Michael Gehler

Michael Gehler (* 15. Jänner 1962[1] in Innsbruck) ist ein österreichischer Historiker.

Michael Gehler legte in Neustadt bei Coburg/Bayern das Abitur ab und studierte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Geschichte und Germanistik. Von 1992 bis 1996 war er Research Fellow des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Wien. Gehler ist seit 1988 Träger des Ludwig-Jedlicka-Gedächtnispreises, seit 1994 Träger des Dr. -Wilfried Haslauer Forschungspreises in Salzburg und erhielt 1994 den Theodor-Körner-Stiftungspreis zur Förderung von Wissenschaft und Kunst in Wien. 1999 habilitierte sich Gehler an der Universität Innsbruck und war dort bis 2006 als außerordentlicher Professor am Institut für Zeitgeschichte tätig. 2001/2002 war er Alexander von Humboldt-Stipendiat. Zwischen 2004 und 2005 war Gehler auch Gastprofessor an den Universitäten Rostock (2004), Salzburg (2004/05) und Katholieke Universiteit Leuven (2005). Seit 2006 lehrt er als Professor an der Universität Hildesheim. Dort ist er Leiter des Instituts für Geschichte. Durch die EU-Kommission wurde ihm ein "Jean-Monnet Chair" für Europäische Geschichte verliehen. 2011 folgte die erneute Verleihung eines Jean Monnet ad-personam-Chairs seitens der Europäischen Kommission. Einen Ruf an die Universität Innsbruck auf eine Professur für Zeitgeschichte lehnte er 2012 ab. Gehler forscht über die österreichische, deutsche und europäische Zeitgeschichte. Forschungsschwerpunkte sind die Studentengeschichte, die Regionalgeschichte und internationale Beziehungen unter Berücksichtigung der europäischen Integration.

Schriften

  • Studenten und Politik. Der Kampf um die Vorherrschaft an der Universität Innsbruck 1918–1938 (= Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte. Bd. 6). Haymon-Verlag, Innsbruck 1990, ISBN 3-85218-079-1 (Zugleich: Innsbruck, Univ., Diss., 1988).
  • Zeitgeschichte im dynamischen Mehrebenensystem. Zwischen Regionalisierung, Nationalstaat, Europäisierung, internationaler Arena und Globalisierung (= Herausforderungen. Bd. 12). Winkler, Bochum 2001, ISBN 3-930083-85-X.
  • Finis Neutralität? Historische und politische Aspekte im europäischen Vergleich: Irland, Finnland, Schweden, Schweiz und Österreich (= Zentrum für Europäische Integrationsforschung. Discussion Paper. C 92). Zentrum für Europäische Integrationsforschung, Bonn 2001, ISBN 3-933307-92-9.
  • Europa. Von der Utopie zum EURO. Karlskult. Frühe Visionen. Friedensutopien ... (= Fischer. Kompakt 15360). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15360-3.
  • Der lange Weg nach Europa. 2 Bände (Bd. 1: Österreich von Paneuropa bis zum EU-Beitritt. Dokumente. Bd. 2: Österreich vom Ende der Monarchie bis zur EU. Darstellung.). StudienVerlag, Innsbruck u. a. 2002, ISBN 3-7065-1559-8.
  • Europa. Ideen, Institutionen, Vereinigung. Olzog, München 2005, ISBN 3-7892-8129-8 (2. Auflage. ebenda 2010, ISBN 978-3-7892-8195-2).
  • Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik. Von der alliierten Besatzung bis zum Europa des 21. Jahrhunderts. 2 Bände. StudienVerlag, Innsbruck u. a. 2005, ISBN 3-7065-1414-1.
  • Vom Marshall-Plan zur EU. Österreich und die europäische Integration von 1945 bis zur Gegenwart. StudienVerlag, Innsbruck u. a. 2006, ISBN 3-7065-1913-5.
  • Eduard Reut-Nicolussi und die Südtirolfrage 1918–1958. Streiter für die Freiheit und die Einheit Tirols (= Schlern-Schriften. Bd. 333, Teil 1–2). 2 Bände (Bd. 1: Biographie und Darstellung. Bd. 2: als Herausgeber: Dokumentenedition, vorwiegend aus dem Nachlass.). Wagner, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7030-0413-1.
  • Tirol im 20. Jahrhundert. Vom Kronland zur Europaregion. Tyrolia-Verlag u. a., Innsbruck u. a. 2008, ISBN 978-3-7022-2881-1.
  • Deutschland. Von der Teilung bis zur Einigung. 1945 bis heute. Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78584-2 (In englischer Sprache: Three Germanies. West Germany, East Germany and the Berlin Republic since 1945. Reaktion, London 2011, ISBN 978-1-86189-778-7).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ECHO 01/2006, S. 49 PDF, abgerufen am 7. September 2010