Mennonitische Freikirche Österreich

Die Mennonitische Freikirche Österreich (MFÖ) ist eine Vereinigung mehrerer mennonitischer Gemeinden in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Mennoniten entstanden aus der Täuferbewegung der Reformationszeit. Die Täuferbewegung war besonders in Tirol ab 1525 weit verbreitet. Ihre Ideen wurden im österreichischen Raum unter anderem von Hans Hut, Hans Schlaffer und Leonhard Schiemer propagiert. Charakteristische Merkmale waren die Gläubigentaufe und die Trennung von Staat und Kirche. In Österreich wurden sie ab 1527 als Ketzer verfolgt. Der Name Mennoniten geht auf den aus dem niederländischen Friesland stammenden täuferischen Reformator Menno Simons zurück.

Mennonitische Mission in Österreich begann nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem durch US-amerikanische und kanadische Missionare aus den Mennonitischen Brüdergemeinden. Diese waren im 19. Jahrhundert durch eine pietistische Erweckungsbewegung innerhalb der mennonitischen Kolonien in Russland entstanden. Nach einer Empfehlung des internationalen Mennonitischen Zentralen Komitees, das sich bereits seit 1947 karitativ in der Flüchtlingsarbeit in Österreich engagierte, sollte Linz ein neues Zentrum der mennonitischen Mission werden. Dies wurde von der nordamerikanischen Missionsgesellschaft »Mennonite Brethren Mission and Service International (MBMSI)« aufgegriffen und es kam zur Entsendung von Missionaren nach Österreich. Das Ziel war die Gründung selbständiger kongregationalistischer Gemeinden; dazu entstand um 1970 die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden in Österreich (abgek. AMBÖ). 1958 wurden mennonitische Gemeinden in Linz und Steyr gegründet. Im gleichen Jahr konnte auch das erste Versammlungsgebäude eröffnet werden. Weitere Gemeinden entstanden später in Wien, Wels, Salzburg und Gmunden. Die Entwicklung lässt sich in der damals publizierten Zeitschrift Quelle des Lebens (erschien 1958-1995) gut nachvollziehen.

Durch einen Förderverein und durch Arbeitsgemeinschaften konnten sich die Mennoniten in Österreich behaupten, hatten jedoch aufgrund der gesetzlichen Stellung nur beschränkte Möglichkeiten. Bei der letzten Volkszählung 2001 bekannten sich 381 Österreicher zur Mennonitischen Freikirche. Seit dem 30. Juli 2001 ist die Mennonitische Freikirche Österreich als religiöse Bekenntnisgemeinschaft eingetragen.

Organisation

Die Mennonitische Freikirche Österreich gibt seit 1992 die Zeitschrift Gemeinsam heraus. Kirchenmitglieder sind getaufte Christen, die sich einer Ortsgemeinde angeschlossen haben. Austrittsmöglichkeiten sind Abmeldung bei der Bezirksbehörde, Ausschluss, Streichung, Übertritt in eine andere Gemeinde oder Tod. In der Gemeindeversammlung sind alle aktiven Mitglieder stimmberechtigt. Übergeordnet ist die Vollversammlung, in die die Gemeindeversammlung Delegierte schickt.

Literatur

  • Franz Rathmair: Geschichte der Mennoniten in Österreich von 1947 bis 1987, in: Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 119 (2003) 244-282.
  • Franz Graf-Stuhlhofer: Freikirchen in Österreich seit 1846. Zur Quellenlage und zu Methodenfragen, in: Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 124/125 (2008/09) 270-302.

Siehe auch

Weblinks