gänzlich veränderten Farb-, Licht- und Vermittlungskonzept. Die ebenfalls 2008 gezeigte Ausstellung „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulpturen“ wurde zu einer der erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Liebieghauses. Ihren Abschluss fand die Neugestaltung im Frühjahr 2009 mit der Neuaufstellung des Sammlungsbereichs Antike, in den nun auch Werke des Klassizismus integriert sind, sowie der Eröffnung eines neu geschaffenen Schaudepots. Ausstellungen wie „Jean-Antoine Houdon. Die sinnliche Skulptur“ (2009), „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“ (2010), „Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters“ (2010/11) sowie in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle „Jeff Koons. The Sculptor“ (2012) sorgen für einen regen zusätzlichen Publikumszulauf ins Liebieghaus.

Im Städel Museum hat Max Hollein seit Beginn seiner Tätigkeit zahlreiche neue Ausstellungsformate eingeführt: von kleinen, ausgewählten Kabinettausstellungen u. a. zu Wilhelm Lehmbruck, Martin Kippenberger und Andrea Mantegna über die Reihe „Konstellationen“ mit Werken zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung des Städel bis zu bedeutenden Überblicksschauen wie „Gärten“, „Albrecht Dürer: Die Druckgraphiken“, „Hexenlust und Sündenfall. Die seltsamen Phantasien des Hans Baldung Grien“, „Cranach der Ältere“, „Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden“, "Ernst Ludwig Kirchner. Retrospektive", "Beckmann&Amerika" sowie die große, international viel beachtete Ausstellung „Botticelli“. Mit 367.000 Besuchern war sie die mit Abstand erfolgreichste Schau in der Geschichte des Städel Museums.

Unter Max Hollein wurde auch die größte bauliche Erweiterung des Städel Museums durchgeführt. Ende 2011 wurden die Sammlungsbereiche Alte Meister und Kunst der Moderne nach einer umfangreichen Sanierung wiedereröffnet. Im Februar 2012 wurde ein unterirdische Erweiterungsbau – die Gartenhallen – mit zusätzlichen 3000 m² Sammlungsfläche für die Gegenwartskunst eröffnet. Im Zuge einer groß angelegten Kampagne, an der sich die Stadt Frankfurt, das Land Hessen, namhafte Firmen, Stiftungen sowie unzählige Bürger beteiligten, konnte das Städel Museum die Gesamtkosten von 52 Mio. Euro für Sanierung und Erweiterung zur Hälfte aus privaten und zur anderen Hälfte aus öffentlichen Geldern finanzieren. Durch Ankäufe und Schenkungen wird darüber hinaus der Bestand des Museums in allen Sammlungsbereichen kontinuierlich ergänzt. Unter der Führung von Max Hollein konnte das Städel Museum seinen Bestand signifikant ausbauen. Zwischen 2006 und 2012 kamen allein 1.200 Neuzugänge ins Städel.

Neben seiner Direktorentätigkeit war Max Hollein Kommissär und Kurator des amerikanischen Pavillons bei der VII. Architekturbiennale in Venedig im Jahr 2000, Beauftragter für den österreichischen Pavillon bei der Biennale di Venezia 2005 sowie Kurator des Salzburger Avantgardefestivals „kontra.com“ anlässlich des Mozart-Jahres 2006. Er ist Mitglied in verschiedenen Jurys und Beratungsgremien, darunter Mitglied des Aufsichtsrats der „Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“ (Berliner Festspiele, Berliner Filmfestspiele, Martin-Gropius-Bau, Haus der Kulturen). Kurator von Ausstellungen wie „Shopping“, „Jonathan Meese“ „Julian Schnabel“, „3’“, „Carsten Nicolai“ sowie Herausgeber zahlreicher Ausstellungskataloge. Hollein verfasste vielfältige Publikationen und Vorträge zur zeitgenössischen Kunst und Kunst der Moderne sowie zum Museumswesen. 1999 erschien sein Buch „Zeitgenössische Kunst und der Kunstmarktboom“, 2006 die Publikation „Unternehmen Kunst. Entwicklungen und Verwicklungen“ in der Statement Reihe.

Auszeichnungen


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kulturministerin Claudia Schmied überreicht Max Hollein das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst auf APA vom 12. Juli 2010 abgerufen am 12. Juli 2010