Maximilian Baillet von Latour

Maximilian Graf Baillet von Latour (frz. Comte de Baillet et de la Tour) (* 14. Dezember 1737 auf Schloss Latour bei Virton; † 22. Juli 1806 in Wien), war k. k. Wirklicher Geheimer Rat, Kämmerer,[1] und General der Kavallerie. Zuletzt war er Hofkriegsratspräsident.

Maximilian Graf Baillet von Latour

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er stammte aus einer Adelsfamilie der österreichischen Niederlanden. Er war Sohn von Jean Baptist Comte de Baillet et de la Tour. Dieser war Mitglied des Staatsrates des Herzogtum Luxemburg. Er selbst heiratete 1772 Charlotte de Guerin, eine Tochter des Michel Remy Charles Comte de la Marche. Aus der Ehe ging der Sohn Theodor hervor.

Leben

Im Jahr 1755 trat er als Fähnrich in das Infanterieregiment Salm-Salm ein. Er nahm am siebenjährigen Krieg teil. Bei der Schlacht von Kolin 1757 zeichnete er sich aus und wurde zum Hauptmann befördert. Es folgte 1767 die Beförderung zum Major und 1769 zum Oberstleutnant. Im Jahr 1772 wurde er Oberst und Regimentsinhaber. Im Jahr 1783 wurde er zum Generalwachtmeister befördert. Er war zeitweise Kommandant von Wieliczka an der polnischen Grenze.[1]

Im Jahr 1787 wurde er in die österreichischen Niederlande versetzt. Dort wurde er auch 1788 zum luxemburger Landmarschall ernannt. Er trug maßgeblich dazu bei, dass während der Brabanter Revolution von 1789 das Herzogtum Luxemburg weiterhin auf Seiten der Habsburger stand. 1790 wurde er zum Feldmarschallleutnant befördert und Inhaber Inhaber des Chevaux-Legers-Regiments Nr. 4 (Dragonerregiment Nr. 2)[2][3]. Beim Kampf gegen die Aufständischen in den österreichischen Niederlande nahm er an verschiedenen Gefechten teil und nahm unter anderen [Namur], Mons, Bourges und Ostende ein. Zum Dank wurde er mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet sowie zum Kommandeur in Flandern ernannt.

Seit 1792 nahm er am ersten Koalitionskrieg teil. Er kämpfte in den Niederlanden, am Rhein und in Süddeutschland. Er war dabei einer der wichtigsten Offiziere der jeweiligen Oberkommandierenden sei es Albert Kasimir von Sachsen-Teschen oder Erzherzog Karl. Er kämpfte unter anderem in der Schlacht von Fleurus und führte dabei das erste Infanterietreffen an. Es kommandierte 1795 die Main- und Neckararmee und später die am Oberrhein gesammelte Armee. Er trieb die Franzosen in mehreren Gefechten zurück und nahm Mannheim ein. Er siegte bei Frankenthal. Im selben Jahr erhielt er das Großkreuz des Maria-Theresia-Ordens. Unter Erzherzog Karl führte er die durch Abordnung erheblicher Kontingente geschwächte ehemalige Armee von Dagobert Wurmser. Die Franzosen zwangen ihn über den Neckar zu gehen. Er wurde am 2. Oktober durch die stärkeren Franzosen bei Biberach geschlagen. Während des Winters belagerte er bis zur Kapitulation der Stadt sieben Wochen lang Kehl.

Im Jahr 1796 zum Feldzeugmeister (General der Kavallerie) befördert,[1] führte er sodann bis zum Friedensschluss die Rheinarmee. Im selben Jahr war er österreichischer Bevollmächtigter auf dem Rastatter Kongress und unterzeichnete die Vereinbarung, mit der die Abtretung Venedigs an Österreich und die Räumung der linksrheinischen Gebiete durch die kaiserlichen Truppen im Sinn des Friedens von Campo Formio geregelt wurde. Ein Jahr später war er kommandierender General in Österreichisch-Schlesien und in Mähren. Gleichzeitig wurde er zum geheimen kaiserlichen Rat ernannt. Im Jahr 1805 wurde er Hofkriegsratspräsident.

Der Graf war 1801 für seine Verdienste mit dem Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet worden.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Grete Klingenstein u. a. (Hg.): Europäische Aufklärung zwischen Wien und Triest - Die Tagebücher des Gouverneurs Karl Graf Zinzendorf, Verlag Böhlau 2007- Band 103,Teil 1 - Seite 321
  2. Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumsfür 1867, K. k. Hof-und Staatsdruckerei, Wien 1867, S. 868
  3. Schematismus der Kais. Königl. Armée: Für das Jahr 1807, Verlag Cath. Gräffer, Wien 1807, S. 365
  4. Oesterreichischer Militaer-Almanach Nr. 14 für das Jahr 1803, Verlag Cath. Gräffer, Wien 1803, S. 225