Michael Grünbart

Michael Grünbart (* 5. Mai 1969 in Badgastein) ist ein österreichischer Byzantinist.

Nach der Matura am humanistischen Zweig des Bundesgymnasium Tamsweg studierte Michael Grünbart von 1988 bis 1992 Byzantinistik, Klassische Philologie und Numismatik an der Universität Wien. 2000 wurde er an der Universität Wien promoviert. Von 1993 bis 2008 war er als Leiter (Oberrat) der Fachbereichsbibliothek Byzantinistik und Neogräzistik an der Universität Wien tätig. Im September 1994 absolvierte er ein Praktikum an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. 2004 erhielt er das Irene-Vaslef-Fellowship in Librarianship an der Dumbarton Oaks Research Library and Collection in Washington D.C., 2007 vertrat er die Professur für Byzantinistik an der Universität München. Er übernahm zahlreiche Lehraufträge an den Universitäten Budapest, Ioannina, Rhethymno, Wien und Zürich. Im Oktober 2008 nahm er einen Ruf (primo et unico loco) als Professor für Byzantinistik an die Universität Münster an. 2009 schloss er die Habilitation an der Universität München ab. Seit 2009 Mitglied im Direktorium des Instituts für Frühmittelalterforschung (IFMA). 2012 kuratierte er die Ausstellung Gold und Blei – Byzantinische Kostbarkeiten aus dem Münsterland im Ikonen-Museum Recklinghausen.

Seine Forschungsschwerpunkte sind byzantinische Literatur (insbesondere Epistolographie), die byzantinische Aristokratie und ihre Selbstdarstellung, die Geschichte des oströmischen Kaisertums, Numismatik sowie Alltagskultur (Bibliography on Material Culture and Daily Life). Er hat zahlreiche Artikel im Lexikon des Mittelalters und im Oxford Dictionary of the Middle Ages verfasst. Im Bereich der Geschichte der Byzantinistik hat er zu Jakob Philipp Fallmerayer gearbeitet. 2010 wurde von ihm die Reihe Byzantinistische Studien und Texte initiiert.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monographien und Artikel

  • Epistularum byzantinarum Initia. Hildesheim 2001, ISBN 3-487-11462-3
  • Die Briefe von und an Jakob Philipp Fallmerayer. Wien 2001
  • Byzantinistische Forschung in Österreich. In: Historicum. Zeitschrift für Geschichte (Winter 2001/2002 = Byzanz I) 35–41
  • Formen der Anrede im byzantinischen Brief vom 6. bis zum 12. Jahrhundert. Wien 2005, ISBN 3-7001-3345-6 (= Dissertation)
  • Byzantine Metal stamps in a North American private collection. In: Dumbarton Oaks Papers 60 (2006) 13-24 (JSTOR online)
  • Der Kaiser weint: Anmerkungen zur imperialen Inszenierung von Emotionen in Byzanz. In: Frühmittelalterliche Studien 42 (2008) 89-108
  • Jakob Philipp Fallmerayer: Bibliographie der Sekundärliteratur, 1900–2011. Wien 2011, ISSN 1606-4216
  • Euglottia - Sprechen als Statusindikator in der mittelbyzantinischen Zeit. In: Frühmittelalterliche Studien 45 (2011) 211-231

Herausgeberschaften

  • (Herausgeber): Theatron. Rhetorische Kultur in Spätantike und Mittelalter – Rhetorical culture in Late Antiquity and the Middle Ages. Berlin - New York 2007, ISBN 978-3-11-019476-0
  • (Herausgeber): Geschenke erhalten die Freundschaft. Gabentausch und Netzwerkpflege im europäischen Mittelalter; Akten des Internationalen Kolloquiums Münster, 19.–20. November 2009. Münster 2011, ISBN 978-3-643-10897-5 (Byzantinistische Studien und Texte 1)
  • mit Lutz Rickelt und Martin Marko Vučetić (Herausgeber): Zwei Sonnen am Goldenen Horn? Kaiserliche und patriarchale Macht im byzantinischen Mittelalter; Akten der Internationalen Tagung vom 3. bis 5. November 2010. Münster 2011, ISBN 978-3-643-11393-1 (Byzantinistische Studien und Texte 3)
  • (Herausgeber): Gold und Blei. Byzantinische Kostbarkeiten aus dem Münsterland. Wien 2012, ISBN 978-3-85161-080-2
  • mit Katrin Beyer (Herausgeber): Urbanitas und ἀστειότης. Kulturelle Ausdrucksformen von Status (10.-15. Jahrhundert) in: Frühmittelalterliche Studien 45 (2011) (online)

Tagungen

  • Geschenke erhalten die Freundschaft (19.-20. November 2009, Münster), PDF
  • Cyprus in Medieval Times. A Place of Cultural Encounter (6.-8. Dezember 2012, Münster)[1]

Weblinks