Medizinercorps

Notfallrettungswagen "Jumbo", Medizinercorps, Bezirksstelle Graz-Stadt

Das Medizinercorps ist eine im Jahr 1890 von Johann-Baptist Tilly gegründete Vereinigung von ehrenamtlich tätigen Medizinstudenten, promovierten Ärzten, Allgemeinmedizinern und Fachärzten an der Bezirksstelle Graz-Stadt des Österreichischen Roten Kreuzes, Landesverband Steiermark.

Intensivtransporter Medizinercorps (li)

Ziel des Medizinercorps ist u. a., Medizinstudierenden frühzeitig eine intensive Ausbildung und Erfahrungen in Notfallmedizin zu bieten. Nach der Absolvierung von 940 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung und Prüfungen zum Rettungs- und Notfallsanitäter mit den allgemeinen Notfallkompetenzen sowie Praxis werden die Medizinstudenten zum Notfallsanitäter mit besonderer Notfallkompetenz „Beatmung und Intubation“ (NKI) ausgebildet. Die gesetzliche Grundlagen sind im Sanitätergesetz von 2002 (SanG) verankert.

Zusammen mit den beiden Notarzteinsatzfahrzeugen des Grazer Roten Kreuzes stellt das Medizinercorps die notfallmedizinische Versorgung des Großraums Graz bei über 5000 Primäreinsätzen pro Jahr sicher. Bei Intensivtransporten sind NKI-Rettungsmediziner die 'rechte Hand' des Intensivmediziners; außerdem wirkt das Medizinercorps bei vielen Ambulanz- und Großeinsätzen des Roten Kreuzes mit. Für die Durchführung von Primär- und Sekundäreinsätzen steht dem Medizinercorps eine Reihe von Rettungswagen sowie Intensivtransportwagen („Jumbos“) zur Verfügung, die mit verschiedensten notfallmedizinischen Geräten ausgerüstet sind.

Aufgrund der so gesammelten Erfahrung werden NKI-Notfallsanitäter des Medizinercorps häufig als Ausbilder für Rettungs- und Notfallsanitäter des Roten Kreuzes, Medizinstudierende und angehende Notärzte eingesetzt.

Zusätzlich zählt die Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien ebenso zum Aufgabengebiet wie die Evaluierung innovativer notfallmedizinischer Techniken und Ausrüstung.

Geschichte

Im Jahr 1889 lag die Rettung Verwundeter und Kranker in Graz in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt, bei welcher eine eigene Rettungsabteilung gegründet wurde.

Johann-Baptist Tilly wurde dieser Zeit als „Wundarzt“ angestellt, jedoch überstiegen schon bald die Hilfeansuchen die Möglichkeiten Tillys. Aus finanziellen Gründen war an eine weitere Aufnahme von Wundärzten nicht zu denken. Der Arzt motivierte daher 1890 zwölf Medizinstudenten, bildete sie in eigenen Lehrgängen aus und stellte somit die notfallmedizinische Versorgung der Stadt sicher.